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Bei über 1.500 Produkten: Welche ETFs soll ich bloß kaufen? | Whitebox
Anlagestrategie | ETF | 3 min

Bei über 1.500 Produkten: Welche ETFs soll ich bloß kaufen?

Geschrieben von Whitebox-Redaktion
24. August 2020
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Inhaltsverzeichnis

      Börsennotierte Indexfonds sind in den vergangenen Jahren immer beliebter geworden. Und es gibt immer mehr von ihnen! Manche bilden Aktien ab, manche Anleihen, manche andere Anlageklassen. Bei mehr als 1.500 Produkten einen Überblick zu bekommen, ist gar nicht so leicht. Daher sollten Sie ein paar Tipps beherzigen. Oder – wenn Ihnen das alles zu kompliziert ist – die Auswahl einem Profi überlassen.

      Das Wichtigste des Artikels im Überblick

      • Bevor Sie sich fragen, welche ETFs Sie kaufen sollen, müssen Sie sich für eine Anlageklasse entscheiden.
      • ETFs gibt es für (fast) alle wichtigen Märkte. Die mit Abstand größte Gruppe stellen Aktien-ETFs. Zweitwichtigste Anlageklasse sind Anleihen-ETFs.
      • Wenn Sie sich für die Anlageklasse entschieden haben, sind weitere wichtige Kriterien Tracking Error, Liquidität und Gesamtkostenquote.

      Welche ETFs gibt es?

      ETFs gibt es mittlerweile für (fast) alle wichtigen Märkte. Die größte Gruppe sind Aktien-ETFs – also ETFs, die einen Aktienindex wie den S&P 500 oder den Dax abbilden. Hier existieren solche mit Länder- oder Regionenfokus, aber auch solche mit Branchen- oder Themenschwerpunkt.

      Zweitwichtigste Anlageklassen sind Anleihen-ETFsIndexfonds also, die an einen Anleihenindex gekoppelt sind. Hier wird vor allem nach Staats- und Unternehmensanleihen-ETFs unterschieden. Außerdem gibt es noch ETFs auf andere Anlageklassen wie Rohstoffe, Infrastrukturinvestments oder Immobilienanlagen.

      Die Vielzahl an ETFs hierzulande ist mittlerweile groß: An der Börse Frankfurt werden aktuell über 1.500 ETFs gehandelt. Welcher sollte es also sein?

      Welche ETFs soll ich kaufen?

      In welche Anlageklasse Sie investieren sollten, hängt ganz von Ihrer persönlichen Risikobereitschaft, Ihren Anlagezielen und dem Anlagezeitraum ab. Als Faustformel gilt: Je risikofreudiger Sie sind, desto höher kann Ihr Aktienanteil sein. Gegebenenfalls können neben Aktien und Anleihen auch andere Anlageklassen ergänzt werden wie Rohstoffe, Infrastruktur- oder Immobilieninvestments.

      Generell sollten Sie sich, wenn Sie ETFs kaufen wollen, folgende Fragen stellen:

      • Welche Anlageklasse soll es sein?
      • In welchen Markt (Land/Region/Sektor) wollen Sie investieren?
      • Soll es ein ausschüttender oder thesaurierender ETF sein? Haben Sie also Interesse an laufenden Ausschüttungen oder wollen Sie lieber von der sofortigen Wiederanlage der Erträge profitieren?
      • Wollen Sie nur in voll replizierende ETFs investieren, die den Index durch den Kauf aller im zugrunde liegenden Index enthaltenen Wertpapiere abbilden? Oder kommen auch synthetische, swap-basierte ETFs in Frage, die den Index durch den Kauf anderer Wertpapiere widergeben?
      • Wollen Sie nur auf Euro lautende ETFs kaufen und, wenn nicht, wollen Sie ein eventuelles Währungsrisiko absichern?

      Welche ETFs ist empfehlenswert für meine gewünschten Kriterien?

      Der letzte Schritt ist dann die Entscheidung für konkrete Emittenten und konkrete ETFs. Die „besten“ oder „richtigen“ ETFs gibt es wohl nicht, als Anleger sollten Sie aber auf bestimmte Eigenschaften achten. Denn auch in der passiven Welt bestehen erhebliche Unterschiede zwischen den einzelnen Produkten.

      Gute ETFs zeichnen sich durch folgende Charakteristika aus:

      • Niedriger Tracking Error: Ein ETF sollte einen Index möglichst genau abbilden, der Abweichungsfehler („Tracking Error“) sollte also möglichst niedrig sein.
      • Hohe Liquidität: Eine hohe Liquidität gewährt, dass Sie als Anleger den ETF schnell kaufen und verkaufen können. Außerdem sind die Handelsspannen (und damit Handelskosten) bei liquiden ETFs niedriger.
      • Niedrige Gesamtkostenquote (Total Expense Ratio/„TER“): Die Gesamtkosten – bestehend aus Verwaltungsgebühren, Depotbankgebühren, Lizenzgebühren und Vertriebsgebühren – sollten möglichst niedrig sein.
      • Mindestfondsgröße: Bei passiven ist es wie bei aktiven Fonds: Können sie längerfristig nicht genügend Mittel einsammeln, werden sie wieder eingestellt. Als Anleger verlieren Sie Ihr Geld dann zwar nicht, vielmehr wird es entweder ausgezahlt oder in einen anderen ETF umgeschichtet. Mit ein bisschen Aufwand ist das aber schon verbunden.

      Wie fällt Whitebox die Entscheidung für einen bestimmten ETF?

      Nicht jeder hat Spaß daran, sich selbst ein Portfolio zusammenzustellen. Und dass Banken und Sparkassen nicht unabhängig beraten, ist mittlerweile gemeinhin bekannt. Bei Whitebox müssen Sie die Entscheidung über die Aufteilung Ihres Geldes nach Anlageklassen nicht selber fällen. Wir fragen Sie vielmehr, was Sie mit Ihren Anlagen erreichen möchten beziehungsweise wofür Sie das Geld anlegen und schlagen Ihnen darauf basierend eine passende Portfolioaufteilung vor.

      Bei der Auswahl, welche ETFs wir für unsere Portfolios auswählen, sind wir unabhängig. Das heißt: Wir selektieren frei von etwaiger Befangenheit die passendsten Produkte am Markt. Wichtig für uns ist, dass die ETFs den gewählten Index möglichst genau abbilden (niedriger Tracking Error) und eine hohe Liquidität sowie eine geringe Gesamtkostenquote aufweisen. Wichtig ist für uns auch die Zulassung zum öffentlichen Vertrieb in Deutschland, das Listing an einer deutschen Börse, die Denominierung als Euro-Anteilsklasse und ein Minimum-Anlagevolumen. Auch der steuerliche Aspekt kann zu einem frühzeitigen Ausschluss führen, denn wir möchten, dass Sie von der mühsamen Deklaration von Fondssauschüttungen in der Steuererklärung verschont bleiben und auch nicht Gefahr laufen, beim Verkauf der Produkte doppelt besteuert zu werden. Bei der Auswahl von ETFs profitieren wir übrigens auch von unserer Partnerschaft mit Morningstar, dem weltweit führenden Anbieter für die Bewertung von Anlageprodukten.