Corona-Update:  >> Jetzt Einstiegschancen nutzen! Beachten Sie auch unsere >> aktualisierten FAQs

Jetzt anlegen
Menu
Jetzt anlegen
Anleihen kaufen: Eine Sache für Experten | Whitebox

Anleihen kaufen: Eine Sache für Experten

Geschrieben von Whitebox-Redaktion
11. März 2020
Inhaltsübersicht einblenden
Inhaltsübersicht ausblenden

Inhaltsverzeichnis

      Auch wenn Anleihen derzeit kaum Zinsen abwerfen, sollten Sie in Ihrem Portfolio nicht ganz darauf verzichten. Mit ihrem defensiven Anlagecharakter bilden sie einen Gegenpol zu schwankungsanfälligen Aktien. Doch bei der Auswahl und beim Kauf gibt es einige Punkte zu beachten.

      Sie wollen Anleihen kaufen? Dann ist es am einfachsten, zunächst bei Ihrer depotführenden Bank anzufragen. Die meisten Kreditinstitute begeben laufend selbst Anleihen oder übernehmen Tranchen von Neuemissionen, die sie dann ihren Kunden anbieten. Häufig allerdings ist die hauseigene Auswahl begrenzt. Sinnvoll ist daher gleichzeitig ein Blick an die Börse. Viele Anleihen werden, nachdem sie aufgelegt wurden, am Kapitalmarkt gelistet.

      Davon ausgenommen sind vor allem Bundesanleihen und viele andere sichere Staatsanleihen. Allerdings sind ihre Renditen seit geraumer Zeit ins Negative gerutscht. Da ist es kaum ein Trost, dass Sie sich bei diesen erstklassigen Schuldnern keine Gedanken darüber machen müssen, dass die laufenden Zinsen und die Rückzahlung des Anleihebetrags bei Fälligkeit gewährleistet sind.

      Nennwert ist nicht gleich Kurswert

      Wenn es doch Zinsen bei sicheren Anleihen gibt, fragen Sie sich vielleicht: Wie kann die Rendite negativ sein? Das hängt mit einer Besonderheit von festverzinslichen Wertpapieren zusammen: Anders als Aktien werden Schuldverschreibungen an der Börse in Prozent vom Nennwert gehandelt. Der Nennwert ist der Schuldbetrag, der laufend verzinst und zu dem das Papier am Ende eingelöst wird. Bringt ein Emittent eine Anleihe zu 100 Prozent an den Markt – emittiert sie zu „pari“, wie es im Fachjargon heißt –, bedeutet das: Die Emissionsrendite entspricht dem jährlich vereinbarten Zinssatz. Bei den meisten Bundesanleihen, die zuletzt herausgegeben wurden, lag der Zinskupon bei 0,5 Prozent. Der Trick des Finanzministers, die Rendite unter die Nulllinie zu drücken: Die Papiere hat er zu Kursen weit über pari an die Anleger verkauft. Für den Käufer ergibt sich dadurch bei der Rückzahlung zum Nennwert ein Verlust gegenüber seinem ursprünglichen Kapitaleinsatz. Der ist derzeit höher als die Summe der über die Jahre hinweg aufgelaufenen Zinszahlungen. Denkbar ist natürlich auch der umgekehrte Fall: Wird eine Anleihe zu einem Kurswert unter pari ausgegeben und der Anleger hält das Papier bis zur Rückzahlung, kassiert er einen Kursgewinn. Seine effektive Rendite fällt dadurch höher aus als es dem reinen Kupon entspricht.

      Startet eine Anleihe in den Handel, verändert sich der Kurs vor allem in Abhängigkeit von der Entwicklung des allgemeinen Zinsniveaus. Auch hier gibt es eine Besonderheit zu beachten: Marktzinsen und Kurse entwickeln sich gegenläufig zueinander. Dafür gibt es eine logische Erklärung. Sinkt zum Beispiel das Marktzinsniveau, werden bereits laufende Anleihen aufgrund ihrer höheren Verzinsung „wertvoller“. Die Nachfrage danach steigt, die Kurse legen zu. Gegenläufig dazu verlieren bereits ausgegebene Schuldverschreibungen an Wert, wenn die Zinsen ansteigen – und zwar umso mehr, je länger sie noch laufen. Dieses Zinsänderungsrisiko können Sie vernachlässigen, wenn sie ihre Papiere bis zur Fälligkeit halten. Denn dann werden sie zum Nennbetrag eingelöst.

