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Anleger: Vom defensiven, ausgewogenen und offensiven Typus | Whitebox

Anleger: Vom defensiven, ausgewogenen und offensiven Typus

Geschrieben von Whitebox-Redaktion
25. September 2020

    Kategorien helfen manchmal dabei, Dinge besser zu verstehen. Das gilt auch für die verschiedenen Anlegerkategorien. Wenn Sie bereit sind, Ihr Geld an den Kapitalmärkten anzulegen, sollte Sie sich im Vorfeld darüber Gedanken machen, welcher Anlegertyp Sie sind und wie lange sowie zu welchen Konditionen Sie Ihr Kapital investieren wollen.

    Das Wichtigste des Artikels im Überblick:

    • Es gibt grob unterschieden drei Anlegertypen: defensiv, ausgewogen und offensiv.
    • Als Anleger sollten Sie wissen, zu welcher Gruppe Sie tendenziell gehören.
    • Je offensiver Sie als Anleger sind, desto stärker können Sie auf Aktien setzen.

    Wer ist überhaupt DER ANLEGER?

    DEN Anleger gibt es nicht. Nicht alle, die Geld anlegen, haben die gleichen Ziele und Vorstellungen. Dennoch kann man Anleger durchaus kategorisieren. So unterscheiden sie sich bei verschiedenen Kriterien wie dem Anlagehorizont (Dauer des Investments) sowie den Rendite- und Risikovorstellungen.

    Oft werden drei wichtige Anlegertypen unterschieden: der defensive, risikoscheue, der ausgewogene, der ein mittleres Risiko eingehen will, und der offensive, risikofreudige, der für höhere Renditechancen auch größere zwischenzeitliche Verluste in Kauf nehmen würde.

    Was ist Ihr Anlageziel, was Ihre angestrebte Rendite?

    Bevor es ans Eingemachte geht und Sie Geld investieren, sollten Sie sich im Klaren darüber sein, für welchen Zweck Sie eigentlich Ihr Kapital anlegen möchten. Soll es eine Weltreise sein, ein neues Auto oder gar ein Haus? Oder wollen Sie Ihre künftige Rente aufbessern oder etwas für Ihre Kinder ansparen? Das hat Folgen für die Sparsumme und den Anlagehorizont.

    Darüber hinaus sollten Sie eine Vorstellung davon haben, wie viel Rendite Sie mit Ihrem Investment erzielen möchten. Reicht es Ihnen, wenn Ihre Rendite gerade einmal so über der Inflationsrate liegt, Sie also keinen Kaufkraftverlust erleiden? Oder wollen Sie Renditen erwirtschaften, die deutlich über der Inflationsrate liegen? Dann müssten Sie – vereinfacht gesagt – Ihr Geld abseits der klassischen Sparanlagen anlegen und zum Beispiel in klassische Anlageklassen wie Aktien und Anleihen investieren.

    Was ist das magische Dreieck?

    Sie haben sicher schon einmal etwas vom magischen Dreieck der Geldanlage gehört. Dieses besteht aus den drei Eckpunkten Rendite, Risiko und Liquidität. Das Prinzip des magischen Dreiecks: Je sicherer und je liquider ein Investment ist, desto weniger Rendite wirft es ab. Im Umkehrschluss heißt das: Anlagen mit hoher Rendite sind entweder weniger liquide oder weniger sicher. Als Anleger sollten Sie sich daher fragen: Was ist Ihnen am wichtigsten: Rendite, Risiko oder Liquidität?

    Was macht einen defensiven Anleger aus?

    Der defensive Anleger mag keine Überraschungen. Er möchte genau planen, welche Erträge er bekommt. Verluste möchte er, soweit es geht, ausschließen. Vor zehn oder zwanzig Jahren war es relativ simpel, nach diesen Vorgaben zu investieren. Die einfachste Variante war es, bei der Bank ein Tagesgeldkonto zu eröffnen, um sein Kapital darauf einzuzahlen. Damit waren jährlich durchaus Zinsen von zwei oder drei Prozent möglich. Und wer sein Kapital in zehn Jahre laufende Bundesanleihen investierte, erzielte damals drei oder vier Prozent Rendite pro Jahr.

