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Was sind ETFs? | Whitebox

Was sind ETFs und wie funktionieren sie?

Geschrieben von Whitebox-Redaktion
1. Oktober 2020

    Börsennotierte Indexfonds sind in den vergangenen Jahren immer bekannter und auch beliebter geworden. Doch was macht die Finanzprodukte eigentlich so interessant? Warum sind sie deutlich kostengünstiger als herkömmliche Investmentfonds? Und wie ist es möglich, mit ihnen ein diversifiziertes Portfolio zu erstellen?

    Das Wichtigste in Kürze:

    • ETFs werden an der Börse gehandelt.
    • Ihr Ziel ist es nur, einen Referenzindex nachzubilden, sie werden daher auch als passive Fonds bezeichnet.
    • ETFs sind günstiger als klassische Fonds.
    • Passive Fonds schneiden oft besser ab als aktive Fonds.
    • ETFs bilden Indizes physisch oder mit der sogenannten „Sampling“-Methode ab.
    • Das Anlageuniversum, das mit ETFs abgebildet werden kann, ist mittlerweile sehr groß.

    Was sind ETFs?

    ETF steht für Exchange Traded Funds, zu Deutsch: börsengehandelte Indexfonds. Diese Fonds werden, wie zum Beispiel Aktien auch, an der Börse gehandelt. Der liquide Markt an der Börse macht es für Anleger einfacher, diese Produkte ohne große Zeitverzögerung börsentäglich zu handeln. Ziel eines börsengehandelten Indexfonds ist es, einen Referenzindex eins zu eins abzubilden. Bekannte Beispiele sind der deutsche Aktienindex Dax oder der US-Aktienindex S&P 500. ETFs können sich aber auch auf Anleihen beziehen. So ist es möglich, mit einem Anleihe-ETF auf hunderte oder tausende verschiedene Anleihen zu setzen.

    Warum werden ETFs immer beliebter?

    Das relativ junge Anlageprodukt hat sich in Europa seit zwei Jahrzehnten peu à peu etabliert. In den vergangenen zehn Jahren haben ETFs einen regelrechten Boom erfahren. Das hat mehrere Gründe:

    1. ETFs sind transparenter als herkömmliche Fonds, da sie den entsprechenden Index einfach nur nachbilden.
    2. Sie können ETFs jederzeit an der Börse zum aktuellen Kurs kaufen oder verkaufen. Dagegen können Sie längst nicht alle klassischen Fonds an der Börse handeln und können sie daher oft nur einmal am Tag bei der ausgebenden Investmentgesellschaft ordern oder an sie zurückgeben.
    3. ETFs besitzen einen doppelten Kostenvorteil gegenüber normalen Investmentfonds: Es gibt keinen Ausgabeaufschlag, und die laufenden Kosten (Gebühren) sind deutlich niedriger.

    Warum sind ETFs günstiger als aktiv gemanagte Fonds?

    Die günstige Gebührenstruktur der ETFs hat einen einfachen Grund: Das Management dieser Indexfonds ist mit erheblich weniger Aufwand verbunden als bei normalen Fonds. Da ETFs nur einen Index nachbilden, brauchen sie – anders als herkömmliche Fonds – keine Fondsmanager, die ständig die Märkte beobachten und je nach Marktlage Positionen kaufen und verkaufen. ETFs werden daher auch als passive Fonds bezeichnet.

    Wie entwickeln sich ETFs in fallenden Märkten?

    Aktiv verwaltete Fonds werben oft damit, dass das Fondsmanagement in fallenden Märkten gegensteuern und zum Beispiel volatile Titel verkaufen und stabile Werte kaufen kann. Die Erfahrung hat jedoch gezeigt, dass der Großteil der Fondsmanager es nicht schafft, den Markt, also den Referenzindex, auf Dauer zu schlagen.

    Wie funktionieren ETFs?

    Es gibt zwei Wege, einen Index abzubilden:

    1. Die direkte (physische) Replikation: Hierbei kauft der Fonds sämtliche Wertpapiere des Referenzindex und gewichtet diese eins zu eins zum entsprechenden Börsenbarometer.
    2. Die indirekte (synthetische) Replikation: Solche ETFs hingegen nutzen bei der Indexnachbildung Tauschgeschäfte mit Banken, sogenannte Swaps.

    Bei Aktienindizes mit wenigen Indexkomponten (Beispiel Dax) entscheiden sich die ETF-Anbieter oft für die vollständige Replikation. Nur bei Indizes, die sehr viele Einzelwerte abbilden, kann diese höhere Kosten verursachen – ein Beispiel ist der MSCI World mit über 1.600 Komponenten. In der Regel wählen ETF-Anbieter bei der Nachbildung solcher Indizes daher die physische Teilreplikation: Sie kaufen nur die Aktien der wichtigsten Indexkomponenten und lassen Unternehmen mit vernachlässigbarem Einfluss auf die Indexentwicklung außen vor, man spricht vom „Sampling“ oder „optimiertem Sampling“. Beim Sampling kann der Tracking Error im Vergleich zur Vollreplikation größer sein. Bei der reinen synthetischen Replikation wird der Index sogar nur synthetisch abgebildet, und zwar über Swap-Geschäfte.

