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Warum sich es sich lohnt, in ETFs anzulegen | Whitebox

Einfach genial: Anlage per ETF

Geschrieben von Salome Preiswerk
3. Juni 2020

Wer sagt, dass Geldanlegen stets kostenintensiv und komplex ist, spricht entweder nicht die Wahrheit, weiß es nicht besser oder kennt keine ETFs. Diese börsengehandelten Indexfonds bieten Ihnen die Möglichkeit, zu geringen Gebühren in verschiedene Regionen, Branchen und Anlageklassen zu investieren. Wie das geht, lesen Sie hier.

Die wichtigsten Aussagen des Artikels:

  • Mit ETFs partizipieren Sie an der Performance eines Referenzindex.
  • ETFs verursachen deutlich weniger Nebenkosten als herkömmliche Fonds.
  • Besser mit ETFs passiv gemanagt investieren: Nur die wenigsten Manager von aktiven Fonds schaffen es, den Markt zu schlagen.
  • Whitebox kann Ihnen mit ETFs ein breit diversifiziertes Portfolio bauen.
  • Der feine Unterschied: ETF ist nicht immer gleich Indexfonds.

Was ist ein ETF?

ETF steht für „Exchange Traded Funds“, im Deutschen sprechen wir von börsengehandelten Indexfonds. Diese offenen Investmentfonds werden an der Börse gehandelt. Sie bilden zumeist einen Index eins zu eins ab. Die klassische Version ist ein ETF auf einen Aktienindex. Mit diesen Indexfonds können Sie an der Wertentwicklung des DAX oder anderen Aktienindizes wie etwa S&P 500 (Aktien USA), FTSE CAC 40 (Aktien Frankreich), Nikkei 225 (Aktien Japan) oder MSCI World (Aktien Industrieländer weltweit) eins zu eins teilnehmen. Darüber hinaus gibt es ETFs, die Indizes auf andere Anlageklassen wie etwa Anleihen oder Rohstoffe abbilden.

Wie ist es möglich, einen Index nachzubauen?

Indizes lassen sich auf zwei verschiedene Weisen nachbauen: mit direkter (physischer) Replikation oder mit indirekter (synthetischer) Replikation. Bei der ersten Variante kauft der Fonds sämtliche Wertpapiere des zugrunde liegenden Index und gewichtet diese entsprechend dem Referenzindex. Synthetisch gebaute ETFs hingegen setzen bei der Indexnachbildung auf Tauschgeschäfte mit Banken: Konkret geht dies per Swap. Die ist eine Vereinbarung, die der ETF-Anbieter mit einer Bank abschließt, zumeist ist dies die Muttergesellschaft des ETF-Anbieters. Der Kontrahent (die Bank) verpflichtet sich, die Performance des Referenzindex beispielsweise gegen die Rendite des Aktienkorbs zu tauschen. Synthetisch gebaute ETFs erlauben es, in bestimmten Fällen einen Index effizienter und besser nachzubilden – etwa bei sehr breiten oder illiquiden Marktindizes. Wir bei Whitebox bevorzugen grundsätzlich physisch replizierende Fonds. Synthetisch replizierende Fonds nutzen wir nur dann, wenn diese aufgrund anderer Auswahlkriterien deutlich vorteilhafter sind.

Wie kann ich per ETF investieren?

Das Prinzip bei der Anlage mit ETFs ist das gleiche wie bei Aktien oder Anleihen: Um ETFs zu handeln, benötigen Sie ein Wertpapierdepot – ein Konto, mit dem Sie Ihre Wertpapiergeschäfte abwickeln. Da ETFs einen klar definierten Index nachbilden, können Sie jederzeit nachvollziehen, wie sich Ihr Investment entwickelt. Beispiel: Der DAX steigt in einem Jahr um zehn Prozent. Der Kurs Ihres DAX-ETF steigt in der gleichen Zeit ebenfalls um zehn Prozent.

Welche Vorteile bieten ETFs gegenüber herkömmlichen Fonds?

