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Erfolgreich investieren ist kein Hexenwerk | Whitebox

Erfolgreich investieren ist kein Hexenwerk

Geschrieben von Whitebox-Redaktion
17. Juli 2020

Sie glauben, dass auf Dauer nur Börsencracks, Banker oder Finanzexperten wissen, wie man erfolgreich Geld anlegt? Ein Trugschluss! Wer sich mit den Prinzipien des Investierens und den Märkten näher beschäftigt, kann auch als Finanzlaie an der Börse reüssieren. Wenn Sie ein paar „Basics“ beachten, können Sie guten Mutes durchstarten – oder haben eine gute Grundlage, um einen Profi zu beauftragen.

Immer wenn Ihnen jemand verspricht, an der Börse innerhalb kurzer Zeit viel Geld zu verdienen, sollten Sie misstrauisch werden. Spätestens wenn von „Kursraketen“ und „Geheimtipps“ die Rede ist, die Ihnen angeblich zu großem Reichtum verhelfen, hat es eigentlich keinen Zweck mehr, weiter zu lesen, zuzuschauen oder zuzuhören. Das andere Extrem sind Menschen, die vor der Börse, etwa vor Aktien, warnen. Dies können Leute sein, die an den Märkten nur Risiken und keine Chancen sehen. Oder auch „Crash-Propheten“, die von einer kommenden „Katastrophe“ oder gar vom „Armageddon an den Börsen“ sprechen.

Auch Börsen-Laien können erfolgreich investieren

Weder das eine („Kursraketen!“) noch das andere („Crash!“) gehört in der Regel zum Börsenalltag. Wenn Sie langfristig und geduldig anlegen und bereit sind, vorübergehende Kursschwankungen in Kauf zu nehmen, haben Sie an der Börse gute Chancen, Ihr Geld zu vermehren. Dass Sie von heute auf morgen nicht einfach exorbitante Gewinne an den Märkten erzielen können, brauchen wir hier nicht großartig erläutern. Wenn dies so simpel wäre: Warum sollten andere Ihnen das schmackhaft machen wollen, anstatt selbst an der Börse schnell reich zu werden? Zugleich wäre es keine gute Idee, wenn Sie – gerade im Minizinszeitalter – Ihr Geld überhaupt nicht anlegen, sondern auf dem Konto oder Sparbuch versauern lassen. Auch wenn erfolgreiches Investieren kein Kinderspiel ist – ein Hexenwerk ist es ebenso wenig. Wenn Sie sich ein wenig mit den verschiedenen Anlageklassen und Investmentmöglichkeiten beschäftigen, bekommen Sie ein Gefühl dafür, dass auch „ganz normale Leute“, die selbst keine Finanz- oder Börsenprofis sind, an den Märkten ordentliche Renditen erzielen können.

Womit beginne ich beim Investieren?

Bei der Geldanlage ist es so ähnlich wie bei der Arbeit oder sonstigen Projekten im Leben: Der wichtigste Teil ist immer der Anfang! Bevor Sie mit Ihrem Investments loslegen, sollten Sie im ersten Schritt Ihre Anlagevorstellungen und -ziele definieren. Möchten Sie zum Beispiel eine kleine Anlagesumme anlegen, um in den kommenden Jahren eine größere Reise zu finanzieren? Dann ist es sinnvoll, Ihr Geld defensiv zu investieren — etwa mit börsengehandelten Indexfonds (ETFs), die auf Anleihen bonitätsstarker Staaten und Unternehmen setzen. Sollten Sie nämlich in der relativ kurzen Investitionszeit, die Ihnen zur Verfügung steht, zu einem großen Teil Aktien im Depot liegen haben, birgt dies ein unverhältnismäßig hohes Marktrisiko. Denn wenn es mit den Kursen abwärts gehen sollte, haben Sie womöglich nicht die Zeit und Nerven, Verluste auszusitzen.

