"Ich glaube fest, dass in diesem Markt investiert werden sollte"

Geschrieben von Whitebox-Redaktion
23. November 2021
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      Seit kurzem bietet Whitebox gemeinsam mit apoAsset Anlegerinnen und Anlegern die Möglichkeit, in den Megatrend Gesundheit zu investieren. Dies umfasst auch den Bereich der mentalen Gesundheit. Angesichts des „World Mental Health Day“ im Oktober haben wir mit Kai Brüning, Senior Portfolio Manager Healthcare bei apoAsset, über die Volkskrankheit Depressionen und Unternehmen gesprochen, die sich dem Kampf gegen psychische Erkrankungen verschrieben haben.

       

      Herr Brüning, vor kurzem fand der „World Mental Health Day“ statt, also der weltweite Aktionstag zur mentalen Gesundheit. Was hat es damit auf sich – und warum braucht es diesen Tag überhaupt?
      Der World Mental Health Day, auch Internationaler Tag der seelischen Gesundheit genannt, wurde 1992 durch die World Federation for Mental Health mit Unterstützung der Weltgesundheitsorganisation (WHO) ins Leben gerufen. Er soll angesichts steigender Zahlen psychischer Erkrankungen das Bewusstsein für seelische Gesundheit und Krankheit schärfen. Es braucht diesen Tag, um das Thema psychische Erkrankungen zu enttabuisieren und eine Stigmatisierung von Menschen mit seelischer Erkrankung zu verhindern. Dazu gehören zum Beispiel Depressionen, Essstörungen, Süchte, posttraumatische Belastungsstörungen, Psychosen und vieles mehr.

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      Immer mehr Unternehmen, sogenannte „Mental Health Startups“, engagieren sich in diesem Bereich. Lassen sich denn Depressionen einfach so behandeln, etwa wie eine Grippe oder Rückenbeschwerden?
      Bislang sind mentale Probleme insbesondere wie Depressionen eher auf dem medikamentösen Wege behandelt worden. Zur Behandlung gehören – neben einer Psychotherapie – oft Medikamente, die zum Beispiel das „Glückshormon“ Serotonin regulieren. Sie stammen zum Teil von großen Pharma-Konzernen wie Pfizer, aber auch von kleineren Unternehmen wie Lundbeck aus Dänemark. Diese Therapeutika sind mittlerweile alle generisch, auf den Markt kommt nicht viel Neues an Medikamenten. Die Medizintechnik entwickelt vielversprechende alternative Ansätze, die in klinischen Studien signifikant positive Effekte gezeigt haben. Ein Beispiel ist das börsennotierte US- Unternehmen Neuronetics. Es hat eine bereits zugelassene Anti-Depressions- Technologie entwickelt, mit der Neuronen im Gehirn von außen mit Magnetfeldern stimuliert werden. Das kann helfen, wenn Antidepressiva nicht wirken.

      Ein weiterer wichtiger Bereich zur Bekämpfung psychischer Erkrankungen ist die Telemedizin. Was hat es damit auf sich?
      Für die großen Anbieter wie Teleclinic, Teladoc oder Amwell sind seelische Erkrankungen neben der Allgemeinmedizin das wichtigste Fachgebiet. Sie können psychiatrische Patienten zum einen online im Alltag unterstützen, etwa durch eine einfache Terminerinnerung, und zum anderen sehr viel schneller ein Gespräch oder einen Therapieplatz anbieten, etwa als Video-Therapie. Für bestimmte Therapie-Ansätze kann das sogar ein Vorteil sein. Zum Beispiel für den Einsatz von Bildern, die bei Patienten ein Wohlbefinden auslösen, weil sie aus der eigenen Vergangenheit positive Assoziationen dazu haben. Bei einer Tele-Therapie im privaten, gewohnten Umfeld ist dies leichter und angenehmer als in einer Praxis.

      Welche Möglichkeiten haben Anlegerinnen und Anleger, die in diesen schnell wachsenden und gleichzeitig sinnstiftenden Bereich investieren wollen?

      In Anbetracht einer deutlichen Zunahme an psychischen Erkrankungen wird Mentale Gesundheit als Forschungsgebiet für spezialisierte Unternehmen immer wichtiger. Viele „Mental-Health-Startups“ und Gesundheits-Unternehmen forschen an neuen oder besseren Wegen gegen seelische Krankheiten. Es gibt verschiedene Ansätze, z.B. über Magnetfelder, die Neuronen stimulieren, oder aber einige Startups, die über digitale Therapeutika – das sind zumeist Anwendungen, die über Apps im Handy oder auf dem Tablet funktionieren – in diesem Markt vordringen. Ich glaube fest, dass in diesem Markt investiert werden sollte, sowohl um die Forschung zu unterstützen als auch um langfristig davon zu profitieren.