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ETF-Vergleich

Salome Preiswerk
8. November 2018

Mit Umsicht und Klarheit zum passenden ETF

Das ETF-Angebot wächst und wächst. Wie können Anleger hier noch den Überblick behalten? Am besten mit handfesten Vergleichskriterien – als Orientierungshilfe und verlässlicher Wegweiser bei der Produktauswahl.

Privatanleger nutzen Exchange Traded Funds (ETFs) immer öfter als kostengünstige, flexible Anlagelösungen für den Vermögensaufbau. Allein in Deutschland können sie aus mehr als 2.000 börsengehandelten Fonds zahlreicher Anbieter wählen. Für einen großen Teil dieser ETFs bieten Direktbanken und andere Kreditinstitute ETF-Sparpläne an, über die man schon mit kleinen, regelmäßigen Sparbeiträgen Vermögen aufbauen kann. Für viele Anleger und Sparer stellt es eine enorme Herausforderung dar, aus der Fülle des Angebotes passende Produkte herauszufiltern. Denn ETF ist nicht gleich ETF, ETF-Sparplan nicht gleich ETF-Sparplan. Die folgenden Kriterien können Ihnen bei der Auswahl helfen.

Unterschiedliche Anlageklassen

Mit ETFs können Sie in ganz unterschiedliche Anlageklassen investieren – neben Aktien und Anleihen beispielsweise in Rohstoffe oder Geldmarktzinssätze. Mittlerweile gibt es auch börsengehandelte Dachfonds, die ihr Fondsvermögen auf unterschiedliche Assetklassen verteilen. Verschiedene Anlageklassen bieten unterschiedliche Renditechancen, weisen aber auch unterschiedliche Risiken auf. So sind Aktien im Allgemeinen riskanter als Anleihen, bieten dafür aber auch größere Renditechancen.

Doch auch unter den Aktien- und Anleihen-ETFs bestehen je nach Anlageschwerpunkt erhebliche Unterschiede im Rendite-Risiko-Profil. Beispielsweise birgt ein ETF, der breit diversifiziert in Standardaktien aus Industrieländern investiert, normalerweise weniger Risiken als ETFs, die in Aktien aus Schwellenländern anlegen oder sich auf einzelne Branchen konzentrieren. ETFs, die ausschließlich in Staatsanleihen aus Industrieländern mit bester Bonität investieren, sind in der Regel weniger riskant als ETFs, die in Unternehmensanleihen oder Anleihen aus Schwellenländern anlegen. Auch hier geht das geringere Risiko mit niedrigeren Renditechancen einher. Welche Anlageklassen für Sie am besten geeignet sind, hängt von verschiedenen individuellen Faktoren ab, zum Beispiel von ihrer Risikobereitschaft, ihren Anlagezielen und ihren bereits vorhandenen Geldanlagen.

Indexfonds und aktive ETFs

Die ersten ETFs waren durchweg Indexfonds, die gut diversifizierte, gängige Aktienmarktindizes abgebildet haben – beispielsweise den S&P 500, den MSCI World, den Euro Stoxx 50 oder den Dax. Später haben Fondsgesellschaften ETFs auf den Markt gebracht, die exotischere Aktienmarktindizes, Branchenindizes und verschiedene Anleihenindizes replizieren.

Mittlerweile gibt es zudem immer mehr ETFs, die verschiedene aktive Anlagestrategien verfolgen und eine bessere Performance in Aussicht stellen als traditionelle Marktindizes. Diese Fonds werden oft mit Etiketten wie „Smart Beta“, „Alternative Beta“ oder „Enhanced Indexing“ vermarktet. Sie haben andere Anlageziele als Indexfonds, die lediglich die durchschnittliche Wertentwicklung repräsentativer Marktindizes erzielen wollen.

Für die Auswahl von Indexfonds sind andere Faktoren wichtig als für die Auswahl aktiver ETFs. Wenn Sie unterschiedliche Indexfonds miteinander vergleichen, sollten Sie vor allem darauf achten, wie genau diese die Wertentwicklung des zu Grunde liegenden Index in der Vergangenheit abgebildet haben. Für den Vergleich aktiver ETFs sind detaillierte Analysen der Wertentwicklung und der Risiken dieser Fonds sinnvoll.

Physisch und synthetisch replizierende ETFs

Börsengehandelte Indexfonds nutzen zwei unterschiedliche Methoden, um Wertpapierindizes abzubilden: die physische und die synthetische Replikation. Bei der physischen Methode investieren die ETFs direkt in die im Index enthaltenen Wertpapiere. Dabei können sie einen Index exakt (vollständige Replikation) oder über eine repräsentative Auswahl von Aktien (Sampling) nachbilden. Bei der synthetischen Variante beruht die Wertentwicklung des ETF auf einem sogenannten Swap, einen Austausch von Zahlungsströmen mit einem anderen Finanzinstitut, meist einer Investmentbank. Letztendlich liefert der Swap-Partner dem ETF dabei Zahlungen, die den Wertentwicklungen des abgebildeten Index entsprechen. Beide Methoden haben spezifische Nachteile: Die physische Replikation ist häufig relativ aufwendig und teuer, bei der synthetischen Replikation besteht das Risiko einer Insolvenz des Swap-Partners (Kontrahentenrisiko).

