Was ist eine Vermögensverwaltung?

Im Zusammenhang mit Finanzanlagen in Wertpapiere kann insbesondere zwischen folgenden Dienstleistungen unterschieden werden: Vermögensverwaltung, Anlageberatung und Anlage-/Abschlussvermittlung. Alle drei Formen sind in Deutschland grundsätzlich erlaubnispflichtig, wobei Ausnahmetatbestände bestehen. Die Erlaubnis wird durch die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) erteilt.

Whitebox bietet ausschließlich Vermögensverwaltung an.

Unter Vermögensverwaltung – auch Finanzportfolioverwaltung genannt – versteht man die Verwaltung eines in Finanzinstrumente angelegten Kundenvermögens mit einem Entscheidungsspielraum des Vermögensverwalters. Dies geschieht im Rahmen eines entsprechenden Mandats des Kunden. Der Vermögensverwalter überwacht fortlaufend das Kundenvermögen und ist dabei grundsätzlich berechtigt, nach eigenem Ermessen alle Maßnahmen zu treffen, die hinsichtlich der Bewirtschaftung des Portfolios zweckmäßig erscheinen. Bei seinen Anlageentscheidungen ist der Vermögensverwalter an die mit dem Kunden vereinbarten Anlagerichtlinien gebunden, trifft sie jedoch ohne Rücksprache eigenständig. Es wird demnach keine Kundenweisung eingeholt.

Das Vermögen des Kunden liegt bei einem Kreditinstitut in einem Konto/Depot, das auf den Namen des Kunden lautet. Der Kunde ist und bleibt Inhaber der Vermögenswerte, der Vermögensverwalter erhält jedoch eine Dispositionsvollmacht auf das Kundenkonto/-depot. So kann der Vermögensverwalter beispielsweise Wertpapiere kaufen oder verkaufen, nicht aber Geld abheben oder Wertpapiere auf kundenfremde Depots übertragen.

Als Grundlage für die Erbringung seiner Dienstleistungen eignet sich der Vermögensverwalter bei Abschluss eines Vermögensverwaltungsvertrags angemessene Kenntnisse bezogen auf die persönlichen Umstände des Kunden an. Zusätzlich holt er Informationen über die Kenntnisse und Erfahrungen in Bezug auf Finanzanlagen, über die finanziellen Verhältnisse sowie die Anlageziele des Anlegers ein. Auf dieser Basis ist es dem Vermögensverwalter erst möglich, die Dienstleistung so auszugestalten, dass sie für den Kunden geeignet ist.

Risiken für den Kunden resultieren insbesondere aus der Auswahl des für ihn richtigen Partners. Hierbei ist zu berücksichtigen, dass im Bereich Kapitalanlage vielfältige Meinungen und Philosophien vorherrschen, und dass die Gleichschaltung der Interessen von Kunde und Dienstleister teils schwierig ist, da Vermögensverwalter unabhängig oder abhängig als Vertreter einer Bank mit eigenem Produktangebot auftreten können. Auch die sogenannt unabhängigen Vermögensverwalter haben jedoch oft Anreize von Produktherstellern oder Depotbanken, mit denen sie zusammenarbeiten, die zumindest geeignet sind, Kundeninteressen zuwider zu laufen. Weiterhin ist für den Kunden zu berücksichtigen, dass die Kosten für die Inanspruchnahme der Dienstleistung Vermögensverwaltung teilweise sehr stark variieren und dass hierbei nicht nur die direkten Kosten relevant sind, sondern die Gesamtkosten, die der Kunde schließlich tragen muss. Hierzu gehören neben der Vermögensverwaltungsgebühr per se auch Produktkosten, Gebühren der Depotbank für Depotführung und Handel sowie etwaige Zusatzgebühren für eine breite Palette möglicher Extradienstleistungen.