Dies wäre hingegen eher denkbar bzw. sinnvoll oder gar angezeigt, wenn Sie langfristig orientiert sind und beispielsweise Ihr Kapital als Altersvorsorge für zehn, 20 oder 30 Jahre anlegen möchten. Kennzeichnend für eine langfristig ausgerichtete, renditeorientierte Strategie ist ein relativ hoher Depotanteil der Aktienpositionen. Aktienmärkte sind vergleichsweise großen Kursschwankungen ausgesetzt, Experten sprechen dabei von einer hohen Volatilität. Während dieser Umstand bei kurzfristigen oder sicherheitsorientierten Investoren ein Nachteil sein kann, stellt sich dies bei Investments mit langem Anlagehorizont völlig anders dar. Denn Volatilität bietet eben nicht nur Risiken, sondern auch Chancen, bei tiefen Preisen einzusteigen. Auf Dauer haben Sie also mit einem breit diversifizierten Portfolio hervorragende Chancen, dass sich Ihr Kapital allein durch kluges Investieren sichtbar vermehrt.

Wie nähere ich mich dem Thema Investieren?

Regel Nummer eins: Haben Sie keine Berührungsängste! Viele haben großen Respekt vor den Finanzmärkten. Bestes Beispiel dafür sind hierzulande Anleger und Sparer in Bezug auf Aktien. Obwohl sie mit den Anteilsscheinen auf Dauer mehr als ordentliche Renditen erwirtschaften können, ist diese Anlageform für viele noch ein Buch mit sieben Siegeln. „Das Verhältnis der Deutschen zur Aktie ist nach wie vor keine Liebesbeziehung – trotz jahrelang historisch niedriger Sparzinsen.“ Zu diesem Schluss kommt eine Studie der Börse Stuttgart und des Deutschen Aktieninstituts (DAI) aus dem Jahr 2019. Die Frage „Haben Sie in den letzten Jahren eine Anlage in Aktien beziehungsweise Aktienfonds in Betracht gezogen?“ beantwortet nur jeder Achte mit „Ja“ (siehe Grafik). Laut der Studie sind Missverständnisse, ein schlechtes Bauchgefühl und eine gewisse Gleichgültigkeit weit verbreitet, wenn es um die Geldanlage in Aktien geht. Die Studie verdeutlicht, dass sich Vorurteile gegenüber Aktien hartnäckig halten – allen Aufklärungskampagnen zum Trotz: „Während sich Aktienrisiken durch die Einhaltung einfacher Regeln beherrschen lassen, sehen 65 Prozent der Nicht-Aktienbesitzer Aktien weiterhin für sich als zu riskant an. Nur 19 Prozent wissen, dass die Aktienanlage auch bei kleinen Anlagebeträgen sinnvoll ist. Zudem hält fast jeder zweite Nicht-Aktienbesitzer die Aktienanlage für umständlich, obwohl dies etwa bei Wertpapiersparplänen nicht der Fall ist.“

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abb_1Ein Grund für die Befragten der Untersuchung, auf die Aktienanlage zu verzichten, ist die „falsche Vorstellung, ein Finanzprofi sein zu müssen“, um in Aktien investieren zu können. „Die Vorteile von Aktien liegen eigentlich auf der Hand – sei es beim langfristigen Vermögensaufbau oder bei der Altersvorsorge“, sagt Dr. Michael Völter, Vorsitzender des Vorstands der Vereinigung Baden-Württembergische Wertpapierbörse e.V. Gelinge dies nicht, so befürchte er ernsthafte Konsequenzen für viele Deutsche. „Denn das umlagefinanzierte Rentensystem allein dürfte den Lebensstandard im Alter langfristig nicht auf heutigem Niveau halten können.“

Wie wichtig ist der Anlagehorizont bei Aktien?