    So einfach ist das heute leider nicht mehr. Zinsfans müssen sich im Zuge der Minizinsen inzwischen schon etwas genauer umsehen. So können Staats- und Unternehmensanleihen eine Option sein, allerdings dürfen die Schuldner nicht zu bonitätsschwach sein. Dies widerspräche ja dem Prinzip des sicherheitsorientierten Anlegers. Auch ein kleiner Anteil an Aktien könnte in Frage kommen.

    Sind Direktanlagen in Immobilien oder Edelmetalle eine Alternative? Nicht wirklich. Denn Immobilienbesitzer gehen stets ein Klumpenrisiko ein, da in der Regel viel Kapital in nur einem Objekt gebunden ist. Und sollte die Immobilie künftig an Wert verlieren, etwa durch sinkende Nachfrage in einer Rezession, gerät das Investment – zumindest auf dem Papier – in die roten Zahlen. In Frage kommen daher – als Ergänzung – eher Immobilienanlagen über Fonds. Auch Rohstoffe wie Gold können geeignet sein, ebenfalls als Ergänzung. Denn Gold ist keineswegs eine so sichere Bank, wie viele meinen, und wirft außerdem keinerlei Erträge ab.

    Was ist ein „ausgewogener Anleger“....

    Der ausgewogene Anleger ist bereit, ein wenig mehr zu riskieren als der defensive Anleger. Das Renditeziel eines ausgewogenen Anlegers könnte zum Beispiel drei oder vier Prozent pro Jahr lauten. Gleichwohl ist er kein Hasardeur, der alles auf eine Karte setzt. Das klassische ausgewogene Portfolio könnte zur einen Hälfte aus Aktien und zur anderen Hälfte aus Anleihen bestehen. Bei Bedarf kann zur Diversifizierung noch etwas Gold ins Depot gemischt werden.

    … und ein offensiver Anleger?

    Wer jährliche Renditen im höheren einstelligen Prozentbereich anvisiert, gehört ganz klar zu den offensiv ausgerichteten Anlegern. Gewinne in dieser Größenklasse sind in der Regel nur zu holen, wenn Sie alles oder zumindest den überwiegenden Teil des Kapitals auf Aktien setzen.

    Aktien sorgen für den Renditekick im Portfolio. Zugleich ist aber auch klar, dass offensive Anleger es aushalten müssen, wenn die Aktienkurse Achterbahn fahren. Schließlich schwanken die Kurse der Anteilsscheine in der Regel deutlich stärker als bei Anleihen. Offensive Anleger könnten außer in Aktien auch noch in höherverzinsliche Anleihen sowie Infrastruktur-, Rohstoff- und Immobilienanlagen investieren.

    Wie positioniere ich mich?

    Sie müssen sich also fragen, welcher Anlegertyp Sie sind. Seien Sie da ehrlich zu sich selbst! Können Sie wirklich Kurseinbrüche (denken Sie an den jüngsten Corona-Crash!) aussitzen, ohne die Nerven zu verlieren? Sind Sie wirklich bereit, für mehr Chancen auch mehr Risiken einzugehen? Und wenn ja, wo liegt Ihre Schmerzensgrenze?

    In der Praxis ist es übrigens zu einfach gedacht, Anleger lediglich in drei verschiedene Kategorien zu unterteilen. Deshalb können Sie bei Whitebox eine individuelle Risikostufe von eins (sehr defensiv) bis zwölf (sehr offensiv) wählen. Wir stellen Ihnen für jedes Ziel den optimalen Mix aus passiven Anlagen zusammen. Darüber hinaus verwalten wir Ihr Kapital aktiv. Das heißt: Wir passen die Zusammensetzung des Depots bei Bedarf an – etwa im Rahmen eines kosten- und steueroptimierten Rebalancings. Aber auch, wenn sich unsere langfristigen Kapitalmarktannahmen aus Chancen- oder Risikogesichtspunkten ändern. Am besten, Sie probieren das Ganze einmal unverbindlich aus. Zum Beispiel, indem Sie eine Risikostufe auswählen und einen Anlagebetrag eingeben. Dann bekommen Sie schnell einen Überblick, wie wir Ihr Geld für Sie anlegen und welche Chancen und Risiken dabei entstehen würden.

    kapitalmarktzinsen_1975_bis_2019