Größe ist oft ein Vorteil

Kleine ETFs bergen das Risiko, dass ihr Emittent sie irgendwann auflöst, weil sie sich für ihn nicht rentieren. Vor allem bei physisch replizierenden Indexfonds ist ein großes Fondsvermögen eine wichtige Voraussetzung dafür, die Portfolios der ETFs kostengünstig verwalten zu können. Im stark fragmentierten europäischen Markt ist es zudem wahrscheinlich, dass einige kleinere ETF-Anbieter von größeren Konkurrenten geschluckt und von der Bildfläche verschwinden werden. Für Anleger, die sich mit solchen Entwicklungen nicht auseinandersetzen möchten, kann es daher sinnvoll sein, in große ETFs der führenden Anbieter zu investieren. Die wichtigsten ETF-Anbieter in Europa sind Blackrock mit der Marke iShares, Xtrackers (ETF-Tochtergesellschaft der Deutschen Bank), Lyxor (Tochtergesellschaft der französischen Bank Société Générale), der französische Vermögensverwalter Amundi, die Schweizer UBS und die US-Fondsgesellschaft Vanguard.

Die Kosten von ETFs

In den Medien ist oft zu lesen, dass ETFs eine (sehr) preisgünstige Alternative zu traditionellen Investmentfonds darstellen. Diese Aussage trifft heute jedoch nur mit Einschränkungen zu. Tatsächlich liegen die Verwaltungsgebühren börsengehandelter Indexfonds meist deutlich unter den Gebühren traditioneller Fonds mit den gleichen Anlageschwerpunkten. Dabei sind Indexfonds, die exotische Indizes mit wenig liquiden Wertpapieren nachbilden, normalerweise teurer als ETFs, die populäre Marktindizes aus Industrieländern abbilden. Die Kostenvorteile von Indexfonds haben einen einfachen Grund: Sie benötigen keine Ressourcen für ein aktives Management, das eine bessere Performance erwirtschaften soll als der Index. Aus diesem Grund wundert es nicht, dass aktive ETFs meist deutlich teurer sind als Produkte, die etablierte Marktindizes abbilden.

Für Anleger kommen noch Kosten hinzu, die sich aus dem Kauf und der Verwaltung der Fonds im eigenen Depot ergeben. Bei klassischen Fonds spielen insbesondere die Vertriebskosten eine wichtige Rolle: Anleger müssen meist Ausgabeaufschläge zahlen und die Fonds führen darüber hinaus einen Teil ihrer regelmäßig einbehaltenen Verwaltungsgebühren an ihre Vertriebspartner ab. Da der Handel über die Börse in vielen Fällen günstiger ist, bieten ETFs auch in dieser Beziehung einen Kostenvorteil.

Ausschüttende und thesaurierende ETFs Ausschüttende ETFs schütten erhaltene Dividenden und Zinszahlungen an ihre Anleger aus. Thesaurierende ETFs legen diese Erträge dagegen für die Anteilseigner in neue Fondsanteile an, so dass sich ein Zinseszinseffekt ergibt. In beiden Fällen unterliegen die Erträge der Abgeltungssteuer. Welche Variante für Sie sinnvoller ist, hängt davon ab, ob Sie regelmäßige Ertragsausschüttungen wünschen oder benötigen. Sollte das nicht der Fall sein, bietet der Zinseszinseffekt thesaurierender Fonds langfristig orientierten Anlegern in der Regel einen geldwerten Vorteil.

ETF-Währungen und Währungsrisiko

Mit ETFs können Sie weltweit in ganz unterschiedliche Märkte investieren. Das ist sinnvoll, weil eine durchdachte internationale Streuung der Anlagegelder die Rendite-Risiko-Eigenschaften eines Wertpapierportfolios verbessert. Allerdings sollten Sie bedenken, dass sie bei einer internationalen Diversifizierung einen Teil ihres Vermögens in ETFs investieren, die in anderen Währungen als dem Euro aufgelegt sind, beispielsweise in US-Dollar. Hierdurch ergeben sich zusätzliche Chancen und Risiken, weil Währungskursschwankungen den Wert dieser Fonds beeinflussen. Manche Fondsgesellschaften bieten Euro-Investoren in Fremdwährungen aufgelegte ETFs mit einer Währungskursabsicherung (Währungs-Hedge) an.

Lieber deutsche oder Luxemburger ETFs?

ETFs werden in unterschiedlichen Ländern aufgelegt – in der EU häufig in Luxemburg oder Irland. Wichtig ist: Alle an deutschen Börsen gehandelten ETFs werden gemäß einer in der gesamten EU verbindlichen Richtlinie aufgelegt und reguliert, dem sogenannten „Organismus für gemeinsame Anlagen in Wertpapieren“, auch kurz als OGAW oder (englisch) UCITS bezeichnet. Für Anleger ist es daher nicht relevant, ob ein ETF in Deutschland, Luxemburg, Irland oder einem anderen EU-Staat aufgelegt wurde:

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