Geldanlage für Ältere: Das müssen Sie beachten

Geschrieben von Whitebox-Redaktion
23. Mai 2022
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      „Kaufen Sie Aktien, nehmen Sie Schlaftabletten und schauen Sie die Papiere nicht mehr an. Nach vielen Jahren werden Sie sehen: Sie sind reich.“ Dieses Zitat der Börsenlegende Andre Kostolany beschreibt in zugespitzter Form eine eiserne Regel am Kapitalmarkt: Man muss nur lange genug investiert sein, dann kommt die Rendite fast von alleine. Was aber, wenn man nicht 10 oder 15 Jahre Zeit hat – zum Beispiel, weil der Ruhestand bevorsteht und man das Geld für die Absicherung im Alter benötigt? Auch dann sind Aktien sinnvoll – es gibt jedoch ein paar Dinge zu beachten.

      Sie gehören zu den geburtenstärksten Jahrgängen überhaupt: Die Generation der „Baby-Boomer“, also der in den 50er bis Mitte der 60er Jahren Geborenen. Sie werden gelegentlich auch „Kinder des Wirtschaftswunders“ genannt, weil sie als Nachkriegsgeneration vom rasanten wirtschaftlichen Aufstieg profitierten. Viele Angehörige dieser Altersgruppe konnte sich im Laufe der Jahre daher ein beträchtliches finanzielles Polster aufbauen.

      Die jüngsten Angehörigen dieser Generation sind jetzt um die 60 Jahre alt. Spätestens mit dem Eintritt in den Ruhestand stellt sich damit die Frage: Was tue ich mit meinem über die Jahre aufgebautem Vermögen?

      Risiko reduzieren, ohne auf Rendite zu verzichten

      Klar ist: Geldanlegen mit 60 oder 70 Jahren ist anders als Geldanlegen mit 20 oder 30. Um eine Immobilienfinanzierung geht es in der Regel nicht mehr. Oft sind die Kinder, wenn vorhanden, aus dem Haus, deren Ausbildung oder Studium ist abgeschlossen. So mancher entscheidet sich auch, aus dem zu groß gewordenen Haus auszuziehen, so dass plötzlich höhere Summen zur Verfügung stehen. Gleiches gilt, wenn eine Lebensversicherung fällig wird.

      Doch welche Anlageprodukte sind für die Über-60-Jährigen die richtigen? Bei der Beantwortung dieser Frage hilft das sogenannte „magische Dreieck der Geldanlage“ mit den Eckpunkten Sicherheit, Liquidität und Rendite. Wie genau dieses aussieht, haben wir vor kurzem hier im Magazin erläutert.

      Bezüglich der Anlagedauer empfiehlt sich für ältere Anleger eine möglichst kurze Bindung. Denn das Risiko, dass es plötzlich zu unvorhergesehenen Ausgaben kommt, steigt mit zunehmendem Alter an. Daher ist es wichtig, sich ein finanzielles Polster zu schaffen, auf das man bei Bedarf kurzfristig zugreifen kann.

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      Es kann daher ratsam sein, das Risiko der Geldanlage etwas zurückzufahren. Ganz risikolos muss es aber nicht sein – das ginge heute mit Verzicht auf Rendite bzw. sogar realem Wertverlust einher. Denn selbst bei einer moderaten Inflation von 2 Prozent im Jahr ist ein unverzinstes Guthaben von 100.000 Euro nach 15 Jahren nur noch 74.000 Euro wert, bei 3 Prozent sogar nur noch 64.000 Euro.

      An Wertpapieren führt kein Weg vorbei

      Die Kernbotschaft des Anlegens lautet für Alt wie Jung: breit streuen über Anlageklassen, Regionen und Branchen hinweg und auch auf die Kosten achten. Darüber hinaus empfiehlt es sich, einen Notfallpuffer für unvorhergesehene Ausgaben anzulegen, in der Regel in Höhe von drei Monatsausgaben. Dieser Notfallpuffer muss in erster Linie schnell verfügbar sein, etwa auf dem Tagesgeld- oder Girokonto. Um Rendite geht es hier nicht. Zu beachten sind aber eventuelle Strafzinsen, die von immer mehr Banken und Sparkassen erhoben werden. Um diese zu umgehen, sollte das Geld zur Not auf mehrere Institute verteilt werden.

      Für den rendite- bzw. werterhaltorientierten Teil der Anlage ist ein gut strukturiertes Depot eine gute Wahl: mit einem Aktienanteil, einem Anleiheanteil, eventuell noch einem kleineren Anteil an Rohstoffen und Immobilienanlagen, umgesetzt mit kostengünstigen ETFs.

      Aktien müssen kein Tabu sein – auch mit 60 oder 70 Jahren nicht. Denn eines bleibt über alle Altersklassen hinweg gleich: An Wertpapieren führt kein Weg vorbei. Je älter man wird, desto wichtiger ist jedoch eine gut durchdachte, diversifizierte Anlage, die sich an den individuellen Bedürfnissen und Zielen orientiert. Wer sich darum nicht selber kümmern kann oder möchte, für den kann eine digitale Vermögensverwaltung eine gute Lösung sein.