ETFs verfolgen eine passive Strategie, da sie schlicht und einfach einen Index nachbilden. Klassische Fonds hingegen werden aktiv verwaltet. Fondsmanager kaufen und verkaufen je nach Marktlage und Ausrichtung die in dem Fonds enthaltenen Werte. Die ständige Analyse der Märke und die vergleichsweise hohen Handelsaktivitäten sind mit einem enormen Kostenaufwand verbunden. Der Fondsanbieter reicht diese in Form von Gebühren an die Anleger weiter. Die Kosten bei ETFs sind hingegen sehr überschaubar. Während die jährlichen Kosten bei ETFs in der Regel zwischen 0,05 und 0,5 Prozent liegen, können diese bei aktiv verwalteten Fonds zwischen 1,5 und 2 Prozent oder auch mehr betragen. Hinzu kommt, dass Banken für viele aktiv gemanagte Fonds von Anlegern einen (einmaligen) Ausgabeaufschlag verlangen – beispielsweise fünf Prozent bei Aktienfonds. Bei ETFs gibt es grundsätzliche keine Ausgabeaufschläge. Wichtig zu wissen: Die Gebühren müssen Sie bei der Anlage erst einmal wieder einholen , um in die Gewinnzone zu kommen. Durch die schlanke Kostenstruktur der ETFs geht dies mit ihnen schneller als bei aktiv verwalteten Fonds.

Schneiden ETFs gegenüber aktiv gemanagten Fonds schlechter ab?

Eigentlich könnte man meinen, dass normale Fonds gegenüber Indexfonds einen Vorteil haben: Fondsmanager können in fallenden Märkten die Risiken besser managen und damit erfolgreicher agieren. Allerdings ist das ein Trugschluss. Denn Studien zeigen immer wieder, dass es nur wenigen Fondsmanagern gelingt, den Markt, sprich den Vergleichsindex, zu. Nicht nur, dass klassische Fonds höhere Verwaltungsgebühren verursachen. Falsche und ineffiziente Anlageentscheidungen sind oft ein Grund dafür, dem Markt bei der Wertentwicklung unterlegen zu sein. Das Ziel der Fondsmanager, durch einen günstigen Markteinstieg eine bessere Performance zu erreichen als der breite Markt, wird zumeist verfehlt. Selbst versierte Investoren bekommen genau dieses Timing-Problem nicht in den Griff. Andererseits ist klar, dass Anleger mit ETFs keine Chancen auf Überrenditen gegenüber den zugrunde liegenden Indizes haben. Aber bedenken Sie: Auf Dauer schafft es kaum jemand, den Markt zu toppen!

Was bedeutet Tracking Error?

ETFs bilden zwar einen Index ab. In der Praxis ist dies jedoch nicht immer zu 100 Prozent umsetzbar. Es kann zu leichten Abweichungen zwischen der Performance des Index und des ETF kommen. Dies nennt man Tracking Error. Mögliche Gründe dafür sind:

  • eine Zeitverzögerung beim Ein- und Verkauf von Aktien
  • Probleme mit unterschiedlichen Zeitzonen
  • bereits ausbezahlte, aber noch nicht verrechnete Dividenden.

Whitebox achtet bei der ETF-Auswahl darauf, dass die eingesetzten ETFs – wenn überhaupt – einen kleineren Tracking Error als ihre Vergleichsgruppe aufweisen.

Kann ich mit ETFs ein breit gestreutes Portfolio erstellen?

