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Gold als Anlage - Wie Sie richtig in Gold investieren

Gold als Anlage - Wie Sie richtig in Gold investieren

Geschrieben von Salome Preiswerk
11. Dezember 2019
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Inhaltsverzeichnis

      Das gelbe Metall ist bei Anlegern umstritten. Während die einen es in Krisenzeiten als sicheren Hafen zu schätzen wissen, monieren die anderen, dass Goldinvestments keine Zinsen abwerfen. Die Wahrheit liegt – wie so oft – in der Mitte: Wie Sie mit dem Rohstoff Ihr Portfolio diversifizieren können. 

      Gold – kein anderes Metall hat die Menschheit je so fasziniert. Mit ihm wurden Götter verehrt, seinetwegen wurden Kriege geführt. Seit mehr als 5.000 Jahren wird Gold bearbeitet und seit 2.500 Jahren zu Münzen verarbeitet. Für die Anziehungskraft gibt es auch heute noch gute Gründe. Der Rohstoff ist selten und ein Inbegriff für Sicherheit und Wertbeständigkeit.

      Das Edelmetall ist in den vergangenen beiden Jahrzehnten neben den klassischen Anlageklassen Aktien, Anleihen und Immobilien bei vielen Investoren in den Fokus gerückt. Ein Grund dafür ist der zum Teil rasante Preisanstieg nach der Jahrtausendwende. Ende 2000 notierte eine Feinunze (31,1 Gramm) bei 275 US-Dollar. Anschließend kannte der Kurs die nächsten elf Jahre eigentlich nur eine Richtung: aufwärts. Seinen Rekordstand erreichte Gold Anfang September 2011 mit einem Allzeithoch bei rund 1.920 Dollar. Seitdem ist es an den Märkten zu Kurskorrekturen gekommen. Aktuell notiert das Edelmetall bei rund 1.500 Dollar. (Stand: 4.12.2019)

      Finanzkrise als Preisbeschleuniger

      Die physische Nachfrage nach Goldbarren und Goldmünzen war seit dem Ausbruch der globalen Finanzkrise 2008 und der Staatsschuldenkrise im Euroraum hoch. In den Jahren zuvor hatte insbesondere der enorme Bedarf der beiden bevölkerungsreichsten Ländern der Welt, China und Indien, die Preise steigen lassen. Darüber hinaus wurde das Edelmetall seit der Einführung von börsengehandelten Indexfonds (Exchange Traded Funds, kurz: ETFs) sowie börsengehandelter Rohstoffe (Exchange Traded Commodities, kurz: ETC) mit physischer Hinterlegung immer öfter als Vehikel zur Wertsicherung genutzt. Hinzu kam der Umstand, dass Notenbanken seit 2009 verstärkt als Käufer am Markt auftraten. Dies gilt vor allem für Schwellenländer, von denen einige ihre Goldreserven aufgestockt haben, etwa in China, Russland und Indien. So ist es kein Wunder, dass die Goldnachfrage erheblich gestiegen ist. Ein Teil des Bedarfs stammt zudem aus der Schmuckindustrie. In kleinerem Umfang wird das Metall auch in der Elektroindustrie und in der Zahnmedizin verwendet.

      Gold als sicherer Hafen

      Auch wenn sich die Preise für Gold täglich ändern, gilt das gelbe Metall als „wertbeständig“ und als „sicherer Hafen“, den Investoren besonders gern in Zeiten der Geldentwertung und in Finanzkrisen ansteuern. Was macht das gelbe Metall so kostbar? Gold ist selten. Das Edelmetall, das bislang alle Goldminen der Welt seit der Antike förderten, würde gerade mal in einen Würfel mit einer Kantenlänge von 21 Metern passen. Die Lobbyorganisation der Goldindustrie World Gold Council (WGC) beziffert Ende 2018 die Summe der jemals auf der Erde geförderten Goldmenge auf rund 193.000 Tonnen. Dies ist die Menge Gold, die seit Anbeginn menschlicher Aufzeichnungen bis dahin weltweit gefördert wurde. Nicht mehr und nicht weniger.

      Ein guter Grund, sich diesen Rohstoff ins Depot zu legen, ist die Diversifikationsmöglichkeit. Da der Goldpreis sich grundsätzlich unabhängig von Aktien, Anleihen und Immobilien entwickelt, kann das Edelmetall das Portfolio stabilisieren. Etwa dann, wenn die Aktienmärkte einbrechen.