    Insgesamt überzeugen allerdings physisch replizierende ETFs in jeder Anlageklasse mit niedrigerer Gesamtkostenquote, durchschnittlich sind sie zwei Basispunkte günstiger. Ein entscheidender Vorteil entsteht für den Anbieter bei der physischen Nachbildung durch die Möglichkeit, erworbene Wertpapiere zu verleihen. Die Wertpapierleihe wird von hohen Sicherheitsleistungen begleitet und kompensiert einen großen Teil der Verwaltungskosten.

    Ist das Anlageuniversum von ETFs begrenzt?

    Eigentlich könnte man meinen, dass sich börsengehandelte Indexfonds „ja nur auf eine begrenzte Anzahl an Indizes“ beziehen können. Aktiv verwaltete Fonds dagegen haben im Grunde bei der Titelauswahl beinahe endlos viele Möglichkeiten – je nach Strategie des Fondsmanagements. Theoretisch stimmt das auch. In der Praxis gibt es inzwischen jedoch so viele Indizes, dass Sie quasi jede Anlageklasse weltweit mit ETFs abdecken können.

    Hinzu kommt, dass in den vergangenen Jahren spezielle Indizes geschaffen wurden, damit Anleger per ETF in diese investieren können. Beispiele sind Trendthemen wie Digitalisierung, Robotik oder Nachhaltigkeit. Manche Varianten gewichten bei der Indexzusammensetzung zum Beispiel auch die Indexmitglieder gleich anstelle der üblichen Gewichtung nach Marktkapitalisierung („Equal-weigh“). Auch werden neuere Indizes nach bestimmten Kriterien („Faktoren“) sortiert. Solche Indizes können sich zum Beispiel aus unterbewerteten Titeln („Value“), wachstumsstarken Werten („Growth“) oder Aktien mit geringen Kursschwankungen („Low Volatility“) zusammensetzen.

    Muss ich viel Geld haben, um in ETFs zu investieren?

    Nein. Grundsätzlich ist es aber sicherlich besser, einige tausend Euro zu investieren, da ansonsten die Kosten zu hoch sind.

    Wichtig ist außerdem, dass Sie nur Geld in ETFs investieren, das Sie mittel- bis langfristig nicht benötigen. So können Sie bei Aktieninvestments vorübergehende Kursdellen aussitzen.

    Übrigens: Je nach Risikobereitschaft können Sie auch nur mit einem kleinen Teil Ihres Kapitals auf Aktien setzen. Konservative Anleger können zum Beispiel den Großteil des Geldes in sichere Anleihen oder Immobilienfonds investieren.

    In welche Indexfonds investiere ich am besten?

    Genau darin besteht die Kunst des (erfolgreichen) Investierens. Vielen Privatanlegern fehlen Zeit und Finanzmarktwissen, um dieser Frage im Einzelnen auf den Grund zu gehen. Die gute Nachricht: Sie müssen gar kein Finanzprofi sein, um am Ende Ihre Anlageziele zu erreichen. Wir bei Whitebox erstellen Ihnen je nach Risikoprofil – von sehr sicherheitsorientiert bis sehr risikobereit – ein Portfolio, das zu Ihren Vorstellungen passt. Als digitaler Vermögensverwalter spielen bei uns bei der Erstellung und dem Management des Depots Emotionen oder kurzfristige Trends keine Rolle. Unser System konzentriert sich auf fundamentale Daten von Vermögenswerten wie Aktien, Anleihen und Rohstoffen. Im Gegensatz zu Anlegern, die häufig dazu neigen prozyklisch zu handeln, verkaufen wir gemäß unseres Value-Ansatzes eine Anlageklasse, wenn diese im Vergleich zu ihrem fairen Wert zu stark gestiegen ist. Wenn das Asset hingegen zu Unrecht gefallen und unter seinen fairen Wert gesunken ist, kaufen wir hinzu.

    Es ist für Privatanleger eine große Herausforderung, ein Portfolio zu bauen, das verschiedenen Diversifikationskriterien entspricht. Ein stabiles Depot setzt auf viele Anlageklassen, Regionen und Branchen, um das Investment auf viele Schultern zu verteilen. Whitebox greift auf ein umfassendes Portfolio- und Management-Know-how zurück, das von Finanz- und Investmentexperten über Jahre hinweg etabliert wurde. Über Algorithmen wird diese Expertise auf Ihr Investment übertragen – und das innerhalb kürzester Zeit und zu fairen Preisen, sprich niedrigen Gebühren. Wenn Sie wissen möchten, wir Ihr persönliches Portfolio und Ihre Renditechancen bei Whitebox aussehen und was unsere Leistung kostet, probieren Sie es einfach unverbindlich einmal aus!