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Wie Sie den Zinseszinseffekt an der Börse nutzen können

Der Zinseszinseffekt: Über Euros und Reiskörner

Geschrieben von Whitebox-Redaktion
21. Februar 2020
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Inhaltsverzeichnis

      Geld verdienen ohne zu arbeiten. Das klingt unmöglich? Ist es aber nicht. Lesen und staunen Sie!

      Beim Zinseszins erhalten Anleger Zinszahlungen nicht nur auf das investierte Kapital, sondern auch auf die bereits erhaltenen Zinsen. Um dies zu erreichen, darf der Anleger die Zinsen nicht entnehmen. Denn durch die jährlich erzielten Zinsen erhöht sich der Kapitaleinsatz.

      Als ausgedachte Beispielanleger nehmen wir Holger und Caroline: Beide legen 10.000 Euro zehn Jahre lang in fest verzinsliche Wertpapiere an und erhalten dafür einen jährlichen Zins von zwei Prozent. (Zum besseren Verständnis vernachlässigen wir hier die Inflation, die dafür sorgt, dass das Geld in Zukunft weniger Kaufkraft hat als heute.) Am Ende des ersten Jahres gibt es eine Zinsgutschrift von 200 Euro.

      10.000 Euro für zehn Jahre anlegen

      Holger lässt sich die Zinsen auszahlen. Er bekommt also jedes Jahr 200 Euro. Bei zehn Jahren sind dies insgesamt 2.000 Euro. Caroline hingegen legt ihr Geld mit Zinseszins an. Sie möchte ihr Vermögen über die Jahre hinweg wachsen lassen. Am Ende des ersten Jahres bleiben also 10.200 Euro auf dem Konto. Am Ende des zweiten Jahres erhält sie Zinsen in Höhe von 204 Euro (Zwei Prozent von 10.200 Euro). Per Saldo hat sie nun 10.404 Euro gespart. Nach dem dritten Jahr bekommt Verena 208,08 Euro Zinsen (Zwei Prozent von 10.404 Euro). Unterm Strich hat sie anschließend 10.612,08 Euro. Nach zehn Jahren stehen bei dieser Vorgehensweise unterm Strich 12.211,99 Euro zu Buche. Holger hingegen kommt – wenn er alles zusammenrechnet – auf einen Betrag von 12.000 Euro (10.000 Euro Kapitaleinsatz + 2.000 Euro Zinsen). Caroline hat also gut 200 Euro mehr gespart, ohne einen Cent mehr zu investieren als Holger.

      50.000 Euro für 20 Jahre anlegen

      Auf den ersten Blick könnte man meinen: 200 Euro mehr, das ist über zehn Jahre überschaubar. Aber der Schein trügt. Der Renditeunterschied sieht mit anderen Zahlen schon ganz anders aus. Der Zinseszinseffekt hängt nämlich vor allem von zwei Faktoren ab: Zeit und Kapitaleinsatz. Je größer die beiden Faktoren sind, desto stärker der Effekt. Stellen Sie sich vor, Sie investieren 20 Jahre lang 50.000 Euro in ein Finanzprodukt, das jedes Jahr eine Rendite von fünf Prozent abwirft. Wenn Sie diese fünf Prozent jährlich abzwacken, entnehmen Sie 2.500 Euro pro Jahr. Bei 20 Jahren sind das insgesamt 50.000 Euro Gewinn. Per Saldo kommen also 100.000 Euro zusammen. Die Gesamtrendite liegt bei 100 Prozent.

      Und nun die Rechnung mit dem Zinseszinseffekt: 50.000 Euro Kapitaleinsatz, jedes Jahr fünf Prozent Zinsen, die Sie auf dem Konto liegen lassen, um es wieder neu zu investieren. Nach 20 Jahren haben Sie so rund 135.632 Euro angespart. Das sind 35.632 Euro mehr als ohne Zinseszins! Daraus ergibt sich eine Rendite von 171 Prozent! Je länger Sie also Ihr Geld anlegen und je höher die Anlagesumme ist, desto stärker profitieren Sie vom Zinseszinseffekt.

      Der Zinseszinseffekt bei Fonds

      Nun fragen Sie sich vielleicht: Wo bekomme ich eine jährliche Rendite von fünf Prozent? Dies ist bei einem längeren Anlagezeitraum mit einem Fonds ohne Weiteres möglich, der zum Beispiel in Aktien und Anleihen investiert. Dabei gibt es grundsätzlich zwei Varianten: ausschüttende und thesaurierende Fonds. Bei der ersten Variante erhalten Sie Dividenden und Zinszahlungen der in dem Fonds enthaltenen Vermögenswerte, etwa Aktien und Anleihen, jährlich ausgezahlt. Über diese Erträge können Sie frei verfügen. Bei thesaurierenden Fonds hingegen werden die Erträge jährlich automatisch wieder in den gleichen Fonds reinvestiert (thesauriert). Sie erhalten also keine Ausschüttung. Ihre Strategie dabei ist es, langfristig von der permanenten Wertsteigerung Ihres Vermögens zu profitieren – wie beim Zinseszins.

