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Welche Anlageformen gibt es? | Whitebox

Anlageformen – Sie haben die Qual der Wahl!

Geschrieben von Whitebox-Redaktion
20. Oktober 2020
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Inhaltsverzeichnis

      Anlagemöglichkeiten gibt es wie Sand am Meer. Sparbuch, Tagesgeld, Festgeld, Anleihen, Aktien, Investmentfonds, Immobilienanlagen, Gold – die Liste der Anlageformen ist lang. Als Anleger haben Sie damit die Qual der Wahl. Gut zu wissen: Jede Anlageform hat ihre Vor- und Nachteile. Hier lesen Sie, welche das sind.

      Das Wichtigste des Artikels im Überblick:

      • Die wichtigsten Anlageformen sind Aktien, Anleihen, Immobilien(anlagen) und Rohstoffe wie Gold.
      • Fest- und Tagesgeldkonten sowie Sparkonten sind sehr liquide, bieten aber mittlerweile kaum noch Rendite.
      • Mehr Rendite bietet die Anlageform Anleihen, noch renditeträchtiger sind Aktien.
      • Mit Investmentfonds investieren Sie in einen ganzen Korb an Wertpapieren und streuen damit die Risiken.

      Was sind Anlageformen?

      Unter Anlageformen (auch Anlageklassen oder Asset-Klassen) versteht man eine Gruppe von Finanzprodukten, die gemeinsame Merkmale aufweist.

      Welche Anlageformen gibt es?

      Die wichtigsten Anlageformen sind Aktien, Anleihen, Immobilien(anlagen) und Rohstoffe inklusive Edelmetalle. Zum Teil werden auch sehr kursstabile Anlageformen wie Geldmarktfonds, Spareinlagen, Tages- oder Festgelder dazugezählt. In einer noch weiter gefassten Definition gehören zu Anlageformen auch Fremdwährungen, Derivate, Private Equity/Venture Capital, Infrastrukturanlagen und Sammelobjekte wie Kunstwerke, Edelsteine, Wein oder Oldtimer.

      Was ist das Magische Dreieck der Geldanlage?

      Bevor Sie sich mit den einzelnen Anlagemöglichkeiten vertraut machen, sollten Sie wissen, was man in der Investmentwelt unter dem sogenannten magischen Dreieck der Geldanlage versteht. Dessen drei Eckpunkte sind Sicherheit, Liquidität und Rendite. Bei allen Geldanlagen beeinflussen diese drei Eckpunkte sich gegenseitig. Es gibt keine Anlageform, die Ihnen alle drei Aspekte bietet. Sprich: Je sicherer und je liquider eine Anlage ist, desto weniger Rendite wirft sie ab. Der Umkehrschluss: Investments mit hohen Renditemöglichkeiten sind entweder weniger liquide oder weniger sicher.

      Was ist von Sparbuch oder Tagesgeld- und Festgeldkonto zu halten?

      Ein Finanzprodukt mit vollkommener Liquidität ist das Girokonto. Wer genügend Geld auf diesem Konto hat, dessen Liquidität ist gewährleistet. Der Nachteil des Girokontos: Es wird nicht oder nur sehr gering verzinst. Wer dort große Kapitalbeträge hortet, verschenkt am Ende Kapital, dass er besser an anderer Stelle rentierlicher anlegen könnte. Zum Geldsparen eignen sich klassische Anlageformen wie Sparbuch und Tagesgeldkonto grundsätzlich besser. Dort gibt es zumindest höhere Zinsen als beim Girokonto. Allein: Im „Minizinszeitalter“, das nun schon einige Jahre anhält, ist auch mit Sparbüchern und Tagesgeldkonten nicht mehr viel zu holen.

      Für Sie als Anleger ist letztlich der Realzins entscheidend. Das ist der ausgewiesene Prozentsatz minus der Inflationsrate. Angenommen, Sie erhalten auf Ihrem Tagesgeldkonto einen jährlichen Zins von 0,5 Prozent und die Inflationsrate liegt bei 1,5 Prozent: So geraten Sie, was die Kaufkraft Ihres Kapitals betrifft, in die roten Zahlen. Denn während Ihr Kapital mit 0,5 Prozent verzinst wird, verliert es zeitgleich 1,5 Prozent seiner Kaufkraft – und ist somit 1 Prozent weniger wert.

      Die Medien vernachlässigen im Übrigen häufig den Punkt Liquidität. Zu Unrecht. Denn wer nicht liquide ist, kann weder einkaufen, noch seine Rechnungen oder Miete bezahlen. Jeder sollte zudem einen „Notgroschen“ zurückgelegt haben, um so essenzielle Dinge wie die Waschmaschine reparieren oder ersetzen zu können. Dazu eignen sich Sparbuch, Festgeld- und Tagesgeldkonto und gegebenenfalls auch das Sparkonto.