Sehr wichtig. Wenn Sie einen Einblick über die Chancen und Risiken eines Aktieninvestments erhalten möchten, können Sie sich die historische Performance von großen Leitindizes wie dem S&P 500 (USA), dem Euro Stoxx 50 (Eurozone), dem Nikkei 225 oder dem DAX ansehen. Am besten eignen sich dafür lange Zeiträume wie zum Beispiel fünf, zehn oder 20 Jahre. Am Kursverlauf erkennen Sie schnell, wann Sie mit den entsprechenden Aktien wie viel gewonnen oder verloren hätten. Ein Leitindex enthält die wichtigsten Aktien der entsprechenden Region. Die Zahlen bei den Leitindizes verraten, wie viele Titel das jeweilige Börsenbarometer enthält.

Der deutsche Leitindex DAX startete Ende 1987 mit genau 1.000 Punkten. Auch wenn es seitdem ein Auf und Ab gab: Unterm Strich hat sich der DAX deutlich in eine Richtung entwickelt – nämlich aufwärts. Anfang Juni 2020 notierte der Index bei knapp 13.000 Punkten. Mit anderen Worten: In rund 32 Jahren hat sich der Wert des Index in etwa verdreizehnfacht. Auch wenn Sie sich andere lange Zeiträume des Kurscharts anschauen, beispielsweise über zehn Jahre, werden Sie feststellen, dass der DAX aus Anlegersicht auf Dauer eine gute Figur abgegeben hat. Das Deutsche Aktieninstitut hat sich die Renditen des DAX genauer angesehen. In den vergangenen 50 Jahren (Stand: 2019) hat der Index in jedem zusammenhängenden 20-Jahres-Zeitraum eine positive Entwicklung gezeigt: Im Durchschnitt betrug der jährliche Indexanstieg dabei 8,9 Prozent.

Gibt es wissenschaftliche Belege dafür, dass langfristige Anlagen Verlustrisiken mindern?

Historisch betrachtet gibt es genügend Beispiele dafür. Auch wenn die Vergangenheit für die Zukunft keine Garantien bietet, ist eines klar: Ein langfristiger Anlagehorizont schützt oft, aber nicht immer vor Verlusten an den Aktienmärkten. Grundsätzlich gilt jedoch: Je länger das Investment dauert, desto besser können schwache Börsenphasen „ausgesessen“ und Kursdellen ausgebügelt werden. Die Fondsgesellschaft Fidelity International hat untersucht, wie sich Aktienmarktschwankungen auf die Geldanlage auswirken. Dabei erörterten die Experten auch, ob sich der Versuch lohnt, die günstigsten Ein- und Ausstiegszeitpunkte abzupassen. Dabei wurde die Aktienentwicklung in Deutschland, Europa und weltweit beobachtet. Das Ergebnis: Wer mindestens 13 Jahre lang investiert blieb – 14 Jahre im Falle des weltweiten Aktienmarktes –, lag am Ende selbst im schlechtesten Fall noch im Plus. Die Quintessenz: „Die zeitliche Dauer des Investments beeinflusst das Ergebnis wesentlich. Bei kurzfristigen Anlagezeiträumen kann man viel gewinnen, aber auch viel verlieren. Je länger der Anlagezeitraum, desto eher werden negative Börsenschwankungen im Zeitverlauf ausgeglichen.

