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Anleihen-ETFs - Portfolio mit ETFs diversifizieren

Wie Anleger mit Anleihen-ETFs ihr Portfolio diversifizieren können

Salome Preiswerk
25. Oktober 2019

Sind Sie ein Anhänger festverzinslicher Investments? Und schwören sie auf die heimische Anlageregion? Dann könnte es durchaus sein, dass sich in Ihrem Depot klassische Wertpapiere, wie deutsche Staatsanleihen oder Bundesschatzbriefe, befinden. Schließlich ist der deutsche Staat ein solventer Schuldner. 

Anleger brauchen sich keine Sorgen zu machen und können davon ausgehen, dass sie ihren Kapitaleinsatz samt Zins ausgezahlt bekommen. Das Problem sind jedoch – wen wundert’s – die geringen Renditen, die deutsche Staatsanleihen und festverzinsliche Anlagen seit geraumer Zeit bieten. Hinzu kommt ein anderer Nachteil: der Home-Bias-Effekt. Unter Home Bias versteht man die Neigung von Investoren, ihre Geldanlagen auf dem Heimatmarkt überproportional zu gewichten. Dadurch entsteht ein Klumpenrisiko. Aus portfoliotheoretischer Sicht ist es empfehlenswert, das Kapital auf verschiedene Regionen zu verteilen.

Mit einem Papier auf Tausende Anleihen setzen

Tatsächlich gibt es sinnvolle Alternativen zu den oben genannten klassischen festverzinslichen Papieren aus Deutschland. Dabei ist es kein Hexenwerk, ein gut diversifiziertes Anleiheportfolio zu erstellen. Besonders einfach und kostengünstig geht dies mit ETFs, die bestimmte Anleiheindizes nachbilden. Diese börsengehandelten Investmentfonds bieten einen Marktzugang zu verschiedenen Staats- und Unternehmensanleihen. Viele Anleihen notieren in großen Stückelungen und erfordern hohe Mindestanlagesummen. ETF-Anleger hingegen haben die Möglichkeit, bereits ab beispielsweise 50 Euro in ein breit diversifiziertes Anleihenportfolio zu investieren. Zugleich können Sie mit einem einzigen Anleihen-ETF auf hunderte oder gar tausende verschiedene Anleihen setzen, die zum entsprechenden Index gehören - beispielsweise internationale Staatsanleihen, Pfandbriefe und Unternehmensanleihen. Durch die hohe Anzahl der Titel macht sich das Ausfallrisiko einer einzelnen Anleihe kaum bemerkbar. Außerdem trägt die Verteilung des Kapitals auf verschiedene Währungen ebenfalls zur Diversifikation des Portfolios bei. Hinzu kann ein dritter Faktor kommen, der das Risiko des ETFs auf mehrere Schultern verteilt: die unterschiedlichen Laufzeiten der Anleihen, die der Indexfonds nachbildet. Da die Kurse von Anleihen mit kurzen Laufzeiten nicht so stark auf Zinsänderungen reagieren wie Kurse langlaufender Titel, ist hierüber auch eine Risikodiversifikation möglich.

Rendite-Risiko-Profil optimieren

Ziel der Diversifikation sollte am Ende ein besseres Rendite-Risiko-Profil sein. Dabei gilt es zum einen, Risiken zu reduzieren, und zum anderen, höhere Renditechancen wahrzunehmen. Wie das in der Praxis funktionieren kann, zeigt ein einfacher Vergleich zweier thesaurierender Anleihen-ETFs: Der „Xtrackers II Germany Government Bond“ investiert in ein diversifiziertes Portfolio aus deutschen Euro-Staatsanleihen. In den vergangenen fünf Jahren hat er eine Rendite von 13,5* Prozent erzielt. Wer in dieser Zeit etwas höhere Ausfallrisiken, insbesondere italienischer und spanischer Staatsanleihen, in Kauf genommen hat, konnte – bei annähernd gleicher Volatilität – höhere Renditen erwirtschaften. Zum Beispiel mit dem „Xtrackers II Eurozone Government Bond 7-10“. Der ETF investiert in Euro-Staatsanleihen aus Frankreich, Deutschland, Spanien, Italien und den Niederlanden. In den vergangenen fünf Jahren hat er 21,7* Prozent an Wert zugelegt.

Risikobereitschaft abwägen

Für welchen ETF oder welche ETFs Sie sich entscheiden, hängt vor allem von Ihrer Risikobereitschaft ab. Für sehr vorsichtige Anleger könnten zum Beispiel Staatsanleihen aus Mitteleuropa und den USA interessant sein. Die Emittenten der in dem Index enthaltenen Anleihen sollten also bonitätsstark sein, um die Ausfallwahrscheinlichkeit so gering wie möglich zu halten. Notiz am Rande: Obwohl Staatsanleihen grundsätzlich als sicherer gelten als Unternehmensanleihen, können nicht nur Unternehmen, sondern auch Staaten in die Pleite schlittern. Bekannte Beispiele sind Argentinien und Griechenland. Für Investoren ist es meist unmöglich, die Bonität von Staaten und Unternehmen eigenständig zu analysieren und einzuschätzen. Als Hilfe können Bonitätseinstufungen von Ratingagenturen wie etwa Standard & Poor’s (S&P), Moody’s und Fitch dienen.

Risikobereitschaft abwägen

Es gibt übrigens ETFs, die ausschließlich in Unternehmensanleihen investieren, die von den Ratingagenturen gute Bewertungen erhalten haben. Wer bereit ist, ein etwas höheres Risiko einzugehen als nur durch Investitionen in sichere Staatsanleihen, könnte solche ETFs auf Unternehmensanleihen bester Bonität in Erwägung ziehen. Noch mutigere Anleger haben die Möglichkeit, ihren Depots Anleihen aus Schwellenländern oder Anleihen mit geringerer Bonität beizumischen. Unter Schwellenländern versteht man eine Reihe aufstrebender Staaten, die für wirtschaftliches Wachstum und interessante Investmentchancen stehen, zum Beispiel zahlreiche Länder in Asien oder Südamerika.

Fazit: Aufgrund der enormen Chancenvielfalt, die Anleihen-ETFs bieten, lohnt es sich darüber nachzudenken, sein Depot mit diesen Papieren zu bestücken. Für börsengehandelte Indexfonds spricht neben den niedrigen Gebühren und der breiten Diversifikationsmöglichkeit noch ein überaus nützlicher Komfort: Laufen einzelne Schuldtitel aus, werden die Indizes automatisch angepasst – dadurch bleiben Sie als Anleger weiterhin investiert.

Mehr zu ETFs finden Sie hier.

* Stand: Oktober 2019

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