      Auf Besonderheiten achten

      Die Quintessenz daraus ist: Wenn Sie Anleihen kaufen wollen, dürfen Sie nicht allein auf den nominellen Zinssatz des Papiers schauen. Sie müssen auch den Kauf- beziehungsweise Ausgabekurs im Auge haben. Nur so können Sie abschätzen, wie groß Ihre Rendite effektiv ist. Zahlreiche Rentenrechner im Netz helfen Ihnen dabei. Da Anleihen wie bei einer Rente regelmäßig wiederkehrende Zahlungen abwerfen, werden sie auch als Rentenpapiere bezeichnet. Eine einfache, schnelle Daumenregel ist: Kupon plus/minus (Rückzahlungsgewinne/-verlust geteilt durch die Restlaufzeit in Jahren). Unter Umständen gibt es in diesem Zusammenhang jedoch Besonderheiten bei den Ausstattungsmerkmalen zu beachten. So ist zum Beispiel der Zinssatz bei einigen Anleihen nicht über die gesamte Laufzeit hinweg festgeschrieben, sondern wird variabel in regelmäßigen Abständen an einen Basiszinssatz oder die Inflationsrate angepasst. Mitunter gibt es auch mehr als einen Zinstermin pro Jahr oder Zins und Zinseszins werden über die Laufzeit angesammelt und bei Fälligkeit in einer Summe ausgeschüttet.

      Zinssatz ist ein Risikomaßstab

      Nicht zu vernachlässigen bei der Ertragsrechnung sind die Kaufkosten. Provision, gegebenenfalls Courtage, Order- und mitunter Einlösegebühr erreichen je nach ausführender Bank einen Wert, mit dem der Zinskupon eines Jahres beim derzeit niedrigen Zinsniveau unter Umständen bereits aufgezehrt ist. Fragt sich also, wo Sie Anleihen kaufen können, die deutlich positive Zinsen abwerfen. Eine Alternative zu sicheren Staatspapieren sind Unternehmensanleihen und Zinspapiere von Banken. Bei den Schuldverschreibungen großer, weltweit tätiger Konzerne ist derzeit aber kaum mehr zu holen als mit Bundeswertpapieren. Höhere Sätze zahlen eher kleinere, weniger bekannte Unternehmen. Dazu sollten Sie wissen: Neben der Laufzeit und dem allgemeinen Zinsniveau bestimmt die Bonität des Schuldners die Verzinsung einer Anleihe. Je größer die Bedenken in Sachen Solvenz, desto höhere Zinsen muss ein Schuldner den Anlegern zahlen, damit sie seine Papiere abnehmen. Der Aufschlag gegenüber sicheren Staatsanleihen, der so genannte Spread, ist eine Art Risikoprämie

      Die Bonität ist entscheidend

      Ratingnoten von den Kreditagenturen helfen Ihnen dabei, die Finanzstärke eines Schuldners beurteilen zu können und das Risiko eines Zahlungsausfalls einzuschätzen. Die Bestnote „AAA“ signalisiert eine überdurchschnittlich hohe Schuldnerqualität. Ein „C“ oder „D“ bedeutet: Es gibt erhebliche Zweifel, dass der Emittent seinen Anleiheschulden nachkommen kann, erste Zahlungen sind mitunter bereits ausgefallen. Das Rating für einzelne Anleihen steigt, wenn der Emittent den Anleihegläubigern zusätzliche Sicherheiten einräumt. Hypothekenanleihen und Pfandbriefe zum Beispiel sind zusätzlich mit Grundschulden besichert.

      Wenn Sie bei der Bonität des Emittenten keine Abstriche machen, aber dennoch höhere Renditen „einkaufen“ wollen, sind Fremdwährungsanleihen eine überlegenswerte Möglichkeit. In vielen wichtigen Wirtschaftsräumen wie etwa den USA, Kanada und Australien ist das allgemeine Zinsniveau deutlich höher als in der Eurozone. Selbst Schuldner mit erstklassiger Bonität bieten dort zwei bis drei Prozentpunkte mehr als bei vergleichbaren Papieren, die auf Euro lauten. Allerdings: Die Dollar-Kurse schwanken im Verhältnis zum Euro. Läuft der Trend am Devisenmarkt in die falsche Richtung, kann der Zinsvorteil schnell aufgezehrt werden.