Zu ähnlichen Ergebnissen kommt eine Untersuchung des Analysehauses Morningstar. Die Investmentexperten haben sich die Entwicklung des MSCI World anhand einer Datenhistorie von 555 Monaten per Ende März 2018 angesehen, also in Summe gut 46 Jahre. Der Index enthält mehr als 1.600 Aktien aus 23 Industrieländern. Das Aktienbarometer hätte innerhalb dieser Zeitspanne im besten Fall eine Zwölfmonats-Performance von 65 Prozent erzielt. Im schlimmsten Fall kam es im Einjahres-Zeitraum zu Verlusten von knapp 40 Prozent. „Bewegt man sich weiter entlang der Zeitachse, wird deutlich, dass sich der Renditekorridor deutlich verengt. Sowohl die maximalen Verluste als auch die spiegelbildlichen maximalen Renditen werden geringer“, analysiert Morningstar. Wer zwei Jahre dabei blieb, erzielte im besten Fall 38,5 Prozent jährlich – im schlimmsten Fall entstand ein Minus von 31 Prozent. Bei zehn Jahren erzielten Anleger bestenfalls ein Plus von 19 Prozent und im schlechtesten Fall einen Verlust von 4,2 Prozent. Besonders interessant für die Experten: Anleger, die in der gesamten Zeitperiode zwischen1971 und Ende März 2018 beim MSCI World mindestens 14 Jahre hintereinander investiert blieben, konnten keinen Verlust einfahren – unabhängig vom Einstiegszeitpunkt.

Wie kann ich bei Aktieninvestments mein Anlagerisiko senken?

Wichtig ist bei Aktieninvestments nicht nur, dass Sie einen langfristigen Anlagehorizont haben – also zumindest etwa fünf bis zehn Jahre investiert sein sollten, – sondern auch, dass Sie Ihr Kapital auf viele Werte aus verschiedenen Ländern und Branchen streuen. Denn damit reduzieren Sie Verlustrisiken im Depot. Stellen Sie sich vor, Sie investieren Ihr Geld in nur wenige Aktien, in nur eine Branche, zum Beispiel die Automobilindustrie, und nur in einer Region, etwa nur in Deutschland: Bricht nun hierzulande der Automobilsektor ein, erleiden Sie große Verluste. Wenn Sie stattdessen Ihr Kapital auf viele Aktien aus verschiedenen Branchen und Ländern angelegt hätten, wären Sie vom Einbruch des deutschen Autosektor merklich weniger betroffen gewesen. Der Vorteil der Diversifikation liegt auf der Hand: Wenn ein Teil Ihres Depots in die roten Zahlen gerät, kann dies ein anderer Teil wieder ausgleichen oder sogar überkompensieren.

Ein wirklich gut diversifiziertes Portfolio setzt sich zudem aus verschiedenen Anlageklassen zusammen. Wie dieses genau aussieht, hängt auch von der Risikoneigung und auch der Risikotragfähigkeit des Anlegers ab: Offensive Investoren bevorzugen in der Regel größere Aktienanteile im Depot als sicherheitsorientierte Anleger, die vielleicht lieber nur in einen kleinen Teil Aktien und einen größeren Teil Anleihen investieren. Grundsätzlich eignen sich daher Fonds besser als Einzelwerte. Außerdem ist es für Privatanleger häufig schwierig, einzuschätzen, welche Aktien im Einzelnen tatsächlich Aufwärtspotenzial haben. Fonds bieten die Möglichkeit, in ein breit gestreutes (diversifiziertes) Portfolio zu investieren, ohne sich ständig mit den Märkten zu beschäftigen.

Natürlich sind in Fonds keine Gewinngarantien „eingebaut“. Sollte beispielsweise der globale Aktienmarkt aufgrund einer Finanzkrise zusammenbrechen, bleiben sehr wahrscheinlich auch Aktienfonds nicht von Verlusten verschont. Was Sie hingegen selber steuern können, ist die Höhe der Nebenkosten, die dieses oder jenes Investment verursacht. Wenn Sie die Wahl zwischen zwei identischen Fonds hätten, die sich lediglich in ihrer Gebührenstruktur unterscheiden: Welchen würden Sie nehmen? Den mit einer jährlichen Managementgebühr von zwei Prozent oder den mit einer Gebühr von einem Prozent? Dass sich geringe Nebenkosten positiv auf die Renditekonditionen eines Finanzprodukts auswirken, ist in den vergangenen Jahren immer mehr – privaten und institutionellen – Anlegern klar geworden. Eine stetig wachsende Zahl der Investoren kauft daher inzwischen lieber börsengehandelte Indexfonds (ETFs) als klassische Investmentfonds. Indexfonds folgen einem simplen Prinzip: Sie bilden die Entwicklung eines Börsenindex nach, etwa des DAX oder des S&P 500. Weil ihre Verwaltung weniger Arbeit macht als bei herkömmlichen Fonds, die aktiv von Managern verwaltet werden, entstehen deutlich weniger Kosten. Die Managementgebühren betragen bei DAX-Indexfonds beispielsweise durchschnittlich 0,15 Prozent im Jahr. Für einen aktiven Fonds müssen Anleger hingegen in der Regel mindestens 1,5 Prozent zahlen. Allein dieser Unterschied wirkt sich bei ETFs positiv auf die Nettorendite aus.