      Dollar und Zinsen als Preisfaktoren

      Es lohnt sich ein kurzer Blick auf zwei wichtige Marktfaktoren, die den Kurs des Metalls grundsätzlich bewegen. Interessant ist zum Beispiel, dass sich der Goldpreis in der Vergangenheit häufig exakt gegenläufig zum US-Dollar entwickelt hat. Gewann der Dollar gegenüber anderen Währungen an Wert, verlor der Goldpreis in annähernd gleichem Maße – und umgekehrt. Der Hintergrund: Gold notiert in Dollar. Ein schwacher Greenback kann den Goldpreis nach oben treiben, weil der schwache Dollar zu einer größeren Kaufkraft in Nicht-Dollar-Ländern führt. Im Umkehrschluss kann ein starker Dollar den Wert des Edelmetalls durch die sinkende Nachfrage drücken. Für Goldanleger außerhalb des Dollarraums ist der Währungseffekt noch in anderer Hinsicht von Interesse. Für Investoren aus der Eurozone gilt: Steigt der Greenback gegenüber dem Euro, kommt es zu Währungsgewinnen. Verliert hingegen der Dollar gegenüber der europäischen Gemeinschaftswährung an Boden, erleiden Anleger Währungsverluste. Ein anderer wichtiger Preisfaktor ist das allgemeine Zinsniveau. Wer in Gold investiert, erhält keine Zinszahlungen. Steigt etwa das Zinsniveau, können festverzinsliche Investments attraktiver sein als Gold. Dies drückt den Goldpreis. Das Prinzip gilt auch umgekehrt: Fallende Zinsen treiben grundsätzlich den Goldkurs.

      Gold als Anlagevehikel

      Die Frage, ob Gold als Geldanlage per se als gut oder schlecht zu bewerten ist, lässt sich nicht pauschal beantworten. Einerseits heben die Befürworter des Metalls den „sicheren Hafen“ hervor. Denn es gilt als krisensicher. Anders als etwa Papier- oder Buchgeld ist es etwas Handfestes, das einen realen Wert hat. Außerdem kann man Gold nicht beliebig vermehren, wie es bei Papiergeld der Fall ist. Goldkritiker verweisen hingegen insbesondere auf die sogenannten Opportunitätskosten des gelben Metalls. Damit sind die entgangenen Erlöse gemeint, die Anleger bei Zinsanlagen erhalten. Opportunitätskosten gibt es übrigens auch im Vergleich zu Aktien, bei denen grundsätzlich die Möglichkeit besteht, regelmäßige Ertragszahlungen in Form von Dividenden zu bekommen.

      Experten empfehlen oft, Gold ins Depot „beizumischen“. Das heißt, der Anteil des Portfolios sollte gegenüber klassischen Assets wie Aktien und Anleihen gering sein und beispielsweise fünf Prozent im Gesamtportfolio betragen. Das Metall kann vor allem in Krisenzeiten und in Niedrigzinsphasen das Depot stabilisieren. Mit „Krisen“ sind nicht nur wirtschaftliche Krisen gemeint, sondern etwa auch handelspolitische Konflikte wie zum Beispiel der Handelsstreit zwischen den USA und China oder geopolitische Gefahren wie drohende oder existierende Kriege. Ein Nachteil ist die vergleichsweise hohe Volatilität des Metalls. Anleger, die sich Gold ins Depot legen, nehmen in Kauf, dass die Preise des Metalls stärker schwanken können als bei anderen Anlageklassen.

      Gold diversifiziert das Portfolio

      Das wichtigste Argument dafür, sein Depot mit Gold zu bestücken, ist: Gold korreliert kaum mit Aktien. Beide Anlageklassen entwickeln sich also weitestgehend unabhängig voneinander. Dadurch können Sie als Anleger Ihre Anlagerisiken streuen und Ihr Portfolio diversifizieren.

      „Was bringt Gold für ein Gesamtportfolio?“ Unter dieser Überschrift hat sich die Fachzeitschrift „Der Zertifikateberater“ in der Ausgabe November 2019 näher damit beschäftigt, wie sich Gold in der Vergangenheit im Vergleich zu Aktien entwickelt hat. Als Referenz für ein Aktieninvestment wurde der MSCI All Countries (Net Total Return), kurz MSCI ACWI, in US-Dollar herangezogen. Dies ist ein internationaler Aktienindex, der die Wertentwicklung von Unternehmen aus 23 Industrieländern und 26 Schwellenländern abbildet. (Der Index enthält Dividendenzahlungen der Unternehmen – genauer gesagt die Nettodividenden, nach Abzug der Quellensteuer.)

      Untersucht wurde der Zeitraum zwischen dem 31.12.1998 und dem 30.09.2019. Ein Ergebnis ist, dass Gold in Phasen stark fallender Aktienkurse durchaus gewisse Absicherungseigenschaften aufweist. Starke Verluste an den Aktienmärkten wurden vom Goldpreis nicht nachvollzogen. Im Gegenzug konnte Gold in guten Aktienmarktphasen nicht mit der Performance der Aktien mithalten – aber dennoch positive Renditen einfahren. So hat sich die Redaktion extrem negative und extrem positive Aktienmarktphasen von einem Jahr angesehen. Erste Untersuchung: Der MSCI ACWI hat sich bei einer 1-Jahresperformance schlechter als – 10 Prozent entwickelt: Während die durchschnittliche Performance des Index bei – 22,4 Prozent betrug, lag Gold mit 6,7 Prozent im Plus. Zweite Untersuchung: Der MSCI ACWI hat sich bei einer 1-Jahres-Performance besser als + 10 Prozent entwickelt: Während der Aktienindex im Schnitt ein Plus von 19,8 Prozent erzielte, schaffte Gold ein Plus von 10,7 Prozent. Quintessenz: Der Performancevorteil von Gold in schwachen Aktienphasen fiel deutlich höher aus als der Performancenachteil in den Boomphasen der Aktienmärkte.

