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Wiki | Robo-Advisor | 3 min

Robo-Advisor – smarte digitale Vermögensverwaltung

Geschrieben von Salome Preiswerk
22. November 2019
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Inhaltsverzeichnis

      Vermögensverwaltung ist eine Finanzdienstleistung, die sich normalerweise erst bei größeren Vermögen rechnet. Im digitalen Zeitalter gilt dies allerdings nicht länger, denn ein Robo-Advisor macht Vermögensverwaltung für fast jeden Anleger interessant – vielleicht auch für Sie. Was ein Robo-Advisor ist, wie digitale Vermögensverwaltung funktioniert und welche Vorteile Sie davon haben, erfahren Sie hier.

      Robo-Advisors – darum geht es!

      „Robo-Advisor“ ist ein Kunstwort – zusammengesetzt aus den englischen Worten „Robot” (Roboter) und „Advisor” (Berater). Ein „Robo-Advisor” bietet einen digitalen Prozess an, der zu einem Anlagevorschlag führt – in der Regel in Form eines Wertpapierportfolios.

      An die Stelle eines persönlichen Beraters tritt ein intelligentes System, das, entsprechend angestoßen, automatisch agiert – daher „Robo“. Das System folgt den gleichen methodischen Regeln wie es ein Berater „aus Fleisch und Blut“ tun würde – daher „Advisor“. Grundsätzlich gilt: Das Portfoliomanagement eines Robo-Advisors unterscheidet sich nicht von dem eines analogen Vermögensverwalters.

      Wichtige Unterschiede liegen jedoch in der Standardisierung bestimmter Leistungen und der Digitalisierung von Prozessen. Dadurch ist es möglich, hochwertige Dienstleistungen zu geringeren Kosten als bisher anzubieten. Die Mindestanlagesummen sind deutlich geringer als bei klassischen Vermögensverwaltern. Robo-Advisors tragen damit dazu bei, die Geldverwaltung zu „demokratisieren“.

      Robo-Advisors sparen Kunden zudem Zeit und Anfahrtswege: Weil der Anlage- und Antragsprozesses digitalisiert ist, kann ein Kunde alles am heimischen Computer erledigen und muss nicht in eine Filiale fahren. Auch die Legitimierung kann unkompliziert per Video-Chat erledigt werden.

      Aber: Eine allgemeingültige Definition gibt es nicht. In den Medien werden „Robo-Advisors“ gerne über einen Kamm geschoren werden. Dabei gibt es große Unterschiede zwischen den Anbietern.

      Wie haben sich Robo-Advisors entwickelt?

      Robo-Advisors gibt es seit gut zehn Jahren. Die ersten Anwendungen gingen ab 2008 in den USA und Großbritannien an den Start. Deutschland und andere Länder zogen später nach. Der Erfolg des Modells hat zu einem wahren Entwicklungsschub geführt. Inzwischen gibt es viele Anbieter. Weltweit soll die Branche 2018 bereits etwa 540 Milliarden US-Dollar verwaltet haben, mehr als doppelt so viel wie im Jahr zuvor.

      Der Markt wird reifer, aber auch undurchsichtiger. Zunehmend mischen auch traditionelle Vermögensverwalter mit. Doch Interessierte sollten genau hinschauen: Nicht alle Anbieter erfüllen das ursprüngliche Versprechen der Robo-Advisors, „gut, günstig, fair und transparent“ zu sein.

      Welche verschiedenen Konzepte gibt es bei Robo-Advisors?

      Normalerweise unterscheidet man zwei Konzepte:

      1. Beratung mit Fonds-Angebot: Zu der jeweiligen Empfehlung werden Investmentfonds oder starre Musterdepots angeboten, die den Anleger-Präferenzen entsprechen. Dem Anwender wird eine passende Produktlösung vorgeschlagen und auch verkauft. Eine aktive Verwaltung der Portfolios findet danach jedoch nicht statt.
      2. Vermögensverwaltung: Der Robo-Advisor ermittelt ein auf die Anleger-Präferenzen abgestelltes Portfolio, das er im Anschluss im Sinne des Anlegers aktiv verwaltet. Der Anwender muss sich nicht selbst um die Anlage kümmern.

      Wie funktioniert die digitale Vermögens-verwaltung?

