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Geldanlage | 3 min

Festzins-Sparer: Welche Alternativen gibt es für vorsichtige Anleger?

Geschrieben von Nadine Friederichs
20. Januar 2020
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Inhaltsverzeichnis

      Wer sein Geld konservativ anlegen möchte und wenig Zeit hat, der stößt über kurz oder lang auf Festzinsanlagen. Das sind – wie der Name schon sagt – Geldanlagen, bei denen der gezahlte Zins feststeht, entweder über die gesamte Laufzeit oder zumindest für einen gewissen Zeitraum. Anlagen mit festen Zinsen waren lange der Liebling deutscher Sparer. Doch aufgrund der aktuellen Zinspolitik werfen Festgeldkonten und Anleihen kaum noch Rendite ab. Für vorsichtige Anleger gibt es aber heute andere Wege.

      Es gibt zwei große Anlageformen, die mit Festzins arbeiten: Zum einen sind es Festgeldkonten, auf denen Bankkunden ihr Geld für eine gewisse Zeit fest parken. Und zum anderen gibt es festverzinste Anleihen von Staaten und Unternehmen, die über eine festgelegte Zeit laufen. Beide Formen haben gemeinsam, dass sie typischerweise wenig Risiko für den Anleger bedeuten. Die vereinbarten Zinsen sind zwar in der Regel nicht so hoch wie die Renditen, die man mit einem Portfolio erzielen kann, das weltweit und über verschiedene Anlageklassen gestreut ist. Aber dafür erhalten Sie diese garantiert, egal, wie sich der Leitzins oder anderen Faktoren entwickeln.

      Das Festgeld: ein Anlageklassiker

      Neben Tagesgeldkonten gehört das Festgeld zu den wohl beliebtesten Anlageformen in Deutschland. Im Gegensatz zum Tagesgeld können Sie als Kunde auf das Festgeld aber nicht jederzeit zugreifen. Sie einigen sich am Anfang mit der Bank auf eine feste Laufzeit. Die kann unterschiedlich lang sein: Von drei Monaten bis zu mehreren Jahren ist alles möglich. Aus der Zeit, die Sie dem Institut Ihr Geld anvertrauen, ergibt sich in der Regel auch die Höhe der Zinsen: Je länger die Laufzeit, desto höher fallen diese aus.

      Anleger sollten sich jedoch genau überlegen, wie viel sie auf das Festgeldkonto legen – und für welchen Zeitraum. Darüber hinaus sollten sich Anleger auch nicht nur von hohen Zinsen locken lassen: Die Bank dahinter sollte gut aufgestellt sein, ansonsten besteht die Gefahr, dass durch eine Schieflage des Kreditinstitutes am Ende das sicher geglaubte Geld doch noch weg ist – das gilt vor allem bei Instituten aus dem Ausland. Die Zinssätze für Festgeld sind aus Anlegersicht leider wenig erfreulich. Ähnlich wie bei Tagesgeldkonten macht sich auch hier die Niedrigzinspolitik bemerkbar. Selbst bei langen Laufzeiten von drei oder mehr Jahren zahlen die meisten Banken höchstens 1,5 Prozent.

      Die Anleihe: Staaten und Unternehmen gegen Zins Geld leihen

      Über Anleihen spricht im Börsenfernsehen kaum jemand, dabei sind sie auf den Kapitalmärkten mindestens genauso wichtig wie Aktien. Unternehmen und Staaten geben sie heraus, um sich Geld zu leihen. Privatanleger können hier genauso zuschlagen wie Börsenprofis.

      Anleihen haben einen festen Nennwert – zum Beispiel 1.000 Euro – die Sie bei Emission dafür bezahlen müssen. Das ist das Geld, das Sie dem Unternehmen oder Staat direkt leihen. Darüber hinaus gibt es eine feste Laufzeit, die manchmal nur wenige Monate, manchmal aber auch bis zu 30 Jahre betragen kann. An deren Ende erhalten Sie dann den Nennwert, sprich die 1.000 Euro, zurück. In der Zwischenzeit erhalten Sie aber Zinsen auf Ihr Geld, welche im Vorhinein festgelegt werden können. Es gibt auch Anleihen mit variablem Zins, die sollen hier jedoch nicht thematisiert werden.

      Eine Anleihe hat gegenüber dem Festgeldkonto den Vorteil, dass Sie an der Börse gehandelt wird. Das bedeutet, dass Sie als Anleger die Anleihe auch vor Ende der Laufzeit verkaufen können und vorzeitig an Ihr Geld kommen. Allerdings schwankt der Anleihewert an der Börse genauso wie ein Aktienkurs. Es ist also nicht garantiert, dass Sie auch den Nennwert wieder herausbekommen.

      Anleihen von wirtschaftlich soliden Unternehmen oder Staaten – etwa Deutschland – gelten als sehr sicher. Momentan bringen sie aber wenig bis gar keine Zinsen, auf deutsche Staatsanleihen wurden zuletzt sogar Negativzinsen fällig.

      Robo-Advisor: Mehr Rendite bei gleichem Risiko

      Festverzinsliche Anlagen sind also eine sichere Bank, doch bringen sie momentan recht wenig für Anleger, die ihr Geld vermehren und nicht Opfer der Inflation werden wollen. Denn durch die Geldentwertung (lag in Deutschland 2018 bei 1,9 Prozent) bleibt vom Zins meist nichts übrig. In der Regel steht unter dem Strich sogar ein Minus. Wer damit nicht zufrieden ist, für den bietet sich ein globales, diversifiziertes Portfolio über viele Anlageklassen, Regionen und Sektoren an. Der Vorteil der breiten Streuung: So lässt sich das Verlustrisiko senken.  

      Wie viel Risiko Sie insgesamt eingehen möchten, können Sie individuell festlegen. Generell gilt: Wer das Festgeld schätzt, dürfte ein Portfolio mit hohem Anleihen-Anteil bevorzugen. Wer zu mehr Risiko bereit ist, wählt einen höheren Aktien-Anteil. So kann jeder von „sehr risikoarm“ bis „sehr risikoreich“ anlegen – je nach Gusto.

      Wenig sinnvoll ist es nun (beziehungsweise bei kleineren Volumina gar nicht möglich), ein breit diversifiziertes Portfolio mit Einzeltiteln abzudecken. Hier bieten sich Fonds an, die verschiedene Aktien- oder Anleihe-Titel bündeln. In der Kategorie der Fonds haben passive Produkte, Indexfonds oder sogenannte ETFs verschiedene Vorteile – sie sind zum Beispiel meist deutlich günstiger als aktiv verwaltete Fonds.

      Die Zusammenstellung (und permanente Anpassung) eines Portfolios erfordert viel Wissen und Zeit. Klassischerweise wurde diese Dienstleistung von Vermögensverwaltern und Privatbanken angeboten, die jedoch nur sehr wohlhabende Kunden bedienen. Seit wenigen Jahren haben Robo-Advisor (digitale Vermögensverwalter) diesen Markt auch für Normalverdiener geöffnet.

      Führende Anbieter wie Whitebox bieten sich dabei auch gerade für konservative Anleger an. Durch den speziellen, wissenschaftlich fundierten Value-Ansatz lässt sich bei gleichem Risiko mehr Rendite erzielen. Und so sind die Ergebnisse auch für vorsichtige Anleger interessant: Mit einem Whitebox-Portfolio der Risikostufe 1 lag die Rendite im Zeitraum vom 01. November 2018 bis zum 31. Oktober 2019 bei 5,5 Prozent.