      Egal, ob Sie nun in Währungsanleihen investieren oder auf Euro lautende Papiere kaufen: Bevor Sie einen Kaufauftrag erteilen, müssen Sie herausfinden, ob Sie mit Ihrem geplanten Anlagebetrag überhaupt in eine bestimmte Anleihe einsteigen können. Manche Papiere werden nicht an Privatanleger verkauft, weil dafür bestimmte Unterlagen notwendig sind, auf die der Emittent verzichtet. Dazu kommt: Der kleinste Nennwert für einen Handel liegt bei vielen Papieren im fünfstelligen Bereich. 50.000 oder 100.000 Euro sind keine Seltenheit. Eine Erleichterung gibt es allerdings in diesem Zusammenhang: das sogenannte Inkrement. Das ist der Betrag, um den Sie Ihre Order über die Mindeststückelung hinaus beliebig erhöhen können – zum Beispiel auf 12.000 oder 14.000 Euro, wenn der Mindestnennwert 10.000 Euro beträgt und das Inkrement bei 2.000 Euro liegt. Die Höhe des Inkrements legt der Emittent bei der Ausgabe der Anleihe fest..

      Das Portfolio diversifizieren

      Sie merken schon: So einfach ist das gar nicht, ein paar Prozentpunkte mehr am Anleihemarkt einzukaufen, als mit sicheren Bundesanleihen möglich sind. Zumal es auch bei mit Anleihen gilt, ein gut diversifiziertes Portfolio aufzubauen und zu verwalten. Das ist eine Herausforderung. Denn diversifiziert heißt, dass Sie Ihr Geld auf verschiedene Schuldner aus unterschiedlichen Branchen und Regionen und mit unterschiedlicher Bonität und Laufzeiten verteilen.

      Für Privatanleger ist das am einfachsten möglich, indem sie spezielle Fonds oder ETFs kaufen, die in Anleihen investieren. Doch auch dabei müssen Sie sich auskennen, um im übergroßen Angebot ein Produkt zu finden, das zu Ihren eigenen Anlagebedürfnissen passt. Einige Fonds zum Beispiel legen ihre Gelder ausschließlich in langlaufende, sichere Staatsanleihen an, andere konzentrieren sich ganz auf Unternehmensanleihen und mischen unterschiedliche Laufzeiten. Die eigentliche Schwierigkeit indes haben Sie als Anleger damit jedoch nicht gelöst: Angesichts des derzeit niedrigen Zinsniveaus sind die Renditechancen am Anleihemarkt begrenzt. Deutlich höhere Erträge werfen nur Hochzins-Bonds ab. Doch die sind äußerst riskant. 

      Fazit: Wer allein mit Anleihen Erträge erzielen will, die dauerhaft über der Inflationsrate liegen, muss bereit sein, höhere Risiken einzugehen – in vielen Fällen wahrscheinlich mehr, als es der persönlichen Neigung entspricht. Besser ist es daher, auch andere Anlageklassen in sein Portfolio mit aufzunehmen. Eine breite Streuung hat sich bislang als erfolgversprechendstes Rezept dafür erwiesen, die passende Balance zwischen (jeweils vertretbarem) Risiko und der Aussicht auf gute Renditen zu finden..

      Whitebox: Ihr Experte in Sachen Vermögensverwaltung

      Schauen Sie sich doch einmal an, wie Vermögensexperten diese Herausforderung lösen: Machen Sie auf unserer Website doch einmal die Probe aufs Exempel. Erstellen Sie sich mit unseren Tools Ihr eigenes Rendite-Risiko-Profil und schauen Sie sich an, welchen Anlagevorschlag wir Ihnen für Ihr individuelles Portfolio unterbreiten. Dies können Sie ganz unverbindlich tun. Mit Portfoliomanagement kennen wir uns bei Whitebox bestens aus. Unsere Expertise und unser Know-how setzen wir ein zum Vorteil unserer Kunden, indem wir maßgeschneiderte, systematisch gemanagte Investmentlösungen aus einer Hand anbieten. Damit nutzen Sie die Chancen an den Kapitalmärkten und behalten die Anlagerisiken im Griff, ohne Sie sich um die laufende Verwaltung Ihres Geldes kümmern zu müssen. Haben Sie Fragen dazu? Unser Service-Team steht Ihnen gerne zur Verfügung!