      Alternativen zu Sparformen: Weitere Anlageformen

      Doch wenn Sie eine nennenswerte Rendite erzielen möchten, müssen Sie schon einen (Risiko-)Gang höher schalten. Denn die oben beschriebenen, klassischen Formen sind dafür ungeeignet. Welche Anlageformen Ihnen dafür zur Verfügung stehen und was sie kennzeichnet, finden Sie nachfolgend zusammengefasst:

      • Über Anleihen können Sie einem Staat oder einem Unternehmen Geld leihen und dafür Zinsen erhalten. Sie bekommen bei festverzinslichen Papieren einen festgelegten Zins und am Laufzeitende den Nennwert der Anleihe zurück. Es gibt aber auch variabel verzinsliche Anleihen. Die Zinszahlung erfolgt entweder als Gesamtsumme am Laufzeitende oder jährlich. Das Prinzip bei Anleihen: Je bonitätsschwächer der Emittent, desto höhere Renditen sind möglich. Experten sprechen dabei auch vom „Risikoaufschlag“. Denn sollte der Emittent während der Laufzeit insolvent werden, können Anleger einen Teil oder sogar ihr gesamtes eingesetztes Kapital verlieren.
      • Aktien sind Bruchteile des Grundkapitals einer Aktiengesellschaft (AG). Sie verbriefen einen Anteil am Unternehmen. Ein Aktionär ist sozusagen Miteigentümer der entsprechenden AG. Als Aktionär können Sie mit der Dividende eine jährliche Beteiligung am Gewinn erhalten. Außerdem profitieren Sie, wenn der Kurs der Aktie steigt. So können sie ihre Anteile irgendwann mit Gewinn verkaufen.

      Mit Aktien sind in der Regel deutlich höhere Renditen möglich als mit Anleihen– zumindest auf lange Sicht. Im Gegenzug schwanken Aktienkurse meist stärker als Anleihekurse. Wer langfristig anlegt und die Zeit hat, Kursdellen auszusitzen, hat mit Aktien auf Dauer gute Chancen, erfolgreich zu sein. Ein Musterbeispiel dafür ist der Dax. Der deutsche Leitindex startete Ende 1987 mit 1.000 Punkten. Heute – Mitte September 2020 – notiert er bei rund 13.000 Punkten.

      • Auch Immobilien und Immobilienanlagen können eine wichtige Rolle im Portfolio spielen, da sie sich oft unabhängig von Aktien und Anleihen entwickeln. Die einfachste, aber in der Regel kostenintensivste Art, in Immobilien zu investieren, ist der Kauf einer Wohnung oder eines Hauses. Doch wer sein ganzes Geld in eine Immobilie investiert und keine Barreserven mehr hat, dürfte früher oder später ein Problem bekommen. Denn: Direktanlagen in Immobilien sind eher illiquide. Das bedeutet: Das „Betongold“ ist in der Regel nicht so leicht und so zügig wieder zu Geld zu machen – zumindest nicht für den Preis, den man vielleicht gerne auf die Schnelle erzielen will.

      Wer nicht so viel Geld auf einmal in die Hand nehmen möchte, der kann in Immobilienfonds investieren. Offene Immobilienfonds sind bereits für ein paar Hundert Euro und für jedermann zugänglich. Sie investieren vorwiegend in hochwertige Innenstadtlagen und konzentrieren sich auf gewerbliche Immobilien wie Bürogebäude und Einkaufszentren. Offene Immobilienfonds sind in Deutschland nicht mehr ganz so liquide, wie es einmal der Fall war: Seit 2013 ist die Rückgabe gesetzlich stärker reglementiert und an Fristen gebunden.

      Welche Möglichkeiten der Goldanlage gibt es?

      Eine weitere Anlageform sind Rohstoffe und hier vor allem Edelmetalle wie Gold. Auch wenn sich der Goldpreis täglich verändert, gilt das Edelmetall als „wertbeständig“ und als „sicherer Hafen“, den Investoren besonders gerne bei hoher Inflation und Finanzkrisen ansteuern. Sie können das gelbe Metall zum einen physisch erwerben und zum Beispiel als Goldbarren in einen Tresor legen. An Börsen können Sie sehen, wie sich der Goldpreis entwickelt. Er wird pro Feinunze (31,1 Gramm) berechnet. Als Anleger können Sie allerdings nur an Kurssteigerungen teilnehmen. Zinszahlungen (wie etwa bei Anleihen) und Dividenden (wie bei Aktien) gibt es nicht.

