Jetzt anlegen
Sparbuch fürs Kind oder zeitgemäße Alternative? | Whitebox
ETF | Geldanlage | Kinder | 10 min

Sparbuch fürs Kind oder zeitgemäße Alternative?

Geschrieben von Whitebox-Redaktion
23. Oktober 2020
Inhaltsübersicht einblenden
Inhaltsübersicht ausblenden

Inhaltsverzeichnis

      Sie sind gerade Eltern geworden und haben sich entschlossen, regelmäßig etwas Geld für Ihr Kind an die Seite zu legen. Nur jetzt stehen Sie vor der Frage: Wie bloß und in welcher Form? Denn Angebote gibt es zuhauf. Wir stellen Ihnen die gängigen Möglichkeiten vor – und ordnen deren Vor- und Nachteile ein.

      Welche Sparmöglichkeiten für Kinder gibt es?

      Sie haben schon lange darüber nachgedacht, jetzt wollen Sie es endlich angehen: Geld anlegen für Ihr Kind. Für das Studium etwa, das erste Auto oder die erste eigene Wohnung. Wenn Sie sich nun aber umschauen, werden Sie sehen, dass es viele Möglichkeiten gibt – vom Sparbuch über das Bausparen und die Ausbildungsversicherung bis hin zum Fondssparen. Allerdings: Viele gängige Sparvarianten eignen sich inzwischen nicht mehr für die Geldanlage. Denn sie bieten kaum oder keinerlei Zinsen mehr.

      Viele Varianten: Vom Sparbuch bis zum ETF-Sparplan

      Damit Sie einen Überblick bekommen, haben wir einmal die bekanntesten Varianten zusammengestellt – samt Vor- und Nachteilen.

      • Variante 1: Sparbuch. Früher war das Sparbuch der Klassiker der Geldanlage für Kinder. Doch Sparbücher – ebenso wie Sparbriefe oder Festgeldkonten – bringen keine Rendite mehr, seit die Europäischen Zentralbank eine Niedrigzinspolitik fährt. Wenn Sie dann noch die Inflation (auch wenn sie derzeit noch so niedrig ist) berücksichtigen, vernichten Sie mit solchen Anlagen sogar Vermögen.
      • Variante 2: Bausparen: Bausparverträge sind heutzutage im Prinzip keine Geldanlage mehr, da die Verzinsung in der Ansparphase zu vernachlässigen ist und das Kapital daher für mehrere Jahre keine Rendite bringt. Mit einem Bausparvertrag sichern Sie sich die niedrigen Kreditzinsen von heute für einen späteren Zeitpunkt. Er macht also, wenn überhaupt, nur dann Sinn, wenn Sie davon ausgehen, dass die Zinsen in den nächsten Jahren stark steigen werden. Derzeit sieht es aber nicht danach aus.
      • Variante 3: Versicherung: Viele Versicherungsunternehmen bieten sogenannten Ausbildungsversicherungen an. Dabei handelt es sich um eine Form der kapitalbildenden Lebensversicherung, die die Kosten der späteren Berufsausbildung eines Kindes abdecken soll. Die Ablaufleistung wird in der Regel erst zum Vertragsende fällig. Doch Ausbildungsversicherungen sind mit hohen Kosten verbunden, binden über viele Jahre und bieten oft keinerlei Rendite. Grundsätzlich gilt: Versicherungen sind keine Sparprodukte, sie sollten vielmehr große Lebensrisiken absichern. Wenn Sie Ihr Kind absichern wollen für den Fall, dass Ihnen etwas passiert, eignet sich dafür die kostengünstige Risiko-Lebensversicherung viel besser. Auch Verbraucherzentralen raten von Ausbildungsversicherungen ab.
      • Variante 4: Aktiv gemanagte Fonds. Mit aktiv gemanagten Fonds setzen Sie auf eine Vielzahl von Aktien, Anleihen oder andere Wertpapiere und streuen damit Ihr Risiko. Breit gestreute Aktieninvestments über einen längeren Zeitraum haben in den vergangenen Jahrzehnten immer eine recht ansehnliche Rendite erwirtschaftet. Doch aktiv gemanagte Fonds sind nicht billig, die durchschnittlichen Kosten liegen meist zwischen 1 und 2,5 Prozent im Jahr. Bei Kauf müssen Sie außerdem einen Ausgabeaufschlag zahlen.
      • Variante 5: Passive Fonds (ETFs). ETFs (Exchange Traded Funds) sind passive Fonds: Sie bilden lediglich einen Index ab, etwa den Dax oder den US-amerikanischen S&P 500. Wenn Sie also zum Beispiel einen Dax-ETFs kaufen, bildet dieser die Entwicklung der 30 Dax-Mitglieder ab. ETFs sind daher transparent, einfach zu verstehen und auch günstig, da sie ohne aktives Management auskommen. Die laufenden Kosten liegen oft unter 0,5 Prozent im Jahr, einen Ausgabeaufschlag bei Kauf gibt es nicht. Darüber hinaus zeigen viele Untersuchungen, dass es aktiv gemanagten Fonds in der Regel nicht gelingt, eine bessere Rendite zu erwirtschaften als passive Fonds.

