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Anlagestrategien für die Geldanlage | Whitebox

Die passende Anlagestrategie finden

Geschrieben von Nadine Friederichs
24. Februar 2020
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Inhaltsverzeichnis

      Die Börse ist kein Glücksspiel. Wenn Sie erfolgreich investieren möchten, brauchen Sie eine Anlagestrategie. Denn nur mit einer sinnvollen Strategie können Sie über mehrere Jahre hinweg von den Märkten profitieren.

      An der Börse gibt es kein Patentrezept, um sichere Gewinne einzufahren. Dennoch wäre es fatal, sich ohne Plan und Konzept an die Kapitalmärkte zu begeben. Einerseits weiß niemand genau, wie sich die künftigen Märkte entwickeln. Andererseits sind Investoren der Entwicklung der Börsen nicht hilflos ausgeliefert – wenn sie eine plausible Anlagestrategie verfolgen. Zu den bekanntesten gehören die Growth-, Value-, Buy-and-Hold- und Dividenden-Strategie sowie pro- und antizyklische Ansätze.

      Growth: Anlagestrategie für Mutige

      Wie der Name schon verrät, setzen Anleger bei der Growth-Strategie auf Unternehmen, deren Aktienkurse das Potenzial haben, innerhalb kurzer Zeit schnell zu „wachsen“, also in die Höhe zu schießen. Dies sind häufig Firmen, die aufgrund innovativer Ideen die Märkte erobern könnten. Ein Paradebeispiel dafür sind Aktien von Technologie- und Internetfirmen, die durch die Dynamik der Digitalisierung Firmen zu großen und schnellen wirtschaftlichen Erfolgen führen könnten. Wer hätte beispielsweise vor zehn Jahren gedacht, was aus Amazon wird? Vor einer Dekade war die Aktie gerade einmal rund 120 US-Dollar wert. Heute (Mitte Februar 2020) notiert sie bei fast 2.000 Dollar. Das macht ein Plus von rund 1.560 Prozent!

      Aber Sie wissen schon: hätte, hätte... Das Problem ist, dass man vielen Aktien und Unternehmen gar nicht ansieht, welches Potenzial in ihnen schlummert. Die Hoffnung der Anleger auf stark steigende Kurse äußert sich unter anderem im hohen Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) von Growth-Unternehmen. Notiert etwa eine Aktie bei 100 Euro und der Gewinn pro Aktie beträgt 5 Euro, dann liegt das KGV bei 20 (Rechnung: 100:5). Ein hohes KGV bedeutet, dass der Markt den Kurs der Aktie relativ hoch bewertet, wenn man sie mit den erwirtschafteten Gewinnen des Unternehmens ins Verhältnis setzt. Growth-Firmen zahlen keine oder nur geringe Dividenden, da die Gewinne in das Unternehmen investiert werden, um weiter zu wachsen.

      Value: Anlagestrategie für Geduldige

      Das im Prinzip genaue Gegenteil von Growth (Wachstum) ist Value (Wert). Value-Unternehmen verfolgen ein Geschäftsmodell mit einer bewährten, langfristigen Grundlage. Sie implizieren zwar weniger Kursfantasie, sind bei Börsenturbulenzen aber nicht so anfällig wie Growth-Titel. Der bekannteste Value-Investor ist die US-Investmentlegende Warren Buffett, der gerne auf große etablierte Konzerne wie American Express, Coca-Cola, IBM oder Munich Re setzt. Value-Anleger suchen Unternehmen, die langfristig stabile Gewinne erwirtschaften und ein solides, nachvollziehbares Geschäftsmodell haben. Da der Markt keine großen Kurssprünge erwartet, ist auch das KGV entsprechend niedrig. Zugleich zahlen Value-Firmen häufig hohe Dividenden, da sie einen großen Teil ihrer Gewinne in der Regel an die Anteilseigner ausschütten.

      Das Prinzip beim Value-Investing: Liegt der innere Wert eines Unternehmens unter dem Börsenwert, kaufen Sie. Liegt er darüber, verkaufen Sie. Der Meister seines Faches, Warren Buffet, hat diese Strategie einmal folgendermaßen auf den Punkt gebracht: „Kaufe einen Dollar, aber zahle nur 50 Cent.“ Die Kunst dabei ist es, den inneren Wert eines Unternehmens einzuschätzen. Dabei hilft die Fundamentalanalyse: Wie sehen die Geschäftszahlen wie Umsatz, Gewinn und Cashflow aus? Die Fundamentalanalyse basiert auf der Annahme, dass Unternehmen einen fairen oder wahren Wert besitzen, dem sich langfristig der Börsenkurs anpasst. Kommt ein Analyst zu dem Schluss, dass der faire Wert dem Marktwert eines Unternehmens entspricht, dürfte es für den Value-Investor weniger interessant sein. Liegt der faire Wert hingegen über dem Marktwert, sieht der Value-Investor darin ein Kaufsignal, weil das Unternehmen an der Börse „unterbewertet“ ist. Der Value-Investor lebt davon, dass der Markt nicht immer Recht hat und hin und wieder einmal „daneben“ liegt. Dies bietet dem Anleger die Chance, einzusteigen und abzuwarten, bis die Marktmeinung sich später im (gestiegenen) Börsenkurs widerspiegelt. Häufig ist es so, dass sich Value-Anleger auf kleinere und mittlere Unternehmen konzentrieren, weil diese weniger im Fokus der Analysten stehen und dadurch größere Bewertungsspielräume entstehen.