Ganz klar: ja. Im Vergleich zu einer Anlage in einzelne Titel wie Aktien und Anleihen können Sie mit einer überschaubaren Anzahl von Indexfonds Ihr Portfolio breit diversifizieren. Da die einzelnen ETFs auf hunderte oder gar tausende Aktien oder Anleihen setzen, streuen Sie entsprechend Ihr Investmentrisiko. So können Sie per ETF Ihr Geld weltweit in verschiedene Anlageklassen, Sektoren und Branchen verteilen. Die Kunst hierbei besteht nun darin, die ETFs so auszuwählen, dass sie sich ergänzen. Wem hierbei das Know-how und die Erfahrung fehlen, der holt sich vielleicht Positionen ins Depot, die die Risiken des Investments erhöhen, anstatt sie einzuschränken. Wir von Whitebox unterstützen Sie dabei gerne und stellen Ihnen ein diversifiziertes Portfolio zusammen. Dabei haben wir die Marktrisiken im Blick: Aufgrund unserer Expertise können wir beurteilen, welche Anlageklassen, Regionen und Branchen zu Ihnen passen. Unter den zahlreichen ETFs, die der Markt bietet, suchen wir diejenigen heraus, die Ihren Anlagezielen und Ihrer Risikoneigung entsprechen. Ein großer Vorteil von ETFs: Mit ihnen können wir Ihnen zu günstigen Konditionen ein diversifiziertes und professionell verwaltetes Portfolio anbieten.

Wie sicher ist die Anlage mit ETFs?

Wie andere Investments auch unterliegen Indexfonds dem Marktrisiko. Begibt sich der Index, auf den Sie per ETF setzen, auf Talfahrt, nehmen Sie entsprechend an den Kursverlusten teil. Da sich Aktienmärkte auf Dauer zumeist positiv entwickeln, haben Sie jedoch gute Chancen, langfristig Gewinne zu erzielen. Schauen Sie sich zum Beispiel einmal die historische Performance bekannter Aktienindizes wie den S&P 500 (USA), Euro Stoxx 50 (Eurozone), DAX (Deutschland) oder den MSCI World (Industrieländer weltweit) an. Auch wenn vergangene Entwicklungen keine Garantien für die künftige Performance bieten, bekommen Sie als Einsteiger auf diese Weise schnell ein Gefühl dafür, wie die großen Märkte über viele Jahre hinweg abschneiden. Neben dem Marktrisiko stellt sich für Sie noch die Frage, wie sicher Ihr angelegtes Kapital beim jeweiligen Fondsanbieter (Fondsgesellschaft) ist. ETFs sind Sondervermögen. Das heißt, Ihre Fondsanteile werden getrennt vom Vermögen der Fondsgesellschaft aufbewahrt. Im Insolvenzfall der Fondsgesellschaft wird Ihr angelegtes Kapital nicht der Konkursmasse zugerechnet. Ihr Kapital ist somit geschützt.

Gibt es einen Unterschied zwischen einem ETF und einem Indexfonds?

Ja. Oft werden beide Begriffe synonym verwendet. Dies ist im eigentlichen Wortsinn nicht zu 100 Prozent korrekt. Wichtig: Ein Indexfonds ist nicht immer ein ETF, Unterschiede können in folgenden Merkmalen bestehen:

  • Preisberechnung: An der Börse entsteht der Preis für den ETF, der im Bruchteil einer Sekunde gehandelt wird. Indexfonds hingegen werden einmal täglich auf Basis der Schlusskurse der entsprechenden Werte, etwa Aktien, festgestellt. Zu diesem Preis können Anleger von der Fondsgesellschaft Anteile kaufen und verkaufen.
  • Fallende Kurse: Bei ETFs gibt es auch Short-Varianten. Mit ihnen können Anleger auf fallende Indexkurse setzen. Dies gibt es bei Indexfonds nicht.
  • Physis: Indexfonds werden immer physisch abgebildet. Die Einzelwerte befinden sich also tatsächlich im Indexfonds. Dies muss bei ETFs nicht der Fall sein.
  • Bestehen: Indexfonds gibt es bereits seit mehr als 40 Jahren. Der Gründer des US-Fondsanbieters Vanguard, John Bogle (1929 – 2019), gilt als Erfinder der Indexfonds. Er erschuf den ersten nachbildenden Fonds des US-Aktienindex S&P 500 im Jahre 1976. Heute werden Indexfonds fast ausschließlich von institutionellen Investoren genutzt. Börsengehandelte Indexfonds (EZFs) entstanden erst Jahre später. Der erste ETF hingegen wurde am 9. März 1990 in Kanada an die Börse gebracht – zehn Jahre vor den ersten ETFs in Europa.