       

      In der nachfolgenden Tabelle haben wir die fünf beschriebenen Varianten mit ihren Vor- und Nachteilen gegenübergestellt:

       

       

      Renditechancen

      sparplanfähig

      Kosten

      Sparbuch

      ★★★☆☆

      (ab 2.000 Euro Kündigungsfrist von drei Monaten oder Vorschusszinsen)

      ★☆☆☆☆

       

      ★★★★★

       

      ★★★★★

       

      Bausparen

      ★☆☆☆☆

       

      ★☆☆☆☆

       

      ★★★☆☆

       

      ★☆☆☆☆

       

      Versicherung

      ★☆☆☆☆

       

      ☆☆☆☆☆

       

      ★★★☆☆

       

      ☆☆☆☆☆

       

      Aktiv gemanagte Fonds

      ★★★★☆

      (bei niedrigen Kursen Verkauf nicht empfehlenswert)

      ★★☆☆☆

      bis

      ★★★★★

       

      ★★★★★

       

      ★★★☆☆

       

      Passiv gemanagte Fonds/ETFs

      ★★★★☆

      (bei niedrigen Kursen Verkauf nicht empfehlenswert)

      ★★☆☆☆

      bis

      ★★★★★

       

      ★★★★★

       

      ★★★★★

       

      ☆☆☆☆☆ = schlecht

      ★★★★★ = gut

      Zinsen sind nicht so wichtig? Weit gefehlt!

      Wenn Sie sich nun fragen, welche Rolle der Zins und der Zinseszinseffekt über die Zeit spielen: eine gewaltige! Hier ein Beispiel: Sie legen für Ihr Kind 18 Jahre lang 100 Euro im Monat an die Seite, insgesamt also 21.600 Euro. Für das Sparbuch setzen wir einen Zins von 0,5 Prozent an, für den Sparplan mit aktiv gemanagten Aktienfonds (wegen der Kosten) 4 Prozent im Jahr und für den Sparplan mit Aktien-ETFs 5 Prozent. Für die Versicherung kalkulieren wir überschlagsmäßig mit einem Zins von 0 Prozent, da die niedrige Rendite von den hohen Kosten aufgefressen wird. Nach 18 Jahren sind dann zusammengekommen:

      • Versicherung zu 0 Prozent: 600 Euro
      • Sparbuch zu 0,5 Prozent: 606 Euro
      • Sparplan aktiv gemanagte Aktienfonds zu 4 Prozent: 31.664 Euro
      • Sparplan ETFs zu 5 Prozent: 066 Euro

      Das ist natürlich nur eine Bespielrechnung und keine konkrete Prognose für die Zukunft. Allerdings zeigen die Zahlen, welche Folgen die Entscheidung für eine bestimmte Sparform haben kann.

      Und wenn Sie die Prognosen für Aktieninvestments für übertrieben halten: Das Deutsche Aktieninstitut DAI rechnet regelmäßig aus, welche Rendite ein Investment in den DAX bringt: Bei langen Anlagezeiträumen (ab 10 Jahre) sind die Renditen alle gut. 3 oder 4 Prozent im Jahr sind da eher Ausreißer nach unten. Bei 25 Jahren sind es mindestens knapp 7 Prozent im Jahr.
      (Wertentwicklung als Chart?)