      Der Buy-and-Hold-Ansatz

      Der Name verrät es bereits: Bei der Buy-and-Hold-Anlagestrategie kaufen Investoren Aktien und lassen sie anschließend Jahre im Depot liegen. Getreu dem bekannten Spruch des Börsenaltmeisters André Kostolany (1906-1999): „Kaufen Sie Aktien, nehmen Sie Schlaftabletten und schauen Sie die Papiere nicht mehr an. Nach vielen Jahren werden Sie sehen: Sie sind reich.“ Diesem Ansatz liegt die Annahme zugrunde, dass Unternehmen auf Dauer wachsen. Zum Beispiel, weil die Konsumwünsche der Menschen naturgemäß nicht enden. Hinzu kommt, dass der häufige Kauf und Verkauf von Aktien hohe Transaktionsgebühren verursacht – dies kann bei „Buy and Hold“ nicht so schnell passieren.

      Prozyklische und antizyklische Anleger und Dividendenjäger

      Neben dem Growth- und Value-Ansatz gibt es noch andere Anlagestrategien. Beispiele sind prozyklisches und antizyklisches Investieren oder Dividendenstrategien. Prozykliker agieren nach dem Prinzip „The trend is your friend“. Ein Unternehmen, bei dem es zuletzt gut lief, besitzt nach deren Auffassung weiteres Kurspotenzial. Antizykliker investieren hingegen in Aktien, deren Kurs jüngst gesunken ist. Dabei versuchen sie herauszubekommen, bei welchem Unternehmen der Wertverlust zu hoch ausgefallen ist. Bei der Dividendenstrategie suchen Anleger Titel heraus, die Jahr für Jahr hohe Dividenden zahlen. Dadurch streichen Anleger auch bei stagnierenden Kursen eine konstante jährliche Rendite ein. Dividendenstarken Werte gelten oft als Indikator für profitabel und solide wirtschaftende Unternehmen.

      Whitebox setzt auf Value, aber nicht nur

      Wir bei Whitebox glauben, dass die Value-Strategie einen hervorragenden Ansatz bietet, langfristig erfolgreich zu investieren. Wir verfolgen daher einen Value-Ansatz in Verbindung mit einer sinnvollen Assetallokation: Wir stellen für individuelle Risikoprofile Portfolios aus börsennotierten Indexfonds (ETFs) und börsengehandelten Wertpapieren (ETCs) aus günstig bewerteten, aussichtsreichen Anlageklassen, Branchen und Regionen zusammen. Auch wenn wir davon überzeugt sind, dass das Portfolio nicht täglich, wöchentlich oder monatlich ständig verändert werden muss: Wenn sich unsere langfristigen Kapitalmarktannahmen im Hinblick auf Chancen oder Risiken verändern, passen wir unsere Portfolios an. Grundsätzlich gilt: Die Marktpreise bestimmter Anlageklassen, Branchen oder auch Regionen schwanken auf lange Sicht sie um ihren fairen Wert. Wir filtern ETFs heraus, deren Titel wir an den Börsen für unterbewertet halten und daher aus unserer Sicht deutliches Aufwärtspotenzial aufweisen.

      Die strikte Trennung zwischen Value und Growth ist im Übrigen nicht immer hilfreich. Denn grundsätzlich können eben auch Wachstumswerte unter ihrem Wert gehandelt werden, beispielsweise bei Titeln aus der Biotech-Branche.

      Wir setzen bei unserer Anlagestrategie ausdrücklich nicht auf das Market-Timing, bei dem Manager ihre Anlageentscheidungen aufgrund von Prognosen oder aktueller wirtschaftlicher Entwicklungen sowie kurz- bis mittelfristiger Tendenzen treffen. Wir konzentrieren uns stattdessen auf Bewertungen, die sich anhand von fundamentalen Daten und Erwartungen ergeben. Daher sind wir in der Lage, unabhängig von aktuellen wirtschaftlichen Entwicklungen Portfolios zu erstellen, den Anlagezielen unserer Kunden gerecht zu werden. Die Chancen und Risiken hängen dabei vom Rendite-Risiko-Profil unserer Kunden ab.