Robo-Advisor | 3 min

Robo-Advisor Test | Welche Kriterien sind entscheidend?

Geschrieben von Salome Preiswerk
20. November 2019
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Inhaltsverzeichnis

      Immer mehr Robo-Advisors drängen auf den Markt. Viele Portale versuchen, sie zu vergleichen. Doch nicht alle Tests sind hilfreich, denn Robo-Advisors funktionieren sehr unterschiedlich. Auf welche Kriterien kann man sich verlassen?

      Robo-Advisors sind längst kein Nischenphänomen mehr. Das Anlagevolumen, das von ihnen verwaltet wird, steigt seit einigen Jahren sprunghaft: 2023 könnten es laut dem Statistik-Portal Statista mehr als 30 Milliarden Euro sein. Viele Vergleichsplattformen oder Medien versuchen deshalb für ihre Leser herauszufinden, welches Angebot das Beste ist. Das ist zwar begrüßenswert, doch häufig ignorieren sie einen wichtigen Fakt: Robo-Advisor ist nicht gleich Robo-Advisor. Wie bei traditionellen Finanzberatern und Fondsmanagern gibt es viele unterschiedliche Konzepte und Strategien. So legen manche Robos das Geld passiv an, andere verwalten es aktiv. Als interessierter Anleger sollten Sie sich im Vorfeld klar machen, welche Kriterien Ihnen wirklich wichtig sind und bei der Auswahl des richtigen digitalen Vermögensverwalters helfen können. Die folgenden vier Punkte können ein guter Startpunkt sein:

      1. Vielfältigkeit und Umfang des Angebots

      Grundsätzlich sollte der Robo-Advisor es Ihnen als Anleger ermöglichen, die Anlagestrategie den eigenen Bedürfnissen anzupassen. Ein Anbieter, der einfach nur einem festen Muster folgt, egal, was der Kunde möchte, kann nicht jeden zufriedenstellen. Der Robo-Advisor sollte unbedingt Ihre Risikobereitschaft berücksichtigen: Welche zwischenzeitlichen Wertschwankungen könnten Sie tolerieren? Damit eng verknüpft ist die Frage nach dem Ziel Ihrer Geldanlage. Geht es darum, kurzfristig Geld anzulegen? Oder soll das Anlagevermögen der Altersvorsorge dienen? Bietet der Anbieter hier ein passgenaues Angebot, in dem er zum Beispiel das Risiko zum Renteneintritt hin automatisch reduziert? Gibt es pro Kunde lediglich ein Portfolio oder kann man für unterschiedliche Anlageziele gleichzeitig mehrere Portfolios mit verschiedenen Rendite-Risiko-Eigenschaften nutzen?
      Außerdem sollten Sie sich als angehender Kunde informieren, welche Anlageklassen der Robo im Angebot hat. Neben Aktien gehören dazu zum Beispiel auch Anleihen, Rohstoffe oder Immobilien. Auch der Grad der Diversifizierung in den angebotenen Portfolios sollte hier ein Kriterium sein.

      2. Performance

      Natürlich geht es bei der Geldanlage – neben der Sicherung des Ersparten – auch darum, das Vermögen zu vermehren. Allerdings sollten Sie sich nicht die bloße Wertentwicklung anschauen, sondern diese immer im Zusammenhang mit den Risiken betrachten, die verschiedene Robo-Advisors in der Vergangenheit eingegangen sind – fachchinesisch spricht man von risikoadjustierter oder risikobereinigter Performance. Suchen Sie dabei stets nach möglichst langen Vergleichszeiträumen. Kurzfristige Vergleiche über ein bis drei Jahre kann man weitestgehend ignorieren. Bei der Recherche vor der Anlageentscheidung sollte sich der Anleger zudem immer klar machen, womit die Performance der Robos verglichen wird: Mit einem traditionellen Mischfonds, mit einem einfachen ETF-Portfolio oder mit anderen Robos?

      Und selbst wenn ausschließlich Robo-Advisors verglichen werden: Immer wieder werfen Portale oder Medien Portfolios mit unterschiedlichen Risikostufen (was sich meist schon im Aktien-Anteil zeigt) in einen Topf oder vertrauen auf die ungeprüften Angaben der Anbieter. Generell gilt: Wer mehr Risiko eingeht, hat auch die Chance auf höhere Renditen. Anleger sollten deshalb nicht allein auf die reine Wertentwicklung in diesen Tests blicken. Eine gute Leistung zeigt sich auch darin, dass keine zu hohen Risiken eingegangen werden.

      3. Service und Qualität

      Nur weil der Finanzberater ein Robo-Advisor ist, möchten die meisten Kunden nicht auf guten Service verzichten. Dementsprechend sollten Sie sich vorher anschauen, welche Leistungen die Anbieter versprechen. Gibt es etwa kompetente Ansprechpartner, an die Sie sich mit Fragen und Problemen wenden können? Wie breit und tief sind das Informationsangebot der Plattform und das Reporting? Letztendlich sollte der Service zu Ihnen persönlich passen, Sie sollten sich mit dem Level der Betreuung und der Informationen, die Sie erhalten, wohl fühlen. Wichtig ist auch Transparenz über die Anlageentscheidungen und Performance der Advisor. Je mehr und detaillierter der Anbieter auflistet, wie er vorgeht, desto besser. Verschwinden Kennzahlen hingegen im Kleingedruckten, dann ist das meist kein gutes Zeichen.

      4. Kosten

      Auch Robo-Advisors arbeiten nicht umsonst. Es gibt verschiedene Kostenpunkte, die sich von Anbieter zu Anbieter unterscheiden. Einige tauchen aber immer wieder auf und sind dementsprechend gut vergleichbar. Zuerst kostet schon die Geldanlage an sich: Eine Anlage in ETFs zum Beispiel kostet ein wenig Verwaltungsgebühr, meist etwa in der Größenordnung von 0,3 Prozent der Anlagesumme. Für die Dienstleistungen des Robo-Advisors kommen noch weitere Gebühren hinzu, die in der Regel zwischen 0,5 und einem Prozent liegen.

      Insgesamt kostet der Robo-Advisor immer einen Aufpreis im Vergleich zu einer Geldanlage, die Sie selbst managen. Entsprechend sollten Sie genau schauen, ob die Leistungen diesen Aufpreis auch rechtfertigen. Erst wenn Sie die Kosten im Verhältnis zum Service sehen, können Sie bewerten, welche Robo-Advisors wirklich günstig sind.

      Fazit:
      Es gibt zahlreiche seriöse Vergleiche von Robo-Advisors, etwa von der Stiftung Warentest: Im letzten Robo-Advisor Test aus Juli 2018 erreichte Whitebox den 2. Platz mit der Note GUT (2,4). Interessierte Anleger sollten sich die Tests aber genau ansehen – häufig werden Äpfel mit Birnen verglichen. Je klarer Anleger wissen, welche Kriterien ihnen wichtig sind, desto besser können sie Testergebnisse einschätzen oder eigene Vergleiche vornehmen – und das kann am Ende bares Geld wert sein.

      Für mehr Informationen zum Thema, besuchen Sie unsere Robo-Advisor Themenseite.