Liebe Frauen, wir müssen reden!

Geschrieben von Salome Preiswerk
22. Februar 2022
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Inhaltsverzeichnis

      Am 8. März ist alljährlich internationaler Weltfrauentag. Bereits seit 111 Jahren dient dieser Tag dem Kampf für mehr Gleichberechtigung von Mann und Frau. Viele der Ziele, mit denen die Frauenrechtlerinnen damals angetreten sind, wurden mittlerweile zum Glück erreicht, etwa das aktive und passive Wahlrecht, das Recht auf freie Berufswahl oder auch das Recht auf Eröffnung eines Bankkontos. Heute ist all dies selbstverständlich, doch der Weg dahin war hart umkämpft.

      Dass es jedoch auch hierzulande in Sachen Gleichstellung noch Nachholbedarf gibt, zeigt ein Jahrestag, der in diesem Jahr in Deutschland ausgerechnet einen Tag vor dem Weltfrauentag stattgefunden hat: der Equal Pay Day, also der Tag zur gleichen Bezahlung von Frauen und Männern. Bis zu diesem Tag im Jahr arbeiten Frauen – zumindest rechnerisch – umsonst. In Zahlen ausgedrückt heißt das: Frauen erhalten für ihre Arbeit 18 Prozent weniger Gehalt als Männer.

      Mädchen erhalten weniger Taschengeld als Jungs

      Wobei man ergänzen muss, dass dabei sämtliche Arbeitsformen und Berufsgruppen miteinander verglichen werden – der hochbezahlte Top-Manager ebenso wie die Pflegekraft, die in Teilzeit arbeitet. Der bereinigte sogenannte Gender Pay Gap – nämlich die Einkommenslücke zwischen Frauen und Männern – liegt bei etwa sechs Prozent. Das ist immer noch ein erschreckend hoher Wert, wenn man bedenkt, dass Frauen schlechter bezahlt werden, obwohl die Voraussetzungen etwa bei Berufswahl, Qualifikation, Arbeitserfahrung, Arbeitsumfang und Bildungsstand dieselben sind wie bei den männlichen Kollegen.

      Bild Fem.Fin-1

      Der Pay Gap startet übrigens schon im Kindesalter: Jungs bekommen Untersuchungen zufolge mehr Taschengeld als Mädchen. Anschließend zieht er sich durch das ganze Leben, wobei er mit dem Alter sogar ansteigt. Vor allem zwischen 30 und 50 Jahren nimmt der Gehaltsunterschied zwischen Männern und Frauen deutlich zu. Das ist kein Wunder, schließlich ist das die Zeit der Kindererziehung, in der es meist die Frauen sind, die zugunsten der Familie beruflich kürzertreten, während der Mann Karriere macht. Außerdem – auch das gehört zur Wahrheit – sind Frauen gerade zum Berufsstart oftmals zurückhaltender bei der Gehaltsverhandlung. Dementsprechend steigen sie mit einem niedrigeren Gehalt ins Berufsleben ein – ein Rückstand, der sich in den Folgejahren nur schwer kompensieren lässt.

      Jeder dritten alleinstehenden Rentnerin droht Altersarmut

      Dass im 21. Jahrhundert Frauen und Männer immer noch ungleich entlohnt werden, ist – man muss es in dieser Deutlichkeit sagen – ein Armutszeugnis für unsere Gesellschaft. Eines, das auch der Gesellschaft teuer zu stehen kommen wird. Denn ein geringeres Gehalt bedeutet auch eine niedrigere gesetzliche Rente. Entsprechend hoch ist das Risiko für Altersarmut. Das gilt vor allem für alleinstehende Frauen: Laut einer Bertelsmann-Studie könnte bis 2036 jede dritte alleinstehende Rentnerin in Armut leben.

      Aus diesem Grund ist es gerade für Frauen wichtig, rechtzeitig Vorkehrungen zur eigenen finanziellen Absicherung zu treffen – und sich dabei nicht auf den Partner zu verlassen. Da die gesetzliche Rente allein in den meisten Fällen nicht ausreichen wird, führt daher an der privaten Altersvorsorge kein Weg vorbei. Und das heißt in Zeiten von Niedrigzins und Inflation: Vermögensaufbau mit Wertpapieren.

      Investition in Wertpapiere ab 25 Euro möglich

      Hier gibt es jedoch noch erheblichen Nachholbedarf. Einer aktuellen Studie zufolge kümmern sich nur 20 Prozent der Frauen um ihre eigene finanzielle Langzeitplanung. Ein Grund dafür ist das mangelnde finanzielle Selbstbewusstsein: Viele Frauen schätzen sich in Sachen Finanzen weniger kompetent ein als die Männer. Dabei haben Studien längst belegt, dass Frauen ihr Geld mindestens genauso erfolgreich anlegen wie Männer.

      Ein weiterer Grund, warum so viele Frauen den Schritt auf den Kapitalmarkt scheuen: Viele glauben, dass sie nicht genügend Geld haben, um in Wertpapiere zu investieren. Dieser Irrglaube ist besonders fatal. Denn gerade für Menschen mit weniger Kapital ist es essentiell, rechtzeitig die finanzielle Vorsorge fürs Alter zu treffen. Und das geht schon mit geringen Beträgen – bei Whitebox zum Beispiel schon ab 25 Euro im Monat. So lässt sich auch mit geringen Mitteln langfristig ein finanzielles Polster aufbauen.

      Deshalb habe ich einen Appell an alle Frauen: Traut euch und nehmt eure Finanzen selbst in die Hand. Denn es ist an der Zeit, sich auch beim Thema Finanzen endgültig zu emanzipieren. Dazu gehört, sich um die eigene Finanzplanung zu kümmern. Zumal ein selbstbewusster Umgang mit diesem Thema erwiesenermaßen das allgemeine Selbstbewusstsein stärkt – und das hilft vielleicht bei der nächsten Gehaltsverhandlung.