Kann ich mit Indexfonds auch in Anleihen investieren?

Ja, neben Aktien-ETFs gibt es auch Anleihe-ETFs. Beide Produktgruppen werden immer beliebter. Der Boom lässt sich an den Zahlen des weltweit größten ETF-Anbieters ablesen: Die Fondsgesellschaft Blackrock verwaltete Anfang 2020 über ihre Marke iShares mehr als 2.000 Milliarden US-Dollar in ETFs – das ist Rekord. Gut ein Viertel dieser Gelder sind in Anleihen investiert. Anleihe-ETFs sind ebenfalls passiv gemanagte Fonds, die nicht auf Aktien, sondern auf Anleihen basieren. Durch ein einziges Investment können Anleger an der Entwicklung eines breit gestreuten Rentenportfolios partizipieren, zum Beispiel an europäischen und amerikanischen Staats- und Unternehmensanleihen. Endet die Laufzeit einer in dem Index enthaltenen Anleihe, wird der Index automatisch angepasst – darum brauchen sich Anleger nicht kümmern.

Fürsprecher der aktiv gemanagten Fonds argumentieren, dass Indexfonds in fallenden Märkten im Nachteil gegenüber Indexfonds sind, da Fondsmanager die Möglichkeit haben, Aktien aus dem Portfolio zu verkaufen. In der Realität gelingt es aber kaum einem Fondsmanager, dauerhaft besser zu sein als der Markt, sprich als der entsprechende Vergleichsindex (Benchmark) des Fonds. Zu diesem Ergebnis kommt auch im Januar 2020 eine Studie von Morningstar. Die Fondsexperten haben für die Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung geprüft, welche in Deutschland für Privatanleger zugelassenen Fonds über einen langen Zeitraum besser abschnitten als ihre Benchmark. Betrachte man die vergangenen zehn Jahre (Stichtag: 1. Januar 2010), so seien dies gerade einmal 19 von 4.731 untersuchten Aktienfonds. Dies entspricht einer Quote von 0,4 Prozent. Beobachtet man einen noch längeren Zeitraum, würden die Ergebnisse noch schlechter. Morningstar-Analyst Ali Masarwah sagte gegenüber der Zeitung: „Von aktiven Managern geleitete Fonds haben es unheimlich schwer, über lange Zeiträume zu bestehen. Und je länger man zurückgeht, umso weniger Fonds bleiben übrig.“ Und: Die wenigen Fonds, die das schaffen, müssten Anleger bereits vorher erkennen. Die Wahrscheinlichkeit, dass dies klappt, ist allerdings sehr gering und in der Praxis fast unmöglich.

Kann jeder erfolgreich mit ETFs investieren?

