Werden im Falle eines Marktcrashs automatisch zum Schutz vor Verlusten verkauft?

Nein. Selbstverständlich beobachten wir die Geschehnisse an den Märkten genau. Bei unseren Portfolios handelt es sich allerdings um strategische Assetallokationen, d.h. dass wir den Markt langfristig einschätzen und nicht auf kurzfristige Trends reagieren. Klar, wenn diese so bedeutend werden, dass sie auch langfristig strategisch Relevanz erlangen, werden auch wir unsere Konsequenzen ziehen. Das von den meisten Anlegern praktizierte Markttiming – also der Versuch, im richtigen Moment ein- oder auch auszusteigen – ist hingegen erwiesenermaßen Quell großer Wertvernichtung. (Falsches) Markttiming ist laut der jährlich erscheinenden Studie von DALBAR verantwortlich für durchschnittlich 2,5% Wertvernichtung. Die einfache Schlussfolgerung daraus ist, Markttiming am besten ganz zu unterlassen.

Zudem haben wir unsere Portfolios so ausgestaltet, dass sie optimal diversifiziert sind. Das heißt sehr vereinfacht auch, dass üblicherweise nicht alle im Portfolio repräsentierten „Märkte“ gleichgerichtet fallen. Wenn das Portfolio robust gebaut ist, kompensieren Märkte, die steigen, andere Märkte, die fallen. Das heißt nun nicht immer, dass eine Verlustphase „verlustfrei“ überstanden wird, es kann aber sein, dass der Durchschnitt hohe zweistellige Verluste macht, während ein anderes Portfolio nur ein paar Prozent verliert.

Was heißt das nun für Sie? Wir werden vermutlich in einer drastischen Marktphase nicht wesentliche Teile Ihrer Wertpapiere veräußern und in Cash gehen. Wir können und dürfen Ihnen aber natürlich nicht raten, in jedem Fall investiert zu bleiben. Wenn Sie sich unwohl fühlen beim Versuch, eine Verlustphase durchzustehen, ist es vielleicht alleine zu Gunsten Ihres ruhigen Schlafs besser, auszusteigen. Ob der Zeitpunkt dann richtig oder eben falsch war, ist dann vielleicht auch sekundär.