      Neben dem physischen Erwerb des gelben Metalls können Sie aber auch über Wertpapiere in den Rohstoff investieren. Dies geht über sogenannte Exchange Traded Commodities (ETCs), zu Deutsch: börsengehandelte Rohstoffe. Rechtlich gesehen sind ETCs wie Anleihen Schuldverschreibungen. Im Gegensatz zu herkömmlichen Schuldverschreibungen sind sie jedoch mit Gold physisch besichert. Dies soll das Ausfallrisiko verringern. Der Vorteil von ETCs gegenüber der physischen Anlage: Es entstehen keine Verwahrkosten. Wer sich Goldbarren zulegt und diese sicher in einem Schließfach der Bank aufbewahren möchte, zahlt dafür Gebühren.

      Was ist unter Investmentfonds zu verstehen?

      An den Börsen werden zigtausende Aktien und Anleihen gehandelt. Dabei fällt es oft schwer, „die richtigen“ Wertpapiere zu finden. Investmentfonds bieten die Möglichkeit, in viele verschiedene Wertpapiere zu investieren. Damit diversifizieren Sie Ihr Portfolio und verteilen Ihr Verlustrisiko auf verschiedene Werte.

      Und wie funktionieren Fonds? Vereinfacht gesagt schließen sich viele Sparer zusammen und werfen ihr Kapital in „einen Topf“. Investment- oder Fondsgesellschaften legen einen Fonds auf und beauftragen einen oder mehrere Manager mit der Verwaltung. Jeder Anleger erhält für das Geld, das er in den Fonds einzahlt, Anteile. Beispiel: Ein Fondsanteil ist 100 Euro wert. Investieren Sie nun 1.000 Euro, so bekommen Sie genau zehn Anteile. Steigt nun der Kurs eines Anteils auf 110 Euro, so beträgt der gesamte Wert 1.100 Euro. Das Prinzip gilt aber auch umgekehrt: Verliert der Fondsanteil an Wert, sinkt Ihr Vermögenswert entsprechend.

      Mit Fonds auf verschiedene Märkte, Regionen und Unternehmen setzen

      Unterschieden werden aktiv gemanagte und passive Investmentfonds. Ziel von aktiv gemanagten Fonds ist es, die Rendite des jeweiligen Marktes durch eine gezielte Auswahl von Titeln zu übertreffen. Ein aktiv gemanagter Aktienfonds, der auf große deutsche Unternehmen setzt, könnte beispielsweise das Ziel haben, besser als der Dax zu performen.

      Allein: Ein Großteil der Fondsmanager schafft es nicht, den Vergleichsindex, die sogenannte Benchmark, bei der Performance zu übertreffen. Daher sind in den vergangenen Jahren viele Anleger dazu übergeschwenkt, in börsengehandelte Indexfonds (Exhchange Traded Funds, kurz: ETFs) zu investieren. Ihr Ziel ist es, einen Index wie den Dax möglichst genau abzubilden.

      Für diese passiv gemanagten Produkte zahlen Anleger eine deutlich geringere Verwaltungsgebühr als für aktiv gemanagte Investmentfonds. Auch fallen bei ETFs keine Ausgabeaufschläge an, die bei herkömmlichen Fonds einmalig bis zu fünf Prozent des Anlagebetrags kosten können.

      Wie kann ich das passende Portfolio aus unterschiedlichen Anlageformen zusammenstellen?

      Die Kunst des Investierens ist es, genau die Anlageformen zu finden, die zu Ihren Rendite- und Risikovorstellungen passen. Als digitaler Vermögensverwalter übernimmt Whitebox das für Sie. Dabei investieren wir in kostengünstige ETFs und ETCs, mit denen Sie Ihr Investment auf etliche Anlageklassen, Regionen und Branchen verteilen. Unsere digital abgebildeten Prozesse sind frei von anlegerpsychologischem Fehlverhalten. Als Robo-Advisor bewerten wir den Kurs eines Wertes sachlich im Verhältnis zu kursrelevanten Größen.

      Im Gegensatz zu Anlegern, die häufig dazu neigen, prozyklisch zu handeln, verkaufen wir gemäß unseres Value-Ansatzes eine Anlageklasse, wenn diese im Vergleich zu ihrem fairen Wert zu stark gestiegen ist. Und wir kaufen Werte, wenn der Kurs des entsprechenden Vermögenswerts zu Unrecht gefallen oder unter seinen fairen Wert gesunken ist. Wichtig dabei ist: Wir konzentrieren uns nicht auf einzelne Titel, sondern Branchen, Sektoren, Regionen und Anlageklassen. Aus allen Segmenten wählen wir je Risikostufe anbieterunabhängig die besten passiven Produkte aus.

      Sie haben dazu Fragen? Dann sprechen Sie unsere Kollegen im Kundenservice gerne an.