      Gold federt Aktienkurs-Verluste ab

      Für die Portfolio-Allokation heißt das: Gold kann in schwachen Aktienmarkt-Phasen Verluste deutlich abfedern. Im Gegenzug müssen Anleger in boomenden Aktienmärkten in Kauf nehmen, da das Metall die Performance des Gesamtportfolios bremsen könnte. Diese Erkenntnis bedeutet übrigens nicht, dass sich Gold stets konträr zu den Aktienmärkten entwickelt. Fallende Aktien müssen also nicht unbedingt mit steigenden Goldpreisen einher gehen – und umgekehrt.

      Je nach Marktlage empfiehlt es sich, die Anteile von Gold zu erhöhen oder zu reduzieren. Steigt zum Beispiel das Aktienmarktrisiko (=> Gold als Sicherer Hafen) und sinken die Zinsen (=> Geringere Opportunitätskosten des Goldes), könnte dies ein Grund dafür sein, die Goldposition im Depot aufzustocken. Steigen hingegen die Zinsen und boomt die Wirtschaft, könnte es eine gute Idee sein, den Goldbestand zu verringern.

      Wie Sie Gold kaufen können

      Wenn Sie in Gold investieren möchten, haben Sie dazu verschiedene Möglichkeiten. Die Naheliegendste ist es, bei einem Goldhändler Barren oder Münzen zu kaufen. Allerdings zahlen Sie beim Händler einen Aufpreis. Deswegen liegt der Kaufpreis etwas über dem an der Börse notierten Goldkurses, der sich auf eine Feinunze bezieht. Den aktuellen Goldkurs pro Feinunze finden Sie beispielsweise auf Online-Finanzportalen. Wollen Sie Ihren Schatz zudem im Schließfach aufbewahren, fallen weitere Gebühren an. Kostengünstiger als das Metall physisch zu erwerben sind in der Regel Goldwertpapiere. Zwar entstehen auch hier Kosten, etwa für Order- und Depotgebühren. Diese sind jedoch geringer als die Nebenkosten, die beim Kauf und bei der Verwahrung von Barren und Münzen anfallen.

      Gold-ETCs haben sich seit einigen Jahren bei Investoren etabliert. Die börsengehandelten Wertpapiere bilden die Preisentwicklung des gelben Metalls eins zu eins nach. ETCs sind im Gegensatz zu ETFs rechtlich gesehen kein Sondervermögen. Gold-ETCs sind Schuldverschreibungen, die in der Regel mit Goldbarren als Sicherheit hinterlegt werden.

      Auch wir bei Whitebox setzen Gold-ETCs ein, um die Portfolios unserer Kunden zu diversifizieren. Diese Finanzinstrumente sind kostengünstig und flexibel, da sie an der Börse handelbar sind. Das gelbe Metall eignet sich unserer Auffassung nach für die Depotbeimischung. In der Regel liegt der Anteil im Gesamtportfolio unter zehn Prozent. Ob und mit welcher Gewichtung wir Gold ins Portfolio aufnehmen, hängt stets auch von der aktuellen Marktsituation ab. Wenn wir zum Beispiel feststellen, dass die Risikoeigenschaften beider Anlageklassen ähnlich sind und sich beide Assets im Gleichklang bewegen, dann halten wir es für sinnvoll, Goldpositionen zu veräußern. Stattdessen könnten sich etwa Anleihen aus Industrieländern besser zur Portfolio-Diversifikation eignen, da diese langfristig sehr geringe bis negative Korrelationen mit Aktien aufweisen.

      Gold für Ihr Portfolio

      Gold gehört grundsätzlich zu unserem Anlagespektrum. Wie andere Portfoliokomponenten auch überprüfen wir, ob es aktuell positiv zur Diversifikation beitragen kann. Ob und in welchem Umfang das Metall zu Ihrem persönlichen Anlageportfolio passt, können Sie bei uns erfahren, indem Sie Ihr Rendite-Risiko-Profil auf unserer Website eingeben. Anschließend erstellen wir Ihnen auf unserem Portal einen Vorschlag für ein Portfolio. Anhand von Grafiken und Kennzahlen sehen Sie im Detail, wie Ihr Portfolio bei Whitebox aussehen könnte.

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