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Mit Private Equity das Anlagespektrum diversifizieren | Whitebox

Mit Private Equity das Anlagespektrum diversifizieren

Geschrieben von Whitebox-Redaktion
17. Juli 2020
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Inhaltsverzeichnis

      Der Begriff Private Equity bezeichnet Beteiligungen an nicht börsennotierten Unternehmen. Anlagen in privates Beteiligungskapital sind dabei nicht nur für institutionelle Investoren, sondern auch für Privatanleger attraktiv. Denn mit einer Anlage in Private Equity lässt sich das Portfolio diversifizieren und so das Rendite-Risiko-Verhältnis verbessern.

      Die wichtigsten Aspekte dieses Artikels:

      • Private-Equity-Investments bieten Chancen auf Überrenditen gegenüber anderen Asset-Klassen.
      • Privatanleger können über Dachfonds in Private Equity investieren.
      • Investoren tragen das unternehmerische Risiko.
      • Die deutsche Beteiligungsbranche erreicht in 2019 neue Höchststände.

      Was ist Private Equity?

      Private-Equity-Anlagen sind langfristige Investitionen in Unternehmen, bei denen Investoren das unternehmerische Risiko tragen. So sind gerade Investitionen in Start-Ups, sogenanntes Venture Capital, besonders riskant: Hier ist das Risiko eines Totalverlustes eher die Regel als die Ausnahme. Ziel von Private-Equity-Investments ist es, den Unternehmenswert zu steigern, sodass die Anteile nach einiger Zeit – oft bereits nach rund vier bis sechs Jahren – mit Gewinn an der Börse oder an andere Investoren verkauft werden können. Mitunter nutzen Private-Equity-Gesellschaften Anlegerkapital und Bankdarlehen, um Minder- und Mehrheitsbeteiligungen an Unternehmen zu akquirieren und operativen Einfluss auf sie zu nehmen. In den USA, wo die Kapitalmärkte weltweit am weitesten entwickelt sind, ist die Beimischung von Private Equity seit über 20 Jahren ein wichtiger Bestandteil des Anlagespektrums institutioneller Investoren.

      Wie können Privatanleger in Private Equity investieren?

      Anleger können auf drei Wegen in Private Equity investieren:

      1. in die Unternehmen direkt
      2. über Fonds
      3. über Dachfonds

      Da Direktinvestitionen in der Regel viel Kapital erfordern, ist diese Variante vor allem für institutionelle Investoren oder sehr vermögende Investoren geeignet. Über Fonds und Dachfonds erhalten jedoch inzwischen auch Privatanleger Zugang zu Private Equity. Über Fondskonstrukte, sammeln Private Equity-Unternehmen Gelder von institutionellen und semiprofessionellen Anlegern und investieren damit in mehrere Unternehmen. Dabei nutzen sie in der Regel nicht sofort die komplette Anlagesumme, sondern rufen die Gelder schrittweise über bis zu fünf Jahre von den Investoren ab.

      Private Equity-Fonds und -Dachfonds sind geschlossene Beteiligungen mit Laufzeiten von in der Regel mindestens zehn Jahren. Die Mindestinvestitionshöhe für Privatanleger liegt je nach Fonds zwischen 10.000 und 25.000 Euro.

      Vor dem Hintergrund des gestiegenen Anlagedrucks spezialisieren sich viele Fonds. So kann etwa der Fokus auf Unternehmensteile liegen, die bei großen Mergern abgestoßen werden. Alternativ kann auch im Private-Equity-Segment Jagd auf unterbewertete, Unternehmen gemacht werden. Darüber hinaus gehen immer mehr Private-Equity-Unternehmen in alternative Anlageklassen.

      Welche Strategien verfolgen Private-Equity-Fonds?

      Die von Private-Equity-Gesellschaften verfolgten Strategien können danach unterschieden werden, in welchem Stadium sich die Zielunternehmen befinden:

      • Bei der „Venture-Capital-Strategie“ investieren Private-Equity-Gesellschaften in neu gegründete oder im Aufbau befindliche junge Unternehmen bzw. Start-Ups und statten diese mit Eigenkapital aus.
      • „Buyout“-Fonds kaufen Anteile bereits bestehender und am Markt etablierter Unternehmen, die sich nicht mehr in der Aufbauphase befinden: Ziel ist es, durch operative Verbesserungen den Unternehmenswert zu steigern. Der Exit erfolgt in der Regel entweder über einen Börsengang oder einen Verkauf der Beteiligung an einen strategischen Investor.
      • „Turnaround“-Fonds spezialisieren sich auf Unternehmen, die sich in finanziellen Schwierigkeiten befinden, und sanieren diese anschließend.
      • Bei „Mezzanine“-Fonds erwerben Private-Equity-Gesellschaften keine Beteiligungen an Unternehmen, sondern stellen ihnen lediglich Fremdkapital in Form eines nachrangigen Darlehens zur Verfügung.

