Rendite | Geldanlage | 3 min

So reicht’s für ein finanziell sorgloses Leben im Alter

Geschrieben von Whitebox-Redaktion
22. Februar 2022
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  2. Die 4 prozent regel
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      Mit dem Auszahlplan bietet Whitebox ihren Kunden die Möglichkeit, sich regelmäßig einen Teil des investierten Kapitals auszahlen zu lassen. Das ist zum Beispiel dann besonders hilfreich, wenn man das Geld für den Ruhestand verwenden möchte. Doch wie viel aus dem angesammelten Kapital sollten Anleger entnehmen, ohne irgendwann mit leeren Händen dazustehen? Eine Orientierung bietet die 4-Prozent-Regel.

      Haben Sie schon einmal von Frugalisten gehört? Das sind Menschen, die „frugal“ leben, also ganz bescheiden und einfach. Ziel dieser Lebensweise ist es, so viel Geld anzusparen, um schon in frühen Jahren finanziell unabhängig zu sein, also ausschließlich von den Ersparnissen leben zu können.

      Vor allem in den USA leben bereits tausende Menschen nach dem FIRE-Prinzip. FIRE steht für „Financial Independence, Retire Early“ – also finanzielle Freiheit und ein früher Ruhestand. Auch hierzulande hat diese Bewegung viele Anhänger. Sie tauschen sich aus auf Blogs wie www.frugalisten.de. Ihre Themen: „So gehe ich mit 40 in Rente“, „Die Macht des Nichtkaufens“ und „Hat dein Leben mehr zu bieten, als Tag für Tag arbeiten zu gehen?“.

      4 – die magische Zahl aller Frugalisten

      Dabei fällt immer wieder eine Zahl: 4 – genauer gesagt die 4-Prozent-Regel. Die besagt: Wer von seinem Vermögen leben will, muss so viel Geld ansparen, dass 4 Prozent davon ausreichen, um den gewünschten Lebensstandard zu decken. Wer also 1.500 Euro im Monat zum Leben benötigt, muss nach dieser Rechnung ein Kapital von 450.000 Euro aufbauen. Dann, so die Theorie, kann er oder sie Monat für Monat den gewünschten Betrag entnehmen, ohne dass das Kapital irgendwann aufgebraucht wird.

      Bild Endtnahmeplan

      Das funktioniert natürlich nur, wenn das angesparte Geld weiterhin Erträge abwirft. Denn würden zum Beispiel die 450.000 Euro zinslos auf dem Girokonto liegen und Monat für Monat 1.500 daraus entnommen, wäre das Ersparte nach 25 Jahren aufgebraucht – wenn die Bank oder Sparkasse Negativzinsen erhebt sogar deutlich früher.

      Nicht berücksichtigt ist in diesem Beispiel außerdem die Inflation, also die Tatsache, dass die 1.500 Euro in 20 Jahren deutlich weniger wert sind als heute. Ein vorzeitiger Ruhestand beziehungsweise die finanzielle Freiheit, wie es die Frugalisten erträumen, ist auf diese Weise nicht finanzierbar.

      Mit diversifiziertem Wertpapier-Portfolio zur finanziellen Freiheit

      Grundlage der 4-Prozent-Regel ist daher, dass das Geld auch in der Auszahlphase weiterhin in Wertpapiere investiert wird. Die Idee dazu geht auf die sogenannte Trinity-Studie aus dem Jahr 1998 zurück. Drei Professoren der Trinity University in San Antonio / Texas haben über den Zeitraum von 1925 bis 1995 untersucht, wieviel Kapital jährlich von einem vorhandenen Vermögen entnommen werden kann, ohne jemals Bankrott zu gehen. Dabei wurden unterschiedliche 15- bis 30-Jahres-Zeiträume betrachtet.

      Ein Ergebnis der Studie ist, dass Anleger mit einem diversifizierten Wertpapier-Portfolio über einen Zeitraum von mindestens 30 Jahren 4 Prozent des Kapitals entnehmen können. Je nach Risikoneigung und Marktentwicklung kann der Zeitraum auch deutlich länger als 30 Jahre sein. Die Ergebnisse konnte durch eine aktualisierte Studie der Forscher aus dem Jahr 2011 mit Zahlen bis 2009 bestätigt werden.

      Der Vorteil dieser Berechnung: Die Inflation ist bereits berücksichtigt, der Auszahlbetrag wird also jeweils um die Teuerungsrate angepasst. Es gibt allerdings auch Kritik an der Regel; etwa, dass Steuern nicht berücksichtigt würden, ebenso wenig die Kosten der Kapitalanlage. Außerdem wird moniert, dass sich die Forscher nur auf den US-Markt bezogen. Und natürlich ist es nicht garantiert, dass die Aktienmärkte in Zukunft die gleiche Rendite erwirtschaften wie in der Vergangenheit.

      Sparen: Früh anfangen zahlt sich aus

      Dennoch ist die 4-Prozent-Regel eine gute Faustformel bei der Planung des eigenen Ruhestands. Denn sie gibt eine zumindest grobe Orientierung, wie viel Kapital für ein (finanziell) sorgloses Leben im Alter benötigt wird. Im angelsächsischen Raum spielt die 4-Prozent-Regel bei der Ruhestandsplanung daher schon lange eine große Rolle.

      Und wer jetzt frustriert ist angesichts der hohen Summe, die für die finanzielle Freiheit angespart werden muss, dem sei gesagt: Je früher man damit anfängt, desto eher lässt sich der gewünschte Kapitalstamm erreichen.

      Und es muss ja vielleicht auch nicht unbedingt die finanzielle Freiheit mit 40 Jahren sein, wie es das Ziel vieler Frugalisten ist. Wer auch mit etwas niedrigeren monatlichen Auszahlungen zufrieden ist und ausreichend Zeit mitbringt, kann schon mit einer vergleichsweise niedrigen monatlichen Sparrate ein attraktives finanzielles Polster fürs Alter aufbauen, etwa als Zusatzeinkommen zur gesetzlichen Rente. Dann ist während der Ansparphase statt eines Urlaubs auf Balkonien auch mal ein schönes Hotel am Mittelmeer drin.