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ETFs: Verlustrisiko größer als bei traditionellen Fonds?

ETF-Risiko: Sind Verlustrisiken bei Indexfonds größer als bei traditionellen, aktiv verwalteten Fonds?

Salome Preiswerk
24. Oktober 2019

Eigentlich könnten Sie mit klassischen Investmentfonds in schlechten Börsenphasen Ihr Geld sicherer anlegen als mit Indexfonds – aber nur eigentlich.

In den vergangenen zehn Jahren kannten die Aktienmärkte fast nur eine Richtung: aufwärts. Abzulesen ist dies an der Performance bekannter Leitindizes, wie S&P 500 (USA), Nikkei 225 (Japan), Euro Stoxx 50 (Eurozone) und DAX (Deutschland). Die jeweiligen 10-Jahres-Charts sprechen eine deutliche Sprache: Der S&P 500 stieg um 175 Prozent, der Nikkei 225 um 120 Prozent, der Euro Stoxx 50 um 28 Prozent und DAX um 120 Prozent (Stichtag jeweils 18.10.2019). Auch wenn sich der Index der Eurozone im Zuge der Euro-Krise nicht ganz so gut entwickelt hat, steht unterm Strich immer noch ein Plus zu Buche.

Wenn Sie also vor zehn Jahren mit Indexfonds auf die genannten Märkte gesetzt und damit eins zu eins an der Kursentwicklung teilgenommen haben, können Sie sich glücklich schätzen. Dies ist aber nur die halbe Wahrheit. In einem anderen Anlagezeitraum wäre das Investment vielleicht nicht so erfolgreich gewesen. Wer zum Beispiel vor 30 Jahren auf den japanischen Leitindex gesetzt und seine Position bis heute gehalten hätte, hätte 36 Prozent seines Kapitaleinsatzes verloren. Ein langfristiger Anlagehorizont schützt oft, aber nicht immer vor Verlusten an den Aktienmärkten.

Zehn Jahre Bullenmarkt

Der nach der globalen Finanzkrise (2007) entstandene Bullenmarkt hält bereits seit 2009 an. Dies ist außergewöhnlich lange und keiner kann mit Gewissheit sagen, wohin die Reise in den kommenden Monaten und Jahren gehen wird. Was geschieht, wenn es mit der Hausse vorbei ist? Sind dann aktiv gemanagte Fonds weniger riskant als Indexfonds? Schließlich können die Fondsmanager ihre Portfolios jederzeit umschichten, etwa indem sie volatile Aktien verkaufen und stattdessen schwankungsärmere Titel kaufen. Die Frage, ob Anleger mit aktiven Fonds weniger riskieren, lässt sich allerdings nicht pauschal beantworten. Grundsätzlich ist man mit allen Aktienfonds, also Indexfonds und aktiv verwalteten Fonds, einem Aktienmarktrisiko ausgesetzt.

Die Auswahl der Wertpapiere richtet sich bei aktiven Fonds nach einer bestimmten Anlagestrategie. Der Fondsmanager ist davon überzeugt, mit seinen eigens ausgewählten Wertpapieren auf dem Aktienmarkt langfristig besser abzuschneiden als der Marktdurchschnitt. Ein Beispiel sind Fonds, die auf Aktien mit geringer Volatilität setzen. Das Portfolio soll in Bärenmärkten die Verluste so gering wie möglich halten. Dies klingt plausibel. Der Nachteil: Sollten sich die Märkte erholen, profitieren solche Papiere meist weniger als beispielsweise Value-Titel, die nach klassischen Kennziffern wie dem Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) oder Kurs-Buchwert-Verhältnis (KBV) günstig bewertet sind.

Langfristig mit Aktien erfolgreich

Da keiner die Zukunft vorhersagen kann, fällt es selbst Finanzprofis schwer, optimale Portfolios zu erstellen. Studien haben allerdings ergeben, dass viele Aktienmärkte auf lange Sicht meist nach oben laufen. So zeigt das DAX-Rendite-Dreieck des Deutschen Aktien Instituts (DAI), dass sich in den vergangenen 50 Jahren breit gestreutes und langfristiges Sparen in Aktien ausgezahlt hat. In diesen 50 Jahren hat der DAX in jedem zusammenhängenden 20-Jahres-Zeitraum eine positive Entwicklung gezeigt: Im Durchschnitt betrug der jährliche Indexanstieg dabei 8,9 Prozent. In der schlechtesten 20-Jahres-Periode stieg der DAX um 3,8 Prozent pro Jahr, in der besten um 15,2 Prozent. Wer in einen DAX-Indexfonds investiert, kann mit einem einzigen Wertpapier an dieser langfristigen Entwicklung der großen deutschen Börsenwerte partizipieren.