      Quintessenz: Der Zinseszins-Effekt gilt nicht nur bei Festgeldanlagen oder beim Sparbuch, sondern auch an der Börse, etwa bei Aktien und Anleihen. Im Gegenzug müssen Sie dort allerdings vorübergehende Kursschwankungen aushalten können. Dabei gilt: Je länger der Anlagehorizont, desto weniger fallen temporäre Kursschwankungen ins Gewicht. Die Dividendenzahlungen sollte man bei Aktien nicht unterschätzen. Ein Beispiel dafür ist der DAX, der Ende 1987 mit 1.000 Punkten an den Start ging. Heute notiert der Index, in den die Dividendenzahlungen der in ihm enthaltenden Unternehmen einfließen, bei 13.000 Punkten. Würde er ohne Dividenden berechnet, stünde er bei lediglich knapp 6.000 Punkten. (Stand: 17.12.2019)

      Zinseszins bei ETFs

      Auch bei Whitebox gibt es Portfolios mit ausschüttenden und thesaurierenden Fonds. Genauer gesagt handelt es sich um ETFs. Dies sind börsengehandelte Indexfonds (Exchange Traded Funds), die die Wertenwicklung eines Index nachbilden. Da sie nicht aktiv gemanagt werden müssen, fallen bei ihnen deutlich niedrigere Gebühren an als bei klassischen (aktiv gemanagten) Investmentfonds. Ausschüttende ETFs zahlen erhaltene Dividenden und Zinszahlungen an ihre Anleger aus. Thesaurierende ETFs legen diese Erträge dagegen für die Anteilseigner in neue Fondsanteile an, sodass sich ein Zinseszinseffekt ergibt. Welche Variante für Sie sinnvoller ist, hängt davon ab, ob Sie regelmäßige Ertragsausschüttungen wünschen oder benötigen. Sollte das nicht der Fall sein, ermöglicht der Zinseszinseffekt mit thesaurierenden Fonds bei langfristig ausgerichteten Investments, etwa für die Altersvorsorge, höhere Renditen. Innerhalb des Portfolios kommt es außerdem zu einem thesaurierenden Effekt, weil über Whitebox etwaige Ausschüttungen wieder angelegt werden.

      Exponentielles Wachstum als achtes Weltwunder

      Albert Einstein soll den Zinseszinseffekt übrigens einmal als „achtes Weltwunder“ bezeichnet haben. Tatsächlich sorgt das Resultat auch heute noch für Verwunderung und Erstaunen. Dies liegt daran, dass Menschen das exponentielle Wachstum nicht gewohnt sind. Das Verständnis für das lineare Wachstum wie aus dem Beispiel ohne Zinseszins ist da schon größer. Außerdem unterscheiden sich beide Wachstumsarten am Anfang und mit überschaubaren Anlagesummen noch nicht so stark. Über einen längeren Zeitraum erscheint das exponentielle Wachstum überraschend – obwohl es vorher genau berechenbar ist. Das Phänomen des exponentiellen Wachstums wird in einer bekannten Legende anschaulich erzählt: Ein König will einen seiner Untertanen für eine große Tat belohnen und fragt diesen, was er sich wünsche. Der clevere Untertan sagt, dass er gerne Reiskörner hätte. Die Anzahl solle sich nach einem gewöhnlichen Schachbrett mit 64 Feldern richten. Dabei solle man auf das erste Feld ein Korn legen, auf das zweite Feld zwei Körner, auf das dritte Feld vier Körner, usw. In jedem weiteren Feld sollte sich die Anzahl also verdoppeln. Der König fand den Wunsch amüsant und willigte ein. Die Rechenaufgabe würde lauten: 2 hoch 64 minus 1. Das Ergebnis übersteigt die menschliche Vorstellungskraft: 18.446.744.073.709.551.615 (rund 18,45 Trillionen) Reiskörner müsste der König seinem Untertan am Ende gewähren. Ein Ding der Unmöglichkeit: Diese Menge an Reis würde den gesamten Weltvorrat übersteigen. Mit ihr ließe sich die ganze Erdoberfläche bedecken.

      Wollen Sie mehr zum Thema "Zinseszins" bei ETF-Portfolios wissen oder haben anderweitige Fragen? Wenden Sie sich gerne unsere Experten.