Wie Sie den Zinseszinseffekt an der Börse nutzen können | Whitebox

Zinseszins: So profitieren Sie davon

Geschrieben von Hanka Stange
27. September 2022
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Inhaltsverzeichnis

      Albert Einstein nannte den Zinseszins das achte Weltwunder. Warren Buffett bezeichnet ihn als den „wichtigsten Erfolgsfaktor beim Investieren”. Wir erklären Ihnen, was dahinter steckt.

      Das Wichtigste in Kürze

      • Zinseszins = exponentielle Steigerung der Zinsen auf Renditen
      • Zinseszinseffekt vergrößert sich mit fortlaufender Zeit
      • Zinseszins v. a. beim langfristigen Vermögensaufbau lohnenswert

      Inhalt:
      Was versteht man unter Zinseszins?
      Wie berechnet man den Zinseszins?

      Was versteht man unter Zinseszins?

      Zinseszinsen sind solche Zinsen, die Sie auf Ihre Zinsen erhalten. Der Zins ist wiederum das Entgelt, das Sie in Form einer Rendite für bereitgestelltes Kapital erhalten oder alternativ auf geliehenes Geld an den Gläubiger zahlen, beispielsweise einer Bank als Kreditgeber.

      Der Zins wird immer als relative Zahl in Prozent angegeben. Eine höhere absolute Summe führt folglich zu einem höheren Zins. Vereinfacht ausgedrückt: Ein Zins von 5 Prozent ist bei 1 Million Euro in absoluten Zahlen beziehungsweise als Euro-Wert höher als 5 Prozent von 1.000 Euro.

      Der Zinseszins beschreibt dann die exponentielle Steigerung dieses Effekts über einen gewissen Zeitraum. Je mehr Zeit der Zinseszins zur Verfügung hat, desto mächtiger die Wirkung. Mit anderen Worten: Je früher Sie anfangen zu investieren, desto früher kann der Zinseszins für Sie und Ihr Geld arbeiten.

      Ein Beispiel: Frau Meier erhält im ersten Jahr der Geldanlage einen Zins auf ihr Kapital. Im zweiten Jahr wird daraus im praktischen Sinne ein Zinseszins. Denn das ursprüngliche Kapital mitsamt dem bereits gezahlten Zins wird erneut verzinst, da die Basis in absoluten Zahlen höher ist.

      Wie berechnet man den Zinseszins?

      Die entscheidende Variable beim Zinseszins ist die Zeit. An den nachfolgenden Beispielen zum Zinseszinseffekt wird das gut deutlich. Dazu erst einmal eine Rechnung für einen „einfachen Zins“. Bei einer Anlagesumme von 1.000 Euro und einer Verzinsung von 10 Prozent über einen Zeitraum von 12 Monaten sieht das so aus: 

      Kapital: 1.000 €
      Zins: 10 % = 100 €
      Rendite: 100 €

      Nun stehen Sie als Anlegerin oder Sparer vor der Entscheidung: Sie können die 100 Euro Rendite beispielsweise für ein romantisches Dinner ausgeben. Bleibt das investierte Kapital von 1.000 Euro unverändert erhalten und bekommen Sie im zweiten Jahr ebenfalls 10 Prozent Zins, haben Sie nach dem zweiten Jahr erneut 100 Euro mit dem Kapital verdient.

      Das Kapital selbst wächst nicht, außer Sie führen aktiv Geld zu, indem Sie mehr sparen. 

      Zinseszins berechnen: So geht’s

      Bleiben wir bei den vorherigen Zahlen. Stellen Sie sich vor, Sie geben die 100 Euro Rendite nicht für ein leckeres Abendessen aus, sondern legen sie erneut an. Hier kommt nun die Variable Zeit ins Spiel. Zur Erinnerung, das erste Jahr:

      Kapital: 1.000 €
      Zins: 10 % = 100 €
      Gesamtkapital nach 1 Jahr: 1.100 €

      Sie legen die generierte Rendite/den Zinsertrag also jedes Jahr vollständig neu an. Folglich vergrößert sich Ihr investiertes Kapital stetig. Der relative Zins von 10 Prozent bleibt identisch, die absolute Zahl von 1.000 Euro (danach jedes Jahr mehr) steigt aber an. Folglich macht der relative Zinswert einen immer größeren Betrag aus, nämlich nach dem zweiten Jahr:

      Kapital: 1.100 €
      Zins: 10 % = 110 €
      Gesamtkapital nach 2 Jahren: 1.210 €

      Nach dem dritten Jahr sieht das Ganze wie folgt aus:

      Kapital: 1.210 €
      Zins: 10 % = 121 €
      Gesamtkapital: 1.331 €

      Und immer so weiter. Der Zins macht einen immer größeren Gegenwert aus, was sich vor allem nach einem mittleren bis langen Anlagehorizont gut anhand des Gesamtkapitals erkennen lässt:

      Nach 10 Jahren: 1.000 € × 1,10^10 = 2.594 €
      Nach 20 Jahren: 1.000 € × 1,10^20 = 6.728 €
      Nach 30 Jahren: 1.000 € × 1,10^30 = 17.449 €
      Nach 40 Jahren: 1.000 € × 1,10^40 = 45.259 €

      Wie Sie feststellen, wächst das investierte Kapital mit der Zeit exponentiell. Wer im Alter von 20 Jahren 1.000 Euro sowie alle kommenden Zinserträge investiert, hat in diesem Beispiel zur Fast-Rente mit 60 Jahren 45.259 Euro zur Verfügung.

      Noch besser lässt sich der Zinseszins verdeutlichen, wenn wir einzelne dieser Zeiträume dem oben erläuterten „einfachen Zins“ gegenüberstellen.

      Kapital: 1.000 €
      Zins: 10 % = 100 €

      Wenn Sie den Zinsertrag nicht reinvestieren, erhalten Sie 40 Jahre lang jedes Jahr die 100 Euro Zinsen. In der Summe entspricht das nach vier Jahrzehnten 4.000 Euro. Das Grundkapital von 1.000 Euro existiert ebenfalls noch. Folglich hätten Sie nach 40 Jahren nur 5.000 Euro aus den ursprünglichen 1.000 Euro gemacht. 

      Zur Erinnerung: Mit Zinseszinseffekt könnten Sie mehr als 45.000 Euro erzielen. Mit jedem weiteren Jahrzehnt, das Sie investiert sind, würde sich dieser Effekt noch verstärken.

      Sie sehen: Der Zinseszins ist immer auf Ihrer Seite. Nutzen Sie ihn und starten Sie noch heute mit dem Vermögensaufbau.