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Ohne Referenzkonto geht es nicht | Whitebox

Was ist ein Referenzkonto?

Geschrieben von Nadine Friederichs
9. März 2020
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Inhaltsverzeichnis

      Sie wollen ein Tagesgeld-, Festgeld- oder Wertpapierkonto eröffnen oder einen Kredit aufnehmen? Dies geht nicht ohne Referenzkonto. Dieses haben die meisten bereits, auch wenn sie es vielleicht nicht wissen: Das Girokonto dient in der Regel auch als Referenzkonto. Was Sie sonst noch alles darüber wissen sollten.

      Das Wichtigste auf einen Blick:

      • Ein Referenzkonto benötigen Sie unter anderem, um Geld auf Ihr Depotkonto einzuzahlen.
      • Es erhöht die Sicherheit des angelegten Geldes.
      • Das Girokonto fungiert zumeist als Referenzkonto.
      • Das Referenzkonto können Sie bei der einer deutschen Bank Ihrer Wahl eröffnen.
      • Sie können Ihr Referenzkonto ändern.

      Der Name Referenzkonto deutet bereits an, welche Funktion es erfüllt: Dieses Konto bezieht sich auf ein anderes Konto. Wenn Sie zum Beispiel ein Wertpapierkonto, auch Depotkonto genannt, besitzen, benötigten Sie unbedingt ein Referenzkonto. Von diesem Referenzkonto können Sie Geld auf Ihr Depotkonto einzahlen und abbuchen. Das gleiche Prinzip gilt auch für Tagesgeld- und Festgeldkonten: Auch hier ist ein Referenzkonto nötig, um Geld zu transferieren. Ein Beispiel: Sie haben Aktien gekauft und Gewinne erzielt. Diese Gewinne würden Sie sich gerne in bar auszahlen lassen. Nun können Sie nicht einfach das Geld von Ihrem Depotkonto abheben, sondern müssen es zunächst auf Ihr Referenzkonto überweisen. Von diesem können Sie sich dann das Geld am Bankschalter oder am Bankautomaten auszahlen lassen. In der Regel dient das Girokonto als Referenzkonto, das im Alltag für Überweisungen, Daueraufträge und Bargeldabhebungen genutzt wird.

      Welchen Zweck erfüllt das Referenzkonto?

      Das Referenzkonto erhöht die Sicherheit des angelegten Geldes, da es als festes Zahlungskonto hinterlegt ist. Wenn also Dritte die Daten Ihres Depotkontos besitzen, können sie nichts davon abbuchen, da das Geld zunächst auf Ihr Girokonto transferiert wird. Wenn Sie ein Referenzkonto besitzen, unterbinden Sie somit alle Überweisungen auf andere Konten. Diese Sicherheitsmaßnahme ist insbesondere deswegen zweckmäßig, da Sparer und Anleger zumeist auf ihrem Tages-, Festgeld- oder Depotkonto deutlich höhere Vermögen liegen haben als auf ihrem Girokonto. Einzahlungen auf das Depot-, Tagesgeld- und Festgeldkonto sind übrigens in manchen Fällen auch von anderen Konten als dem Referenzkonto möglich.

      Referenzkonto bei derselben Bank wie mein Depotkonto?

      Sie müssen Ihr Depot- und Referenzkonto nicht bei derselben Bank haben. Allerdings kann dies von Vorteil sein, da Überweisungen und Abbuchungen bei derselben Bank schneller erfolgen. Bei Direktbanken wird das Referenzkonto ausschließlich online oder telefonisch geführt. Inzwischen bieten aber auch herkömmliche Filialbanken Onlinebanking an. Somit haben Sie die Möglichkeit, jederzeit auf Ihr Depotkonto zuzugreifen.

      Welche Anforderungen muss das Referenzkonto erfüllen?

      Als Referenzkonto sind nur Konten zugelassen, über die Zahlungsverkehr wie Überweisungen, Daueraufträge und Bargeldauszahlungen möglich sind. In der Regel ist dies Ihr Girokonto. Das Referenzkonto muss zudem auf denselben Inhaber laufen wie das Anlagekonto. Und wenn Sie Ihr Depotkonto in Deutschland führen, müssen Sie Ihr Referenzkonto auch bei einer deutschen Bank haben. Ausländische Konten werden aus Verwaltungs- und Kostengründen nicht akzeptiert.

      Kann ich mein Referenzkonto ändern?

      Ja. Der Wechsel erfolgt schriftlich über ein Formular oder über das Online-Banking-Portal der jeweiligen Bank. Häufig benötigen Banken ein paar Tage für diese Änderung. Während der Bearbeitungszeit können Sie Ihr bisheriges Referenzkonto weiterhin nutzen.

      Warum sollte ich mein Referenzkonto wechseln?

      Bei der Kontoführung sind Gebühren ein wichtiger Faktor. Je nach Gebührendifferenz kann sich ein Wechsel lohnen. Denn Gebühren können nicht nur durch die Kontoführung, sondern auch bei Bargeldabhebungen anfallen – sowohl im In- als auch im Ausland. Auch Dispozinsen können unterschiedlich ausfallen und die Kosten Ihres Referenzkontos erhöhen. Weitere Gründe für einen Wechsel könnten Prämienangebote anderer Banken oder eine größere Anzahl an verfügbaren Bankautomaten sein.

      Sollte ich große Beträge auf meinem Referenzkonto ansparen?

      Eindeutig nein. Das Girokonto dient als eine reine Durchlaufstation für Ihr Geld. Ihr Geld wird dort nicht verzinst. Daher eignet sich das Referenzkonto nicht, um Geld anzusparen. Zugleich erscheint es sinnvoll, eine Liquiditätsreserve zu haben. Diese deponieren Sie aber besser auf einem Tagesgeldkonto, da es dort im Gegensatz zum Girokonto in der Regel noch Zinsen gibt. Experten empfehlen drei Nettogehälter oder mindestens 5.000 Euro. Auf diesen „Notgroschen“ können Sie zum Beispiel bei unerwarteten Reparaturen, etwa bei Auto oder Waschmaschine, schnell zugreifen. Dazu transferieren Sie das benötigte Geld vom Tagesgeld aufs Girokonto.

      Benötige ich ein Referenzkonto?

      Ein Referenzkonto benötigen Sie nicht nur für Ihr Depot-, Tagesgeld- oder Festgeldkonto, sondern zum Beispiel auch bei einem Kredit: Sowohl die Auszahlung der Kreditsumme als auch die von Ihnen zu zahlenden Kreditraten zieht das Kreditinstitut über Ihr Konto ein. Da fast jeder ein Girokonto besitzt, brauchen Sie nicht extra ein neues Referenzkonto eröffnen. Sie müssen allerdings als Kreditnehmer dafür sorgen, dass der für die Kreditrate fällige Geldbetrag auf dem Konto ist. Wird das Überziehungslimit erreicht, geraten Sie in Zahlungsverzug.

      Wo finde ich das „beste Referenzkonto“?

      Diese Frage lässt sich pauschal nicht beantworten. Da Ihr Girokonto als Referenzkonto fungiert, gehen Sie bei der Suche nach dem „besten“ Referenzkonto vor wie beim Girokonto auch. Vergleichen Sie die unterschiedlichen Angebote der verschiedenen Banken. Natürlich sollten Sie dem entsprechenden Geldinstitut vertrauen. Während die einen zum Beispiel in erster Linie auf die anfallenden Kosten achten, entscheiden sich die anderen für ihre Hausbank, etwa wegen der persönlichen Kontakte und der Vertrautheit des Geldinstituts.