Theoretisch ja. In der Praxis sieht dies jedoch ganz anders aus. Denn Sie können zwar mit einem einzigen ETF auf den MSCI World zum Beispiel in tausende Aktien investieren – ohne großen Rechercheaufwand und zu günstigen Kosten. Allerdings gibt es einen Haken: Da ein gut diversifiziertes Portfolio aus vielen verschiedenen Positionen besteht, reicht es nicht, in nur einen oder einige wenige Indexfonds zu investieren. Und welche Position zu welcher Position passt oder welche Investments gar die jeweiligen Anlagerisiken noch verstärken, ist für die meisten Privatanleger nicht so einfach überschaubar. So sind ETFs in der Tat hervorragende und kostengünstige Instrumente, um eine bessere Performance zu erzielen als aktiv verwaltete, kostenintensive Fonds. Jedoch steckt der Teufel im Detail: Einer der größten Anlegerfehler ist es, ungeduldig zu werden und die ETFs, die im eigenen Depot liegen, häufig zu handeln. Viele Trader vertrauen nicht darauf, dass sich die Papiere langfristig positiv entwickeln, sondern kaufen und verkaufen sie zu einem ihrer Meinung nach günstigen Zeitpunkt. Dadurch kommt es zum Timing-Problem. Selbst die größten Experten wissen nicht, wohin sich die Märkte künftig bewegen. Gegen ein professionelles aktives Asset-Management ist hingegen nichts einzuwenden. Gute Vermögensverwalter können eher als Laien einschätzen, wann Positionen am besten ge- oder verkauft werden – vor allem, wenn Sie dies mit langfristigem Blickwinkel und auf Basis fundamentaler Daten tun.

Zugleich kann es fatal sein, ein einmal zusammengestelltes ETF-Portfolio „einfach laufen zu lassen“. Stattdessen ist es ratsam, Depots bei Bedarf anzupassen – und zwar aus drei Gesichtspunkten:

  1. Rebalancing: Um die Strategie bzw. die Soll-Allokation – also die vorgesehene Gewichtung der einzelnen Anlagekomponenten – beizubehalten. Denn durch Kursgewinne- oder Verluste kann sich die Gewichtung – und damit auch das Rendite-Risiko-Profil des Portfolios verschieben.
  2. Anpassen der Risikostruktur: so weit wie möglich in Schach zu halten
  3. Nutzen von Opportunitäten

All dies gehört zur täglichen Arbeit von uns als digitaler Vermögensverwalter mit aktivem Portfoliomanagement. Gleichwohl gilt das nicht für alle Anbieter: Es gibt Robo-Advisor, die nicht aktiv in die Zusammensetzung des Portfolios eingreifen und die einmal festgelegt Soll-Allokation einfach „laufen lassen“. Auch wenn wir davon überzeugt sind, dass alle drei Anpassungen an Depots wichtig sind, wenn man langfristig erfolgreich investieren will, sollte dabei eine ruhige Hand und nicht Aktionismus regieren. So haben die drei deutschen Finanzprofessoren Benjamin Loos, Steffen Meyer, Andreas Hackethal sowie ihr Hongkonger Kollege Utpal Bhattacharya 2016 in einer Studie festgestellt, dass besonders aktive Anleger bei der Verwaltung ihrer ETF-Depots einiges falsch gemacht haben. Die Finanzexperten nahmen dabei knapp 8.000 deutsche Direktbank-Depots zwischen 2005 und 2010 unter die Lupe. Das Resultat: Privatanleger, die in passive ETFs investierten, wiesen keine bessere Portfolioperformance auf als Privatanleger ohne ETFs. Ein Grund dafür war das schlechte Timing. Je häufiger Anleger die ETFs handelten, desto ungünstiger das Timing.

Wie erkenne ich den besten Ein- und Ausstiegszeitpunkt?

An genau dieser Herausforderung scheitern nicht selten selbst die Profis. Das Timing-Problem ist ein typisches Beispiel für die Lücke, die oft zwischen Theorie und Praxis klafft. In volatilen Börsenphasen könnten Anleger der Versuchung erliegen, den „richtigen“ Zeitpunkt für Käufe oder Verkäufe finden zu wollen. Gewiss, im Rückblick ist anhand des Kursverlaufs klar erkennbar, wann der beste Ein- oder Ausstiegszeitpunkt gewesen wäre. Dies gilt aber eben nicht für die künftige Performance. Fehleinschätzungen und vermeintliche Sicherheit können dazu verleiten, das Ruder selbst in die Hand zu nehmen und zu versuchen, Markt-Timing zu betreiben. Daran sind allerdings bereits einige Finanzprofis gescheitert. Kurzum: Ein gutes und nachhaltiges Markt-Timing gibt es nur in der Theorie. In der Praxis funktioniert dies auf Dauer nicht.

