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Anlage-Alternativen für Festzins-Anleger | Whitebox
Rendite | Geldanlage | 7 min

Anlage-Alternativen für Festzins-Anleger

Geschrieben von Nadine Friederichs
30. März 2020
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Inhaltsverzeichnis

      Es gab Zeiten, da waren Festzinsanlagen attraktiv. In der aktuellen Niedrigzinsphase gilt das aber nicht mehr, da Geldanlagen mit festen Zinsen wenig Ertrag einbringen. Und wenn sie doch eine attraktive Rendite versprechen, ist das mit höherem — teilweise sogar extrem hohem — Risiko verbunden. Doch es gibt attraktive Alternativen.  

      Wenn bei Geldanlagen der Zinssatz für einen bestimmten Zeitraum festgelegt ist, spricht man von einem Festzins. Dieser kann also innerhalb dieses Zeitraums weder erhöht noch gesenkt werden. Der für den Festzins geltende Zeitraum ist in der Regel die Laufzeit. Festzinsen kommen zum Beispiel bei Festgeldern, Krediten und Anleihen zum Einsatz. 

      Ist Festzins gleich Festgeld? 

      Nein! Hinter Geldanlagen mit „Festzins“ kann sich sowohl ein Festgeld als auch eine andere Anlageform wie ein Kredit oder eine Anleihe verbergen. Sie müssen deshalb bei etwaigen Angeboten genau hinschauen. Denn deutsche Festgelder gelten als relativ sichere Anlage, da sie der gesetzlichen Einlagensicherung unterliegen. Festzinsanleihen oder mit „Festzins“ beworbene Nachrangdarlehen hingegen bieten in der Regel keine Sicherheit. Bei Nachrangdarlehen werden Anleger im Falle einer Insolvenz sogar als letztes entschädigt.

      Festzinsanlagen im Vergleich

      Wir haben die wichtigsten Merkmale von Festzinsanlagen in der folgenden Tabelle gegenübergestellt. Sie werden sehen, dass es dabei tatsächlich große Unterschiede gibt. Eine Besonderheit betrifft die Anleihen: Die Laufzeit bewegt sich hier nicht nur innerhalb einer sehr großen Spannweite. Zudem können Sie als Anleger Anleihen handeln — also während der Laufzeit an einen anderen Anleger weiterverkaufen. Dann ist die Restlaufzeit der Anleihe die (neue) Laufzeit für den Käufer. 

       

      Festgeld

      Anleihe

      Nachrangdarlehen

      Höhe des Festzinses

      Bis ca. 1,5 %

      Bis ca. 8 %*

      Bis ca. 9 %

      Laufzeiten

      1 bis 120 Monate

      1 Tag bis 100 Jahre*

      12 bis 60 Monate

      Anbieter

      Banken

      Banken, KfW, öffentliche Hand, Unternehmen

      Online-Plattformen, Unternehmen

      Einlagensicherung

      Gesetzlich zu 100% bis 100.000 € pro Kunde

      i.d.R. keine

      I.d.R. keine

      Risiko

      niedrig

      niedrig bis mittel

      mittel bis hoch

      Investitionen in 

      Festgeld

      Banken, Staaten, Unternehmen

      Unternehmen, Start-Ups, Immobilien

      * Die Vielfalt von Anleihen ist schier unendlich. Die Referenzangaben beziehen sich auf Emittenten aus dem Investment Grade und in Euro emittierte Anlagen ohne Nachrang. Wenn diese Parameter geändert werden, kann sich sowohl der Festzins als auch damit verbunden das Risiko deutlich verändern. 

      Worauf muss ich bei Anlagen mit Festzins achten?

      Wie oben beschrieben können sich hinter Angeboten mit „Festzins“ sehr unterschiedliche Geldanlagen verbergen, die sich teilweise erheblich voneinander unterscheiden. Das einzige, was alle gemeinsam haben, ist der über die Laufzeit festgelegte Zinssatz. Bei Festzinsanlagen verhält es sich derzeit wie bei den meisten Geldanlagen auch: Relativ sichere Produkte bringen unter Berücksichtigung der Inflation eine negative Rendite, während Angebote mit attraktivem Festzins mit einem höheren bis teilweise sehr hohen Risiko einhergehen. 