      Soll ich auf den Namen des Kindes oder auf eigenen Namen sparen?

      Das Sparen auf den Namen des Kindes über ein sogenanntes Minderjährigenkonto hat Vorteile, aber auch Nachteile, ebenso das Sparen auf Ihren Namen. Hier haben wir die wichtigsten Aspekte zusammengestellt:

      Sparen auf den Namen des Kindes:

      • Für die anfallende Kapitalerträge haben Kinder einen eigenen steuerlichen Grundfreibetrag von 9.408 Euro (2020). Dazu kommt für das Kind dann noch der „normale“ Sparerfreibetrag von 801 Euro.
      • Wenn Eltern Hartz-IV-Empfänger sind, wird das Vermögen des Kindes, wenn es auf einem Konto mit dessen Namen liegt, nicht auf das Vermögen der Eltern angerechnet.
      • Sie müssen ein neues Konto eröffnen (Minderjährigenkonto).
      • Wird das Kind volljährig, hat es Zugriff auf das Geld und kann damit machen, was es will (und kauft vielleicht einen überteuerten Sportwagen, statt das Geld für das Studium zu verwenden).
      • Sie können das Geld nicht einfach wieder auf das eigene Konto zurücküberweisen. Bei höheren Beträgen müssten Sie sogar Schenkungssteuern zahlen.
      • Staatliche Unterstützung im Studium (BAföG) kann Ihr Kind nur erhalten, wenn sein Vermögen 8.200 Euro nicht übertrifft. Ansonsten muss das Geld eingesetzt werden.
      • Kinder fallen auch aus der gesetzlichen Krankenversicherung der Eltern heraus, wenn Sie Kapitaleinkünfte über eine bestimmte Höhe hinaus beziehen.

      Minderjährigenkonto: Sparen auf Ihren Namen:

      • Sie müssen kein neues Konto eröffnen.
      • Nur Sie haben Zugriff auf das Geld, auch über den 18. Geburtstag Ihres Kindes hinaus.
      • Der steuerliche Grundfreibetrag von 9.408 Euro (2020) bleibt ungenutzt, ebenso der Steuerfreibetrag von 801 Euro für das Kind. Relevant ist der Freibetrag allerdings nur für Eltern, die schon mit anderen Kapitaleinkünften ihre Freibeträge ausschöpfen.

      Fazit: Auch wenn Sie Gutverdiener sind und die steuerlichen Vorteile Sie locken, überlegen Sie sich die Entscheidung, Geld im Namen Ihres Kindes anzulegen! Experten raten davon ab, sich aus steuerlichen Gründen für ein Konto oder Depot auf den Namen des Kindes zu entscheiden. Geld im Namen des Kindes sollten Sie vielmehr nur anlegen, wenn das Geld auch wirklich für das Kind gedacht ist.

      Sparen für Ihr Kind: Schon ab 5 Euro möglich

      Wenn Sie sich nun fragen, welche ETFs für einen Sparplan infrage kommen: Wir haben die wichtigsten Punkte für eine Entscheidung zusammengestellt, welche ETFs Sie kaufen sollten. Sie können die Auswahl aber auch einem Profi überlassen. Bei Whitebox liegt die kleinste Rate für Sparpläne – wenn Sie einmal die Mindestanlagesumme von 5.000 investiert haben – nur bei fünf Euro. Anders als bei „herkömmlichen“ ETF-Sparplänen, bei denen Sie monatlich in einen einzelnen ETF investieren, sparen Sie bei Whitebox regelmäßig in ein breit diversifiziertes ETF-Portfolio, das wir entsprechend Ihres individuellen Rendite-Risiko-Profils zusammenstellen. Die Raten können Sie übrigens jederzeit ändern.

      Seit Sommer 2020 können Sie auch für Ihr minderjähriges Kind ein Depot bei Whitebox eröffnen. Um Vermögen, das bereits durch Whitebox verwaltet wird, in das verwaltete Vermögen eines Kindes oder eines Jugendlichen zu transferieren, beauftragen Sie bitte einfach eine Auszahlung in entsprechender Höhe und führen die ausgezahlte Summe dem Minderjährigenkonto als Einzahlung zu. Wie das genau funktioniert, erfahren Sie hier.