      Zu Beginn muss der Kunde eine Reihe von Fragen beantworten, zum Beispiel zu den persönlichen finanziellen Verhältnissen, Anlagezielen, der Risikobereitschaft oder Kenntnissen und Erfahrungen mit Wertpapieren. Es geht darum, Anlagebetrag, Anlagehorizont sowie die Einstellung zu Rendite und Risiko zu ermitteln. Der Anlage- und Antragsprozess wird mit der Legitimation per Video und der (meist vollautomatischen) Antragserstellung abgeschlossen.

      Der Robo-Advisor wertet die Angaben aus und macht einen Anlagevorschlag: ein Portfolio aus unterschiedlichen Anlageklassen wie Aktien oder Anleihen, das zu den Anleger-Vorstellungen passt. Der Robo-Advisor und seine Partner-Bank eröffnen dann im Namen des Kunden ein Depot. Der Robo-Advisor erteilt der Bank den Auftrag, die Anlagestrategie umzusetzen. Bei Bedarf nimmt er Anpassungen an der Portfoliostruktur vor, indem er zum Beispiel den Anteil an einer Anlageklasse erhöht. Der Kunde behält jederzeit alles im Blick: Er kann die Entwicklung seines Portfolios verfolgen (wie detailliert, hängt allerdings vom jeweiligen Robo-Advisor ab) und seine Präferenzen ändern. Erlöse aus Zinseinnahmen oder Dividenden fließen auf das Konto des Kunden.

      Welche Kosten fallen an?

      Verglichen mit traditionellen Anbietern kann ein Robo-Advisor Geld zu einem Bruchteil der üblichen Kosten verwalten. Das hat eine Reihe von Gründen: Digitalisierung und Automatisierung, aber auch der Verzicht auf ein Filialnetz. Diese Ersparnis sollte an den Kunden weitergereicht werden. Zudem wird auch bei den eingesetzten Produkten aufs Geld geachtet: Die meisten Robos nutzen kostengünstige, börsengehandelte Indexfonds, sogenannte Exchange Traded Funds (ETFs). Und das heißt unterm Strich: Robo-Advisors bieten eine Vermögensverwaltung oft zu einer Gebühr von rund einem Prozent der verwalteten Summe an – einschließlich der Kosten für die Produkte und die Partner-Bank. Bei höheren Anlagesummen sinken die Gebühren in der Regel deutlich.

      Welche Vorteile bieten Robo-Advisors?

      Ein Robo-Advisor bietet die Möglichkeit, Geld mit System anzulegen und gezielt Vermögen zu bilden: günstig, fair, transparent, einfach und bereits ab wenigen Tausend Euro Anlagevermögen.

      Ein guter Robo-Advisor punktet auf verschiedenen Ebenen:

      1. Qualität: Ein Robo realisiert mit seinem Portfoliomanagement langfristig für den Kunden einen Mehrwert. Die Qualität zeigt sich aber auch an der Breite und Tiefe des Informationsangebots der Plattform, dem Reporting und dem Kundenservice.
      2. Kosten: Robo-Advisors bieten ihre Dienstleistung zu deutlich niedrigeren Gebühren an als traditionelle Vermögensverwalter oder Banken.
      3. Fairness- und Transparenz: Seien es Kosten, Risiken, reale Rendite oder die Frage, wie und mit welcher Methode das Geld angelegt wird – gute Robos sind transparent. Und fair: Sie fällen ihre Anlageentscheidungen unabhängig, nehmen keine Zuwendungen von Produktherstellern an und haben keine finanziellen Anreize, mehr als nötig zu handeln.
      4. Einfachheit: Der Anlage- und Antragsprozess kann in einer Viertelstunde durchlaufen werden, die Geldanlage später am Rechner oder per App verfolgt werden. Alle Dokumente sind jederzeit online abrufbar. Robo-Advisors erfüllen die gesetzlichen Anforderungen an einen Vermögensverwalter, sind aber dennoch einfach und bequem zu nutzen.

      Ein guter und günstiger Anbieter wie Whitebox dürfte die anfallenden Kosten normalerweise wert sein. Falls Sie mehr darüber wissen wollen, wie ein solcher Ansatz funktioniert, finden Sie hier weitere Informationen.