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Was sind ETF?

Salome Preiswerk
3. Januar 2019

Was sind ETFs? Eine kurze Einführung

Exchange Traded Funds, kurz ETFs, sind offene Investmentfonds, die für den Handel an der Börse konzipiert wurden und ausschließlich oder überwiegend an Börsen gehandelt werden. Die wichtigsten und größten ETFs sind durchweg Indexfonds, die gängige Aktienindizes, wie den S&P 500, den MSCI World, den Euro Stoxx 50 und den Dax, oder verschiedene Anleihenindizes nachbilden. Darüber hinaus gibt es mittlerweile eine Fülle anderer ETFs, von denen einige Anlagestrategien verfolgen, die eine bessere Wertentwicklung anstreben als klassische Marktindizes und Indexfonds. Alle ETFs, die Sie an deutschen Börsen kaufen können, werden entsprechend einer EU-weiten Richtlinie reguliert, dem sogenannten „Organismus für gemeinsame Anlagen in Wertpapieren“, kurz OGAW oder (englisch) UCITS genannt.

ETFs sind eine transparente Geldanlage und bieten Anlegern gegenüber traditionellen Investmentfonds in der Regel Kostenvorteile. Das liegt zum einen daran, dass die bei klassischen Fonds üblichen Vertriebskosten, wie Ausgabeaufschläge, wegfallen und die Kosten für den Börsenhandel normalerweise niedriger liegen. Insbesondere bei Indexfonds sind zudem die Managementgebühren meist deutlich geringer als bei traditionellen, aktiv verwalteten Fonds. Diese Kostenvorteile wirken sich positiv auf die Renditen der Anleger aus.

Welche Arten von ETFs gibt es?

Ähnlich wie bei traditionellen Investmentfonds bieten Fondsgesellschaften mittlerweile auch unter dem ETF-Etikett eine kaum überschaubare Fülle ganz unterschiedlicher Produkte an. Es gibt (fast) nichts, was es nicht gibt. Die folgenden Aspekte können helfen, den Überblick zu behalten.

1. Anlageklassen

Mit ETFs können Sie in ganz unterschiedliche Anlageklassen investieren: Neben Aktien und Anleihen sind das vor allem Geldmärkte und Rohstoffe. Es gibt ETFs, welche die Wertentwicklung von Immobilienaktien- und Hedgefondsindizes oder Terminkontrakten, wie den Euro-Bund-Future, abbilden. Einige Gesellschaften bieten auch börsengehandelte Dachfonds an, die ihr Vermögen über unterschiedliche Anlageklassen streuen. Die spezifischen Risiken einzelner ETFs hängen wesentlich davon ab, in welche Anlageklasse sie investieren bzw. welche Anlageklasse sie abbilden.

2. Anlagestrategie: Passive und aktive ETFs

Als passiv bezeichnet man Indexfonds, die lediglich darauf abzielen, die Wertentwicklung repräsentativer Marktindizes zu erzielen. Wie bereits erwähnt, sind die größten und wichtigsten ETFs passive Fonds in diesem Sinne. Allerdings bilden nicht alle passiven ETFs breit diversifizierte Standardindizes, wie den MSCI World oder den S&P 500, ab. Es gibt vielmehr zahlreiche ETFs, die gängige Branchenindizes, spezielle Nachhaltigkeitsindizes oder auch Indizes ausgesprochen exotischer Aktienmärkte abbilden, etwa den FTSE Vietnam Index, den MSCI Saudi Arabia, den MSCI Pakistan oder den israelischen TA-35-Index.

Mittlerweile bieten Fondsgesellschaften immer mehr ETFs an, deren erklärtes Ziel es ist, eine bessere Performance zu erwirtschaften als repräsentative Marktindizes. Diese ETFs verfolgen unterschiedliche aktive Anlagestrategien, die oft auf regelbasierten Ansätzen beruhen. Fondsanbieter bewerben diese Produkte häufig mit vielversprechend geheimnisvollen Schlagworten wie „Smart Beta“ oder „Enhanced Indexing“.

3. ETFs für Spezialisten und Spekulanten

Es gibt ETFs, die nicht in die bereits erwähnten Kategorien passen und vor allem spezielle Anforderungen einiger Investmentprofis und Spekulanten erfüllen, zum Beispiel Short-ETFs und gehebelte ETFs. Short-ETFs liefern genau die umgekehrte Wertentwicklung ihrer jeweiligen Bezugsindizes oder -portfolios. Beispielsweise verliert ein Short ETF auf den Dax um 1,5 Prozent an Wert, wenn der Index um 1,5 Prozent steigt – und umgekehrt. Gehebelte ETFs erhöhen die Wertentwicklung des Basisportfolios um einen bestimmten Faktor. Gibt ein Index beispielsweise um ein Prozent nach, fällt ein mit dem Faktor zwei gehebelter ETF auf diesen Index um zwei Prozent, ein dreifach gehebelter ETF um drei Prozent. Auch Kombinationen aus beiden, also gehebelte Short-ETFs sind verbreitet. Solche ETFs erfreuen sich reger Nachfrage: Fondsmanager und andere Anlageprofis setzen sie beispielsweise als Alternative für Derivate ein.

Konstruktion von ETFs

Zur Nachbildung von Indizes nutzen ETF-Anbieter unterschiedliche Methoden: Wenn ein ETF direkt in die Aktien investiert, die in dem Index enthalten sind, nennt man das „physische Replikation“. Dabei unterscheidet man zwischen einer vollständigen Replikation und einer Teilreplikation. Bei einer vollständigen Replikation wird der Index exakt kopiert, das ETF-Portfolio enthält also alle Indexbestandteile im gleichen Verhältnis wie der Index; bei einer Teilreplikation wird die Entwicklung des Index durch eine repräsentative Auswahl der wichtigsten im Index enthaltenen Einzeltitel nachgebildet. Teilreplikationen verwendet man meist für Indizes mit vielen Einzelwerten.

Vor allem in Europa ist eine andere Methode der Indexabbildung weit verbreitet, die sogenannte „synthetische Replikation“. In diesem Fall investiert der ETF nicht in die im Index enthaltenen Aktien, sondern schließt mit einer Bank oder Investmentbank einen oft recht komplizierten Vertrag über den Austausch von Zahlungsströmen ab, einen sogenannten Swap. Im Rahmen dieses Swaps sorgt letztendlich der spezifische Austausch der vereinbarten Zahlungsströme dafür, dass die Wertentwicklung des Fonds genau der des Index entspricht.

ETFs in den Medien

Der Markt für ETFs ist in den vergangenen Jahren stark gewachsen und findet zunehmend Eingang in die Berichterstattung der Massenmedien. Diese ist stark geprägt vom Streit verschiedener Fondsanbieter um Marktanteile in einem zunehmend härteren Wettbewerbsumfeld. Immer wieder transportieren die Medien vor allem wenig differenzierte Werbebotschaften. Doch pauschale Aussagen über ETFs sind selten zu 100 Prozent richtig. Ein gutes Beispiel ist die Behauptung „ETFs eignen sich für den langfristigen Vermögensaufbau und die private Altersvorsorge“. Das stimmt für viele ETFs, aber längst nicht für alle – und es setzt einen entsprechenden Umgang mit ETFs voraus. Interessierte Anleger sollten sich daher um ein differenzierteres Bild bemühen. Nicht jeder ETF eignet sich für jeden Zweck, aber es gibt für fast jeden Zweck geeignete ETFs.

Mehr zum Thema finden Sie auf unserer ausführlichen ETF Seite.

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