      ETF-Portfolios sind aus unserer Sicht daher die bessere Wahl, denn: Sie können je nach Risikofreudigkeit unterschiedlich zusammengestellt werden und bieten in der Regel bessere Renditechancen bei vergleichbarem Risiko. Wenn Sie dennoch lieber in eine Festzinsanlage investieren wollen, sollten Sie zuerst die folgenden beiden Fragen für sich beantworten: 

      1. Wie lange können/wollen Sie auf Ihr Geld verzichten? 
      2. Was ist Ihnen am wichtigsten: maximale Rendite oder Sicherheit? 

      Wenn Sie diese Fragen geklärt haben, werden bereits einige Festzinsanlagen für Sie nicht mehr infrage kommen. Bei der Auswahl der Geldanlage sollten Sie dann ein paar Aspekte berücksichtigen, um die Sicherheit Ihrer Anlage zu erhöhen: 

      • Wenn Sie nicht bewusst spekulativ investieren wollen: Investieren Sie in Anbieter, die ein Rating innerhalb des Investment Grades haben. Bei Anbietern mit schlechterer Bonität ist das Ausfallrisiko höher — und Anlagen damit risikoreicher. Ab einem Rating von BBB- bzw. Baa3 fallen Anleihen in den Speculative Grade. 
      • Setzen Sie vorrangig auf Anlagen in Euro oder anderen, stabilen Währungen wie zum Beispiel US-Dollar.
      • Auch wenn Crowdinvesting immer stärker im Trend liegt: Seien Sie vorsichtig bei Nachrangdarlehen. Denn das Risiko ist unter Umständen sehr hoch — und damit auch die Gefahr, dass Sie Ihr Kapital nicht mehr zurückbekommen. 
      • Wählen Sie aktuell eher kürzere Laufzeiten. Denn sobald die Zinsen wieder steigen, können Sie das Kapital rentabler anlegen. 

      Geldanlage mit Festzins vs. ETF-Portfolio mit Whitebox

      Sowohl Geldanlagen mit Festzins als auch ETF-Portfolios sind nicht einheitlich definiert, sondern können unterschiedliche Anlagen beinhalten sowie sehr unterschiedlich gestaltet sein. Beide Anlageformen können unterschiedliche Risikoprofile von sicherheitsorientiert bis sehr renditenorientiert abbilden. So weit die Gemeinsamkeiten. Will man die Geldanlagen jedoch vergleichen, muss dies differenziert geschehen. 

      Festgeld vs. ETF-Portfolio

      Ein Vergleich zwischen einem Festgeld und einer Geldanlage mit Whitebox gestaltet sich noch relativ einfach. Denn sowohl die Konditionen als auch die Rahmenbedingungen unterscheiden sich bei Festgeldern kaum. In der nachfolgenden Tabelle haben wir beispielhaft eine einmalige Anlage von 5.000 Euro als Festgeld oder in ein ETF-Portfolio bei  Whitebox gegenübergestellt.  

      Hätten Sie vor zwei Jahren 5.000 Euro in einem Festgeld zu 0,55 Prozent angelegt, hätten Sie dafür jedes Jahr 27,50 Euro erhalten. Da es bei Festgeldern keinen Zinseszinseffekt gibt, hätte Ihr Gesamtertrag nach zwei Jahren bei 55 Euro gelegen. Unter Berücksichtigung der Inflationsrate hätte Ihr Geld inklusive Zinszahlung nach zwei Jahren 135 Euro an Wert verloren. Hätten Sie Ihre 5.000 Euro im Vergleich dazu vor zwei Jahren in ein ETF-Portfolio bei Whitebox investiert, hätten sie auf die Laufzeit gesehen mehr als die doppelte Rendite  — 2,55 Prozent — erwirtschaftet. Inflationsbereinigt hätte ihr Geld dadurch lediglich die Hälfte weniger an Wert verloren, nämlich 62,50 Euro.