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Warum sollten Privatanleger dies besser können als zum Beispiel Fondsmanager, die dafür bezahlt werden? Bei einer negativen Börsenentwicklung werden Anleger häufig nervös und verkaufen ihre Aktien am oder nahe dem Tiefpunkt der Baisse. Zumeist steigen sie erst dann wieder ein, wenn die Aktien wieder deutlich an Wert gewonnen haben. Laut einer Studie des US-Forschungsinstituts Dalbar verlieren Aktienanleger durch das ungünstige Taktieren im Schnitt fast zwei Prozent an jährlicher Rendite. Bei Investitionen in Anleihen sind es sogar mehr als vier Prozent.

Die US-Investmentgesellschaft Vanguard kommt zu dem Schluss, dass „Vermögensanlage starke Emotionen hervorrufen kann“. Deshalb sollten selbst professionelle Anleger auf langfristige und disziplinierte Strategien setzen. „Abweichungen von einer einmal festgelegten Strategie können kostspielig werden.“ Außerdem zeigen laut Vanguard Untersuchungen, dass einige der gravierendsten Fehler verhaltensbedingt sind: „Anleger lassen ihr Portfolio von der Zielallokation abdriften, verfallen dem Reiz des Markt-Timings oder jagen Renditen nach.“

Reicht es nicht, selbst ein Portfolio aus vertrauten Werten des heimischen Markts zu bauen?

Ganz klar: nein. Die „Selbstentscheider“ unter den ETF-Anlegern missachten nicht selten eine andere Investmentregel: Setze nie nur auf den heimischen Markt! Durch diesen sogenannten Home-Bias gehen Anleger ein erhöhtes Risiko im Vergleich zu einem breiten, weltweit aufgestellten Portfolio ein. Bricht etwa der heimische Markt ein, kann dies womöglich durch Investments in anderen Regionen wieder ausgeglichen werden. Aus wissenschaftlicher Sicht würde ein Anteil von zwei bis vier Prozent ausreichen, um den deutschen Aktienmarkt abzudecken.

Wer etwaige Fallstricke bei der Geldanlage umgehen will, für den liegt es nahe, einen professionellen Vermögensverwalter mit der Erstellung eines Portfolios zu beauftragen. Dieser kann aufgrund seiner Expertise aus verschiedenen Anlageklassen wie Aktien, Anleihen, Immobilien oder Rohstoffen ein diversifiziertes Depot zusammenstellen, in das Sie mit kostengünstigen Finanzprodukten wie etwa ETFs investieren.

Warum sollte ich Whitebox als Vermögensverwalter wählen?

