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US-Anleihen können sich als Stabilitätsanker erweisen | Whitebox
Anleihen | Investieren | 2 min

US-Anleihen können sich als Stabilitätsanker erweisen

Geschrieben von Whitebox-Redaktion
4. Juni 2020
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Inhaltsverzeichnis

      Wegen der konjunkturellen Unsicherheiten als Folge der Corona-Epidemie haben viele Investoren in Anleihen umgeschichtet. Dadurch sind unter anderem die Renditen für US-Anleihen auf ein historisch niedriges Niveau gesunken. Doch trotz der neuen Allzeittiefs könnten die US-Schuldtitel als diversifizierendes Gegengewicht für Aktieninvestments dienen.

      Der US-Anleihemarkt ist der größte und am stärksten verbreitete Anleihenmarkt weltweit. Das Volumen der umlaufenden US-Staatspapiere, von einmonatigen Schatzwechseln bis hin zu 30-jährigen Anleihen, ist höher als das Volumen der Staatsanleihemärkte von Großbritannien, Frankreich, Italien, Deutschland und Spanien zusammen. Durch die Attraktivität des Dollar dürfte die Nachfrage nach Staatsanleihen so schnell nicht abebben.

      Welche Arten von US-Anleihen gibt es?

      Staatsanleihen unterscheiden sich je nach Laufzeit, Währung, Verzinsung und Bonität des emittierenden Staates. Sogenannte Ratings geben Investoren Hinweise darauf, wie sie die Bonität eines Emittenten und somit auch das individuelle Ausfallrisiko beurteilen können. Bei Standard & Poor`s zum Beispiel reichen die Bonitätsnoten von „AAA“ (Zuverlässige und stabile Schuldner, höchste Qualität) bis „D“ (in Zahlungsverzug). Anleihen mit einem Rating von mindestens „BBB“ werden als „Investment Grade“ bezeichnet.

      US-Anleihen mit Zinsvorsprung vor Bundesanleihen

      Viele Anleger entscheiden sich für Anleihen, um Risiken zu minimieren. Zahlreiche institutionelle Anleger wie zum Beispiel Banken, Versicherungen und Pensionsfonds erwerben regelmäßig Staatsanleihen. Auch für private Anleger können die staatlichen Schuldverschreibungen als Beimischung im Anlageportfolio sinnvoll sein. Die Hauptgründe dafür sind:

      • Der Anleihenmarkt gehört zu den liquidesten Märkten, die es gibt.
      • Anleihen – und vor allem Staatsanleihen – gelten als sichere Anlagemöglichkeit.
      • Die Renditen von US-Staatsanleihen sind zwar gesunken, aber noch im positiven Terrain.

      Obwohl die Renditen auf US-amerikanische Staatsanleihen seit den Zinssenkungen durch die amerikanische Notenbank Fed zuletzt deutlich gesunken sind, rentieren sie noch höher als Bundesanleihen. So werfen die US-Kurzläufer (1 – 10 Jahre) im Vergleich zu Bundesanleihen noch eine positive Rendite ab: Laut Statista.com werden zehnjährige US-Staatsanleihen mit 0,65 Prozent, fünfjährige mit 0,33 Prozent und einjährige mit 0,16 Prozent (Vergleich: zehnjährige Bundesanleihen: -0,50 Prozent) verzinst.

      US-Unternehmensanleihen: attraktive Alternative zu Staatsanleihen

      Unternehmensanleihen (Corporate Bonds) dienen Unternehmen als Alternative zur Kreditfinanzierung von Banken. Die Bonität dieser Anleihen hängt vor allem von der Finanzkraft des Unternehmens und der Zukunftsfähigkeit des Geschäftsmodells ab. So verspricht eine Anleihe mit erstklassigem Rating eine niedrigere Rendite als Anleihen mit schlechtem Rating. Wenn die Renditen für US-Staatsanleihen wie zuletzt unter Druck geraten, könnten Unternehmensanleihen mit Investmentgrade (IG-Anleihen) stärker in den Fokus privater Investoren rücken. Denn:

      • Im Zuge gelockerter Finanzierungsbedingungen und der Unterstützung durch die Anleihenkaufprogramme der Fed ist in den kommenden Monaten mit fallenden Spread-Niveaus zu rechnen.
      • Ähnlich wie bei Staatsanleihen sind auf US-Dollar lautende Unternehmensanleihen mit Investment Grade deutlich rentabler als ihre auf Euro lautenden Pendants.
      • Die erfolgten Zinssenkungen der US-Notenbank sollten sich in niedrigeren Zinsdifferenzen und niedrigeren Kosten für die Währungsabsicherung in US-Dollar niederschlagen.

      Hochzinsanleihen: Riskante Alternative zu Government- und Corporate Bonds

      Hochzinsanleihen zeichnen sich nicht nur durch ihre Erträge aus. Aufgrund der geringen Korrelation mit anderen Anlageklassen und aktienähnlichen Renditen mit niedrigerer, langfristiger Volatilität können sie eine wichtige Ergänzung in einem diversifizierten Portfolio sein. Hochzins- oder High-Yield-Anleihen werden von Staaten oder Unternehmen mit sehr niedrigem Rating (schlechter als BBB-) ausgegeben. Daher sollten private Anleger diese Anleihe-Form, wenn überhaupt, nur im Rahmen eines breit diversifizierten Portfolios erwerben, bei dem ein Teilausfall von Anfang an in die Renditeprognose eingerechnet wird.

      US-Anleihen im eigenen, diversifizierten Portfolio

      Private Anleger können die Risiken ihres Anleiheportfolios streuen, indem sie in eine Kombination von Staats-, Unternehmens- und Hochzinsanleihefonds investieren. Obwohl die Renditen von US-Anleihen in den letzten zwölf Monaten stark gesunken sind, könnten sie sich bei einer richtigen Zusammenstellung als Stabilitätsanker im Gesamtportfolio erweisen.

      Als digitaler Vermögensverwalter stellen wir bei Whitebox individuelle ETF-Portfolios aus verschiedenen Anlageklassen, Sektoren/Branchen und Regionen zusammen, in denen – je nach Rendite-Risiko-Profil und langfristigem Marktausblick – auch US-Anleihen enthalten sein können. Durch einen optimalen, global diversifizierten Anlagemix konstruieren wir so Portfolios, die sich langfristig – und zwar nicht nur in einem, sondern in möglichst vielen Szenarien – optimal entwickeln.