Inside Whitebox Test

Zweiter Platz in der Gesamtwertung / 14 Robo-Advisor im Test

 

Die Stiftung Warentest hat erneut digitale Vermögensverwalter, sogenannte Robo-Advisor, auf den Prüfstand gestellt. „Am besten abgeschnitten haben die Robo-Advisors Quirion und Whitebox. Ihre Anlageempfehlung war gut“, heißt es in der aktuellen Ausgabe der Zeitschrift Finanztest (August 2018).  „Zu der Qualität der Anlageempfehlung gehören der anfängliche Portfoliovorschlag, außerdem die Kosten, die Informationen über die Produkte und Kosten sowie die Abfrage der Kundendaten.“

Insgesamt untersuchte Finanztest 14 digitale Vermögensverwalter, bei denen die Mindestanlagesumme unter 100.000 Euro liegt und die vorwiegend Fonds in den Kundenportfolios einsetzen. Zwar vergaben die Tester keine Noten für die Portfolios, weil es nach ihrer Ansicht „nicht das einzig wahre Konzept“ gibt. Doch deutliche Mängel bei der Diversifikation oder zu hohe Risiken gemessen an dem Profil des Testkunden führten zu Abwertungen der Gesamtnote.

Nur bei Whitebox und zwei weiteren Vermögensverwaltern fanden die Prüfer keine Mängel. „Whitebox hat das Geld unseres Modellkunden auf sieben verschiedene Aktien-ETF und acht unterschiedliche Anleihe-ETF aufgeteilt. Hinzu kommt ein ETC auf Gold.“

Mit einem Anteil von 45 Prozent an der Gesamtnote legte Finanztest den größten Wert auf detaillierte Informationen zu Produkt und Kosten der Robo-Advisor. Die Begründung: „Bei dieser neuen Art der Geldanlage sollten Kunden genau hinschauen können, ob alles passt, was ihnen vorgeschlagen wird.“ Whitebox belegte in dieser Kategorie den zweiten Platz, ebenso wie in der Gesamtwertung.

Auch die Kosten spielten mit einem Gewicht von 40 Prozent eine große Rolle. In dieser Kategorie bewerteten die Tester Whitebox nur mit einem „befriedigend“. Mit 0,19 Prozent pro Jahr zählen die Produktkosten zwar zu den niedrigsten. Doch das Entgelt für die Vermögensverwaltung (0,75 Prozent jährlich bei einer Anlagesumme von 51.000 Euro) war den Prüfern im Vergleich mit Mitbewerbern nicht niedrig genug.

Dabei blieb allerdings unberücksichtigt, welchen Aufwand die Verwalter betreiben. Während Whitebox ein aktives Portfoliomanagement auf Basis eines Value-Ansatzes bietet, liefern andere Robo-Advisor passive  Portfolios, die hin und wieder auf ihre ursprüngliche Gewichtung der verschiedenen Anlageklassen zurückgesetzt werden. Letzteres erfordert deutlich weniger Aufwand als aktives Management, bei dem – wie bei Whitebox – ein Expertenteam die internationalen Finanzmärkte fortlaufend analysiert. Aktives Portfoliomanagement ist deswegen teurer als passive Portfolios.

Nicht bewertet haben die Experten von Finanztest die Wertentwicklung der Portfolios. Dafür sei es noch zu früh, denn viele Anbieter sind erst seit rund zwei Jahren auf dem Markt. Aus der Rendite über so kurze Zeiträume lassen sich keine verlässlichen Schlüsse für die Zukunft ableiten.

„Wir freuen uns natürlich ganz besonders über unser gutes Abschneiden“, sagt Whitebox-Gründerin Salome Preiswerk. Denn die Untersuchungen der Stiftung Warentest seien besonders gewissenhaft, fundiert und unabhängig. Das spiegle sich auch in dem hohen Ansehen wider, das die Stiftung in der Bevölkerung genieße. „Unseren Kunden danken wir für das Vertrauen, das sie unserem jungen Unternehmen entgegengebracht haben“, so Preiswerk.

Die Stiftung Warentest testet mit wissenschaftlichen Methoden, bewertet auf der Basis objektiver Untersuchungen und veröffentlicht die Ergebnisse in den anzeigenfreien Zeitschriften test und Finanztest sowie in Büchern und im Internet.

Der vollständige Robo-Advidor-Test kann auf der Website der Stiftung Warentest zum Preis von 3 Euro heruntergeladen werden. Die Printausgabe der Zeitschrift Finanztest ist im Handel erhältlich.

 


| Markus Robo-Advisor, Stiftung Warentest, Test, Whitebox