Theoretisch könnte sich jeder mit verschiedenen ETFs selbst ein Portfolio zusammenstellen. Die Kunst besteht jedoch darin, ein global diversifiziertes Depot aus den richtigen Einzeltiteln zusammenzubauen, um die Risiken zu begrenzen. Genau an dieser Stelle wird es für viele Privatanleger aber schwierig, da ihnen nicht nur die Zeit, sondern auch das notwendige Know-how dazu fehlt. Im schlechtesten Fall haben Sie ein selbst gebautes Portfolio, in dem sich die Risiken der verschiedenen Vermögenswerte sogar wechselseitig verstärken! Während klassische (analoge) Vermögensverwalter Mandate erst ab einem sechs- oder siebenstelligen Anlagevolumen annehmen, können wir bei Whitebox Ihnen bereits ab einer Anlagesumme von 5.000 Euro ein Portfolio zusammenzustellen, das Ihrem Rendite-Risiko-Profil entspricht. So ist der Aktienanteil im Depot eines offensiven Anlegers deutlich höher als bei einem Kunden, bei dem Kapitalerhalt oberste Priorität genießt. Außerdem können wir als digitaler Vermögensverwalter unseren Service wesentlich kostengünstiger anbieten als traditionelle Vermögensverwalter oder Banken. Studien haben zudem ergeben, dass Anleger in Begleitung eines unabhängigen Beraters besser fahren als alleine. Wenn Sie investieren, sollten Sie sich fragen, welche Ziele Sie zu welchem Preis erreichen wollen. Wenn Sie über genügend Fachwissen und Zeit verfügen, können Sie es auf eigene Faust versuchen Wenn nicht, bietet sich die professionelle Begleitung Ihrer Geldanlage an Wenn Sie die – in unserem Fall sehr überschaubaren – Kosten dafür abschrecken: Letzten Endes lohnt es sich, Verwaltungskosten von beispielsweise einem Prozent auf das Anlagevermögen im Jahr zu zahlen, anstatt durch typische Anlegerfehler mehrere Prozent an Rendite einzubüßen.

Welche Anlagestrategie verfolgt Whitebox?

Wir bei Whitebox denken nicht in klassischen Mustern wie Value- oder Growth-Investing. Gemeinhin bedeuten diese beiden Anlagestrategien folgendes:

  • Value: Value-Unternehmen (value = Wert) bezeichnen substanzhaltige, große Unternehmen, die sich bereits länger am Markt etabliert haben. Darunter filtern Value-Anleger diejenigen heraus, die sie an der Börse für unterbewertet halten.
  • Growth: Growth-Investoren (Growth = Wachstum) versuchen hingegen, frühzeitig künftige Wachstumsmärkte und die Unternehmen mit der größten Wachstumsdynamik zu erkennen.

Für uns bei Whitebox gibt es diese Klassifizierung im strengen Sinne nicht. Klassische Growth-Titel können für uns „Values“ sein, weil sie unterbewertet sind. Und klassische Value-Aktien sind für uns nicht automatisch tatsächliche „Values“, da sie überteuert sein können. Wir agieren zudem nicht kurz-, sondern mittel- bis langfristig und setzen dabei auf unterbewertete Anlageklassen. Je länger der Anlagehorizont ist, desto eher zahlt sich unser Ansatz für Anleger aus.

Wir bezeichnen unsere Strategie gerne als „aktiven Value-Ansatz“: Mittels ETFs (für Aktien- und Anleiheinvestments) und Exchange Traded Commodities (ETCs) (für Rohstoffe) stellen wir Portfolios aus günstig bewerteten, aussichtsreichen Anlageklassen, Sektoren und Regionen zusammen, die zu den verschiedenen Risikoprofilen unser Kunden passen.

Kein Markt-Timing

Unsere Strategie unterscheidet sich ausdrücklich von Ansätzen, die auf Markt-Timing setzen. Die Verfechter des Timing-Ansatzes treffen Anlageentscheidungen auf Basis von Prognosen wirtschaftlicher Entwicklungen oder im Hinblick auf kurz- bis mittelfristige Markttrends, die sie zu erkennen glauben. Wir hingegen richten uns nicht nach Prognosen oder kurzfristigen Trends, sondern nach fundamentalen Daten und Erwartungen der entsprechenden Märkte – fernab von Emotionen und Stimmungen der Marktteilnehmer.

Testen Sie es aus! Wenn Sie einen konkreten Einblick bekommen möchten, wie wir arbeiten und welches Portfolio zu Ihrem Rendite-Risiko-Profil passt, können Sie sich gerne von uns unverbindlich und kostenfrei einen Vorschlag für ein Portfolio erstellen lassen. Und wenn Sie noch offene Fragen haben: Rufen Sie gerne unsere Kollegen aus dem Kundenservice an. Sie helfen Ihnen gerne weiter.