       

      Geldanlage mit „Festzins“

      Geldanlage mit Whitebox

      Anlageklasse

      Festgeld

      ETF-Portfolio, sicherheitsorientiert

      Anlage in…

      Festgeld

      ETFs

      Investitionszeitraum

      2 Jahre

      2 Jahre

      Rendite nominal

      1,1 %*

      2,55 %*

      Rendite real***

      -2,7 %

      -1,25 %

      Risikostufe

       

      sicherheitsorientiert, Stufe 1

      Einlagensicherung

      gesetzlich bis 100.000 € pro Kunde

      Anlage ist Sondervermögen

      Ertrag bei 5.000 € Anlagesumme

      55 €

      127,30 €

      realer Ertrag bei 5.000 € Anlagesumme**

      -135 €

      -62,50 €

      * Die Rendite ist jeweils auf die Laufzeit berechnet. Eine Anlage mit Whitebox hätte in der Risikostufe 1 vorletztes 2018 -2,8 Prozent und 2019 5,5 Prozent Rendite gebracht (um Kosten bereinigt).
      ** Bei dem realen Ertrag haben wir den Wertverlust durch die Inflation berücksichtigt. 

      Anleihen vs. ETF-Portfolio

      Anleihen mit einem ETF-Portfolio zu vergleichen, ist ungefähr so, als würden Sie versuchen, einen Korb Obst mit einem Korb Gemüse ins Verhältnis zu setzen. Seriös ist das — zumindest pauschal — nahezu unmöglich. Vor allem die Risikobewertung der beiden Anlagemöglichkeiten ist sehr unterschiedlich und schwer miteinander zu vergleichen. Investieren Sie zum Beispiel in eine deutsche Staatsanleihe, ist diese vermutlich an Sicherheit kaum zu übertreffen, eine attraktive Rendite wird sie Ihnen aber aktuell nicht einbringen. Wollen Sie hingegen eine Staatsanleihe mit attraktiver Rendite erwerben, müssen Sie in Länder investieren, deren Bonität deutlich schlechter ist und wo sich somit die Kursentwicklung der Anleihe schwerer einschätzen lässt. Das Prinzip — aber auch nur das — gilt auch bei einem diversifizierten ETF-Portfolio: Je mehr Rendite Sie erzielen möchten, desto mehr Risiko müssen Sie eingehen. Risiko meint hier vor allem den Aktienanteil des Portfolios und damit die Volatilität bzw. den möglichen Wertverlust.  

      Crowdinvestment vs. ETF-Portfolio

      Ein wirklich aussagekräftiger und sinnvoller Vergleich zwischen Crowdinvestments oder Nachrangdarlehen und einem gut diversifizierten Portfolio ist ebenfalls schwer möglich. Zum einen sind viele Crowdinvestments Nachrangdarlehen, aber nicht alle. Zum anderen — und das ist viel entscheidender: Das genaue Risiko eines solchen Crowdinvestments lässt sich häufig kaum oder nur sehr schwer einschätzen. Denn die meisten Anbieter sind Unternehmen, noch dazu häufig Start-Ups. Und diese werden von den großen Ratingagenturen nicht geratet. Es lassen sich mit solchen Geldanlagen also durchaus vergleichbare Renditen einfahren, das Risiko ist aber häufig nicht definierbar und in der Regel um ein Vielfaches höher als bei einem gut diversifizierten ETF-Portfolio.

      Whitebox: mehr Rendite bei vergleichbarem Risiko

      Zusammenfassend kann man sagen: Durch den innovativen Anlageansatz profitieren Sie bei einer Anlage mit Whitebox von der Chance auf mehr Rendite bei gleichem Risiko. Oder umgekehrt: Um dieselbe Rendite mit einer Festzinsanlage zu erwirtschaften, müssten Sie bereit sein, mehr Risiko einzugehen.