Betreibt Whitebox denn Risikomanagement?

Ja, allerdings kein kurzfristiges! Und das sehr bewusst. Denn wir sind davon überzeugt, dass die oft teuren Maßnahmen zur Verhinderung kurzfristiger Risiken den Kunden wie oben geschildert nicht nur zu viel (auch Rendite) kosten, sondern – was noch schlimmer ist – das eigentliche Versprechen nicht einlösen: Die Verbesserung des Risiko-Rendite-Profils.

Die Perspektive bei der Geldanlage sollte stets eine mindestens mittelfristige sein – und so verhält es sich auch mit dem zugehörigen Risikomanagement. Wieso soll beim Risiko plötzlich alles ganz kurzfristig sein? Klar, aus „Behavioral-Finance“-Gesichtspunkten mag das Sinn machen – aus Anlagegesichtspunkten allerdings aus unserer Sicht kaum. Die aktuellen Entwicklungen und unser vorausschauendes Verhalten bestärken uns darin, dass unsere Haltung der richtige Weg ist: Wir hatten unsere Portfolios bereits 2019, also weit vor den Turbulenzen durch die Corona-Krise, tendenziell defensiver ausgerichtet. Denn die zuvor sehr hohen Bewertungen der meisten Aktienmärkte haben stärkere Kurskorrekturen wahrscheinlicher gemacht. Wir haben natürlich nicht gewusst, wann genau und welche Art von Krise sich ereignet. Aber im Gegensatz zu vielen Mitbewerbern haben wir uns frühzeitig auf Kursturbulenzen vorbereitet.

Unser Value-Ansatz ist bereits per se ein wichtiger Aspekt eines langfristig funktionierenden Risikomanagements, weil unterbewertete Anlagen in Krisenzeiten oft weniger stark betroffen sind (mehr zum Thema). Hinzu kommt, dass wir mit unserem mehrfach ausgezeichneten Mean-CVaR-Ansatz Risiken so modellieren, dass auch plötzlich auftretende, unvorhergesehene Ereignisse - sogenannte "Schwarze Schwäne" - besser berücksichtigt werden. Das gelingt uns, indem wir uns auf nicht-normalverteilte Renditeannahmen stützen und als Risikokennzahl CVaR statt Standardabweichung oder VaR nutzen, weil dieser auch die Verlusthöhe berücksichtigt und nicht nur die Wahrscheinlichkeit eines Verlusts. Dieser Ansatz kompensiert die Unzulänglichkeiten der in der Praxis noch häufig vorkommenden „modernen Portfoliotheorie“. Unser Ziel: Portfolios, die sich nicht nur in einem, sondern eben in möglichst vielen Szenarien gut entwickeln.