      Wie haben sich deutsche Private-Equity-Investitionen entwickelt?

      Insgesamt wurden 2019 rund 14,3 Mrd. Euro investiert. Das sind neue Höchststände in der deutschen Beteiligungsbranche. In Deutschland gibt es laut aktuellen Zahlen des BVK, dem Bundesverband Deutscher Kapitalbeteiligungsgesellschaften, etwa 300 Beteiligungsgesellschaften, welche jährlich in bis zu 1.000 Unternehmen investieren. In den Jahren 2015-2019 wurden laut BVK 51 Mrd. Euro in Unternehmen investiert. In Europa fanden nach Erhebungen von PricewaterhouseCoopers (PWC) insgesamt 2.515 Unternehmenskäufe und -verkäufe mit Private-Equity-Beteiligung statt. Das seien 16 Prozent mehr als 2018. Das Transaktionsvolumen habe 260 Mrd. Euro betragen und damit fast genauso viel wie im Jahr 2018. Da Großbritannien wegen des EU-Austritts weniger attraktiv für Private-Equity-Investments sei, soll vor allem Deutschland stärker in den Fokus der europäischen Akteure rücken.

      Sinken die Transaktionsaktivitäten 2020 in Europa?

      Trotz eines eher pessimistischen Ausblicks auf die konjunkturelle Lage rechnet die europäische Private-Equity-Branche damit, dass die Transaktionsanzahl im Jahr 2020 etwa auf dem Vorjahresniveau verharren wird, heißt es in einer Studie der Beratungsgesellschaft Roland Berger, die im Februar erschienen ist. Sie basiert auf Befragungen von 2.500 Teilnehmern europäischer Private Equity-Unternehmen. Während der Ausblick in Skandinavien tendenziell positiv ist, wird für Großbritannien, Frankreich und die DACH-Region kein Wachstum erwartet. Auch hinsichtlich des Transaktionsvolumens ist das Bild wenig einheitlich: Bei kleineren Transaktionen ist der Ausblick positiv, bei großen Transaktionen über 1 Mrd. Euro hingegen negativ.

      Sind Investments in Private Equity für Anleger riskant?

      Ob ein Private-Equity-Investment erfolgreich ist, hängt von mehreren Faktoren ab, darunter das unternehmerische Geschick des Private-Equity-Anbieters und die allgemeine Börsenstimmung. Wenn sich die Lage an den Kapitalmärkten jedoch verschlechtert, steigt das Risiko, dass Private Equity-Anbieter ihre Unternehmensanteile nicht zu einem attraktiven Preis veräußern können. Daneben ist zu beachten, dass Investments in Private Equity generell nicht liquide sind. Weil die Umstrukturierung von Unternehmen Jahre dauert, ist das Kapital in Private-Equity-Beteiligungen meist mindestens zehn Jahre gebunden.

      Kann ich mit Private-Equity-Investitionen mein Portfolio diversifizieren?

      Neben dem kontinuierlichen Aufbau eines breit diversifizierten Portfolios gilt die Auswahl der Private-Equity-Manager und der von diesen verwalteten Zielfonds als ein Schlüsselfaktor für langfristig überzeugende Renditen mit Private-Equity-Investitionen. In jedem Fall sollten neben Private Equity in einem diversifizierten Portfolio auch andere Anlageklassen wie beispielsweise Aktien, Anleihen und alternative Anlagen ihren Platz finden. Darüber hinaus sollte das Kapital über verschiedene Regionen, Sektoren und Branchen gestreut werden. Bei Whitebox erfolgt die Diversifikation mithilfe von ETFs: Diese bieten im Vergleich zu einer Investition in Einzeltitel selbst für kleine Anlagebeträge eine Risikoverteilung auf eine Vielzahl an Basiswerten, wodurch sich das Verlustrisiko reduziert. Zudem sind ETFs günstiger als aktiv gemanagte Fonds.