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Thesaurierende Fonds: Vom Zinseszins profitieren | Whitebox

Thesaurierende Fonds: Vom Zinseszins profitieren

Geschrieben von Whitebox-Redaktion
18. August 2020

    Thesaurierung, Ausschüttung: Begriffe, die in Fondsbeschreibungen oft auftauchen. Doch was heißt das eigentlich? Und vor allem: Was ist für Sie als Anleger besser? Die Antwort: Ein Richtig oder Falsch gibt es nicht. Für den einen passt die thesaurierende Variante besser, für den anderen die ausschüttende.

    Das Wichtigste des Artikels im Überblick:

    • Thesaurierende Fonds legen Erträge aus Wertpapieren sofort wieder im Fonds an. Das Gegenteil sind ausschüttende Fonds.
    • Thesaurierende Fonds eignen sich für Anleger, die nicht an regelmäßigen Ausschüttungen interessiert sind und die sich um die Wiederanlage nicht kümmern wollen.
    • Auch ETFs gibt es in thesaurierenden und ausschüttenden Varianten.
    • Steuerlich werden thesaurierende und ausschüttende Fonds seit einer Reform 2018 gleich behandelt.

    Was ist ein thesaurierender Fonds?

    Thesaurierende Fonds legen Erträge aus Wertpapieren – also Zinsen, Dividenden oder Verkaufserlöse – sofort wieder in den Wertpapieren des Fonds an. Der Wert des Fonds erhöht sich damit sofort um die zugeflossenen Erträge. Das Gegenteil der Thesaurierung ist die Ausschüttung. Ausschüttende Fonds schütten Erträge aus Wertpapieren an die Fondsanteilseigner aus – meist einmal im Jahr, manchmal aber auch öfter.

    Thesaurierende und ausschüttende Varianten gibt es für aktive und passive Fonds.

    Welche Vor- und Nachteile haben thesaurierende Fonds?

    Sie fragen sich nun sicher: Was ist besser? Die Antwort lautet: Sowohl thesaurierende als auch ausschüttende Fonds haben Vor- und Nachteile. Sie sind nicht an laufenden Ausschüttungen interessiert, wollen Geld langfristig anlegen und sich nicht um die Wiederanlage kümmern? Dann sind thesaurierende Fonds die richtige Wahl für Sie. Im Gegensatz dazu passen ausschüttende Fonds eher für Anleger, die regelmäßige Ausschüttungen erhalten wollen – etwa für Mieten oder andere wiederkehrende Ausgaben –, oder die, an die Marktlage angepasst, selbst reinvestieren wollen. Steuerliche Aspekte spielen übrigens seit der 2018 in Kraft getretenen Reform der Investmentbesteuerung (InvStRefG) keine Rolle mehr.

    Hier die Pros und Cons von thesaurierenden Fonds in Kürze:

    Vorteile:

    • Als Anleger müssen Sie sich um die Wiederanlage der Erträge nicht kümmern.
    • Da thesaurierende Fonds die Erträge reinvestieren, die dann wiederum Erträge abwerfen, kommt es zu einem „Zinseszinseffekt“. Mit einem thesaurierenden Fonds wird (bei positiver Rendite) daher mehr Vermögen gebildet als mit dem vergleichbaren ausschüttenden Fonds.
    • Für die Wiederanlage werden keine Handelsgebühren berechnet.

    Nachteile:

    • Mit thesaurierenden Fonds erhalten Sie keine laufenden Erträge.
    • Bei thesaurierenden Fonds können Sie über die Wiederanlage der Erträge nicht selbst entscheiden, sie erfolgt automatisch im Fonds.

    Wie werden thesaurierende Fonds besteuert?

    Sowohl auf die Erträge von thesaurierenden als auch auf die von ausschüttenden Fonds müssen Sie Abgeltungssteuer bezahlen. Vor 2018 war das alles recht kompliziert: So machte es steuertechnisch einen Unterschied, ob es sich um inländische oder ausländische thesaurierende Fonds handelte oder einen physisch oder synthetisch replizierenden ETF. Seit der am 1. Januar 2018 in Kraft getretenen Reform der Investmentbesteuerung (InvStRefG) werden alle Fonds nach der gleichen Systematik besteuert, und zwar jährlich anhand einer Pauschale.

    Der Hintergrund: Nach dem neuen System müssen nicht mehr nur die Sparer ihre Erträge versteuern. Auch die Fondsgesellschaften selbst zahlen direkt aus dem Fondsvermögen Körperschaftssteuer auf deutsche Dividenden, Mieterträge und Gewinne aus dem Verkauf deutscher Immobilien. Erst der Rest wird an Anleger ausgezahlt. Als Ausgleich für die geringeren Erträge müssen Sie als Anleger nicht mehr für die gesamten Erträge Abgeltungsteuer abführen, sondern nur noch für einen Teil („Teilfreistellung“).

    Wie genau das funktioniert, muss Sie nicht kümmern: Die Depotbank führt die Steuer direkt ab. Sie müssen die Fondserträge auch nicht mehr bei Ihrer Steuererklärung angeben. Weiter gilt: Wenn Sie einen Freistellungsauftrag bei Ihrer Bank eingereicht haben, müssen Sie bis zur Höhe des Sparerfreibetrags von 801 Euro beziehungsweise 1.602 Euro bei Verheirateten keine Steuer bezahlen. Dann entfällt die automatische Abführung an das Finanzamt.

    Wichtig ist, dass steuerliche Aspekte bei der Wahl zwischen thesaurierenden und ausschüttenden Fonds durch diese Neuregelung irrelevant geworden sind. Sie können sich also ganz auf die anderen Aspekte konzentrieren.

    Und was sind thesaurierte Gewinne?

    Unter Thesaurierung (griechisch „thesauros“, also „Schatzhaus“) sind im Allgemeinen Vorgänge zu verstehen, bei denen erwirtschaftete Erträge bzw. Gewinne nicht ausgegeben oder ausgeschüttet, sondern einbehalten werden. Thesaurierte Gewinne haben mit Fonds nichts zu tun, der Begriff stammt aus der Unternehmenswelt. Wenn Unternehmen Gewinne thesaurieren, bedeutet das, dass sie Gewinne nicht ausschütten, sondern diese im Unternehmen behalten, etwa für Investitionen.

    Whitebox: Bei Ausschüttung Reinvestition

    Whitebox betreibt aktives Portfoliomanagement auf Basis eines Value-Ansatzes und investiert vor allem in unterbewerte Anlageklassen, die mit Indexfonds abgebildet werden. Dafür wählen wir die „best-in-class“-Produkte aus, unabhängig davon, ob sie thesaurieren oder ausschütten. Alle Erträge aus ausgeschütteten Dividenden oder Zinsen reinvestiert Whitebox im nächsten Handelszyklus, zunächst, um untergewichtete Positionen aufzustocken (Rebalancing), danach pro rata entsprechend der Zielallokation. Es erfolgt demnach keine Auszahlung, außer, Sie geben eine in Auftrag.

    Was die Besteuerung angeht: Bei Whitebox wird die Abgeltungssteuer direkt von unserer depotführenden Bank an das Finanzamt abgeführt. Whitebox hat einen eigenen Algorithmus entwickelt, der alle Transaktionen möglichst steuereffizient für Sie durchführt, das heißt, dass möglichst wenige Finanzanlagen angepasst werden müssen.