Risiken reduzieren: Theorie und Praxis

Dennoch mögen die Fürsprecher aktiv gemanagter Fonds einwenden, dass diese im Gegensatz zu Indexfonds über das Risikomanagement die Möglichkeit bieten, Marktrisiken zu reduzieren. Das stimmt im Prinzip auch. Aber wie sieht es in der Praxis aus? Hier stellt das vergangene Jahr einen interessanten Testfall dar, da fast alle wichtigen Börsen deutliche Verluste erlitten haben. So hat der DAX 2018 rund 18,3 Prozent an Wert verloren. Aktive Aktienfonds haben Anleger dabei in den meisten Fällen nicht vor Verlusten geschützt: Von 57 in Europa aufgelegten Aktienfonds, die das Researchunternehmen Morningstar der Vergleichsgruppe Germany Large-Cap Equity zuordnet, haben 2018 nur 14 besser abgeschnitten als der DAX. Mit anderen Worten: Drei Viertel aller aktiv verwalteten Fonds mit Anlageschwerpunkt deutsche Standardaktien haben im vergangenen Jahr nach Kosten sogar höhere Verluste erwirtschaftet als Indexfonds, die den DAX exakt nachgebildet haben. Eine Studie von Lyxor Asset Management kommt zu einem ähnlichen Ergebnis. Die Analysten der Investmentgesellschaft haben die Performance von knapp 7.000 aktiven europäischen Investmentfonds untersucht, die zusammen ein Vermögen von rund 1,6 Billionen Euro verwalten. Demnach haben 2018 lediglich 27 Prozent aller aktiven Aktienfonds eine bessere Wertentwicklung erzielt als ihre jeweiligen Referenzindizes (Benchmarks).

Auch wenn Sie überzeugt sind, dass Sie mit aktiv gemanagten Fonds Verlustrisiken reduzieren können, gibt es einen weiteren Haken: Die vergangene Entwicklung von Fonds ist kein valider Indikator für deren künftige Performance. Im Voraus ist es sehr schwer einzuschätzen, welche aktiven Fonds geringere Verlustrisiken aufweisen als vergleichbare Indexfonds. Wer dies dennoch versuchen möchte, den wollen wir davon nicht abhalten. Aber denken Sie daran: Dies ist selbst für Finanzprofis eine echte Herausforderung.

Portfolio mit ETFs diversifizieren

Das heißt jedoch nicht, dass Privatanleger den Märkten hilflos ausgeliefert sind. Das Zauberwort heißt Diversifikation: Durch die sinnvolle Zusammenstellung von Portfolios aus verschiedenen Anlageklassen, wie Aktien, Anleihen, Immobilien oder Rohstoffen, lassen sich die Risiken einzelner Märkte im Zaum halten. Und bei der Konstruktion solcher Portfolios bieten Indexfonds klare Vorteile gegenüber klassischen, aktiv gemanagten Investmentfonds. Die Verlustrisiken börsengehandelter Indexfonds (ETFs) lassen sich besser kontrollieren und handhaben als die heterogenen Risiken aktiver Fonds. Nur bei Indexfonds hat man es ausschließlich mit den durchschnittlichen Marktrisiken zu tun, die sich einfach und zeitnah beobachten lassen. Wenn Sie zum Beispiel in einen DAX-ETF investieren, sehen Sie sich einfach den deutschen Leitindex an und Sie wissen, wie sich ihr Investment entwickelt.

Bei aktiven Fonds hingegen kommen mitunter unberechenbare Aktivitäten des Fondsmanagements hinzu. So können durch die spezifische Aktienauswahl Klumpenrisiken im Depot entstehen. Ein Beispiel: Angenommen, Sie haben in Ihrem Portfolio vier aktive Fonds, die weltweit mit unterschiedlichen Anlagestrategien in Aktien investieren. Dabei kann es sein, dass alle vier zur gleichen Zeit verstärkt in japanische Aktien investieren. Hierdurch kann Ihr Portfolio ein Klumpenrisiko aufweisen, ohne dass Sie es bemerken – es sei denn, Sie überprüfen und analysieren ständig die tagesaktuelle Zusammensetzung aller in Ihrem Portfolio enthaltenen Fonds.

Unser Know-how für Ihr Portfolio

Whitebox erstellt für Sie ETF-Portfolios mit dem jeweils passenden Chance-Risiko-Profil. Unser Ansatz basiert auf jahrzehntelanger und mehrfach ausgezeichneter Forschung. Weil wir unsere Portfolios aus Anlageklassen konstruieren, die sich möglichst unabhängig voneinander entwickeln, profitieren unsere Anleger von Diversifikationseffekten und entsprechend verbesserten risikoadjustierten Renditen.

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