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US-Wahlen

Der Trump-Faktor: Was würde sein Sieg für unser Geld bedeuten?

Salome Preiswerk

Der Countdown läuft. Es sind nur noch wenige Wochen bis zur wichtigsten Wahl des Jahres. Dass sich Donald Trump in den Umfragen in Schlagdistanz zu Hillary Clinton hält, macht viele Anleger nervös. Wie er spricht. Was er ankündigt. Strafzölle für Handelspartner, Blockade von Handelsabkommen, eine Mauer an der Grenze zu Mexiko – und das sind nur ein paar seiner Vorhaben. Jeder hat dazu eine Meinung. Ich auch. Aber wissen Sie was? Ich glaube, für Investoren ist Trump am Ende gar nicht das entscheidende Thema.

Sicherlich: Kurzfristig dürfte ein Trump-Victory an den Finanzmärkten für heftige Reaktionen sorgen – vermutlich eher negative. Doch langfristig ist gar nicht so sehr der Kandidat, sondern vor allem die Art seines Sieges entscheidend.

Hier hilft ein Blick in die Geschichte. Sicher, man muss historische Daten mit etwas Vorsicht genießen, zumal die Basis in diesem Fall relativ klein ist. Aber die Werte geben einen Hinweis darauf, wie die Finanzmärkte typischerweise auf US-Präsidentschaftswahlen reagiert haben. Und da zeigt sich: Die wirkliche Bedrohung ist nicht ein Sieg der Republikaner. Gefährlich ist die enge Entscheidung.

Vergleicht man die knappen Wahlausgänge – insbesondere in den Jahren 1884, 1916, 2000 und 2004 – , dann zeigt sich: Wenn es eng wird, geht's bergab! So verlor bei einem knappen Wahlausgang der S&P 500 in den Folgejahren im Durchschnitt drei Prozent.

Fällt der Sieg dagegen eindeutig aus, herrscht Kaufstimmung: Bei einem Erfolg der Demokraten stiegen die Kurse um 7,7 Prozent, bei den Republikanern um 4,9 Prozent. Kommt der Sieger mit großem Abstand ins Ziel, fiel das Plus in der Vergangenheit sogar noch deutlicher aus: 8,8 Prozent bei den Demokraten, 6,0 Prozent bei den Republikanern. Kurz: Nichts hasst die Börse mehr als Unsicherheit. Und nichts liebt sie mehr als klare Verhältnisse.

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Die Logik dahinter: Eine knappe Entscheidung könnte zu Zurückhaltung bei Bevölkerung und Unternehmen führen (besonders bei einem Patt im Kongress), was sich am Ende in schwachen Bilanzen widerspiegelt.

Ja, keine Frage: Trump wäre ein Stück weit unkalkulierbarer als Clinton. Vor allem aber sollte man die Auswirkungen auf einzelne Branchen und Sektoren im Blick haben – etwa die Folgen für die Banken bei einem Republikaner-Sieg.

Niemand weiß genau, was passiert, sollte der Immobilienmilliardär das Rennen machen. Aber langfristig, das zeigt der Blick in die Geschichte, ist die Perspektive nach US-Wahlen nicht schlecht – unabhängig davon, wer ins Oval Office einzieht.

Ist mir die Wahl in den USA deshalb egal? Nein, ganz und gar nicht. Das allerdings weniger aus Gründen, die mit ihren Auswirkungen auf die Börse zusammenhängen. Für mich als Privatperson stehen fundamentale demokratische und humanitäre Werte auf dem Spiel. Für mich als Vertreterin des Vermögensverwalters Whitebox gilt allerdings, was in jeder vermeintlich delikaten Marktlage gilt – ob Brexit, Bankenkrise oder eben die Wahl in den USA: Wir bleiben ruhig und gelassen und halten an unserer bewährten Methode fest. Whitebox setzt nicht auf das eine oder das andere Szenario. Wir haben keine Meinung zu etwaig bevorstehenden kurzfristigen Marktbewegungen. Wir lassen uns nicht von Emotionen lenken. Unsere strategische, bewertungsorientierte Methode bleibt gleich, ob nun in den USA der nächste Präsident oder in Ihrem Nachbarort der Bürgermeister gewählt wird. Selbstredend ist erstere jedoch durchaus eher geeignet, zu einer Anpassung an unseren langfristigen Kapitalmarktannahmen zu führen. Dann – und nur dann – würden wir auch die Portfolien unserer Kunden anpassen.

© WHITEBOX, 18.10.2016