Jetzt anlegen
Alternative Investmentfonds offerieren hohe Renditen | Whitebox

Alternative Investmentfonds offerieren hohe Renditen

Geschrieben von Salome Preiswerk
27. April 2020
Inhaltsübersicht einblenden
Inhaltsübersicht ausblenden

Inhaltsverzeichnis

      Alternative Investmentfonds beziffern eine Gruppe alternativer Assets, die neben hohen Renditemöglichkeiten für große Risiken stehen. Für den Anleger bietet die Integration von Alternative Assets in die Vermögens-Allokation die Möglichkeiten einer höheren Diversifikation des Portfolios und die Optimierung der Portfoliorendite.

      Die wichtigsten Inhalte des Artikels

      • Alternative Investments haben eine geringe Korrelation zu traditionellen Assetklassen und offerieren die Chance auf überdurchschnittliche Renditen.
      • Der Markt für alternative Investments ist nicht homogen.
      • Vehikel wie Private Equity- und Hedgefonds können im Falle volatiler Märkte stark unter Druck geraten.
      • Offene Immobilienfonds sind weniger schwankungsanfällig.

      Die Abkürzung „AIF“ steht für alternative Investmentfonds. AIF sind Fonds, die nicht unter die OGAW-Richtlinie (Organismen für gemeinsame Anlagen in Wertpapieren) der EU fallen. Zur Gruppe der AIF zählen:

      • Immobilienfonds – inklusive geschlossener Fonds, offener Spezialfonds und offener Immobilienfonds
      • Hedgefonds
      • Private Equity Fonds
      • Rohstofffonds
      • Infrastrukturfonds
      • Private Debt-Fonds
      • Flugzeugfonds

      Wie unterscheiden sich Alternative Investments von anderen Finanzprodukten?

      Hierzu existiert keine allgemeingültige Definition. Dem Bundesverband BAI zufolge sind Alternative Investments Investitionen in nicht traditionelle Anlageklassen (außerhalb von Aktien und Anleihen) oder die Investition in diese Anlageklassen unter Zuhilfenahme komplexer, nicht traditioneller Strategien. Die Idee hinter den Alternativen Investmentfonds ist es, Anlegern die Möglichkeit zu geben, sich beispielsweise an Großprojekten zu beteiligen und davon zu profitieren. Typische Beispiele dafür sind Fonds, die in Immobilien investieren, deren Gesamtvolumen nicht selten zwei- und dreistellige Millionensummen erreicht. Da die Allokation von Alternativen Investments in den Portfolien institutioneller Investoren in den letzten Jahren deutlich gestiegen ist, haben sich auch die regulatorischen Anforderungen erhöht. In diesem Zusammenhang sind auf europäischer Ebene vor allem die AIFM-Richtlinie, MiFID II sowie Solvency II zu nennen.

      Hinter jedem Alternativen Investmentfonds steht eine Kapitalverwaltungsgesellschaft (KVG), die von der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) eine Zulassung erhalten muss. Der BaFin obliegt es auch, den Emissionsprospekt vor dem Vertriebsstart zu prüfen und freizugeben. Im Gegensatz zu klassischen Investment-Fondsgesellschaften, die Aktien oder Anleihen erwerben, investiert die KVG das eingezahlte Vermögen der Anleger in reale Vermögensgegenstände, sogenannte Sachwerte.

      Welche Vor- und Nachteile bieten Alternative Investments?

      Als Vorteile der Alternativen Investments werden gemeinhin folgende Argumente genannt:

      • Ihr Risiko-Rendite-Profil weicht von den klassischen Anlageformen wie Aktien und Renten ab. Sie bieten in der Regel höhere Renditechancen, bringen dafür aber auch mehr Risiko mit sich.
      • Studien zufolge weisen alternative Investments eine nur geringe beziehungsweise überhaupt keine Korrelation zu den klassischen Aktien- oder Anleihemärkten auf.
      • Wenn ein effizientes Portfolio aus Aktien und Anleihen mit anderen nicht-traditionellen Anlagen diversifiziert wird, kann es von einem verbesserten Rendite-Risiko-Profil profitieren.

      Als nachteilig werden oft folgende Aspekte genannt:

      • mangelnde Liquidität
      • geringe Transparenz einzelner Segmente
      • relative Unabhängigkeit der Asset-Preise von Aktienmärkten
      • komplexe Performance- und Risikomessungen

      Da das Feld der AIFs unterschiedlichste Arten von Investmentfonds umfasst, birgt jede von ihnen ihre eigenen Chancen und Risiken. Geschlossene Immobilienfonds zum Beispiel unterscheiden sich grundlegend von Hedgefonds. Zudem sind viele dieser Investmentformen sehr komplex und erfordern fundierte Kenntnisse und Erfahrung. Anleger, die in AIFs investieren, sollten daher immer die spezielle Investmentstrategie des ausgewählten Finanzprodukts intensiv überprüfen.

      Wie haben sich die Alternativen Investments entwickelt?

      Noch bis vor rund zehn Jahren spielten Alternative Assets eine untergeordnete Rolle in der Kapitalanlage privater und institutioneller Investoren. Mit dem Ausbruch der Finanzkrise und der daraus resultierenden Niedrigzinspolitik der amerikanischen und europäischen Zentralbanken wurde es Kapitalanlegern erschwert, in Anlagen wie Aktien oder Renten eine auskömmliche Rendite zu erwirtschaften. Daher wichen viele Anleger wegen der höheren Renditeerwartungen zunehmend auf Alternative Investments aus. Aufgrund dieser gestiegenen Nachfrage hat sich auch das Produktangebot erhöht. Allerdings passt nicht jedes Anlagevehikel zu jedem Investor. Neben den vor allem in Deutschland beliebten Immobilien sind in den letzten Jahren auch Private Equity, Infrastruktur, Hegefonds und Private Debt zusehends ins Rampenlicht erfahrener und risikobereiter Investoren gerückt und spielen inzwischen eine bedeutende Rolle in der strategischen Planung der Assetallokation. Laut einer Analyse von Preqin verzeichnete der Markt der alternativen Anlagen bei den Assets under Management im Jahr 2019 einen neuen Rekord von 10,3 Billionen USD. Zu den Bereichen, die die meisten Investments auf sich zogen, zählten Private Equity und Venture Capital, Private Debt, Hedgefonds, Immobilien, Infrastruktur und natürliche Ressourcen. Im Bereich Private Equity habe der jährliche Mittelwert der Rendite der letzten drei Jahre bis Juni 2019 17 Prozent betragen. Daneben hätten noch Immobilien und Infrastruktur in der längerfristigen Betrachtung zweistellige Renditen erzielt.

      Welche Alternativen Investments werden von Investoren stärker nachgefragt?

      Während nach der Jahrtausendwende vor allem Private-Equity- und Venture-Capital-Anlagen sowie Hedgefonds-Strukturen von den Anlegern nachgefragt wurden, sind die Investitionen in Hedgefonds nach dem Einbruch durch die Finanzkrise spürbar zurückgegangen. Stattdessen stieg – getrieben vom Modernisierungsdruck und der fehlenden Finanzierungsmöglichkeit durch die öffentlichen Haushalte – zunehmend die Beliebtheit von Infrastrukturanlagen. Neben klassischer Transportinfrastruktur gehören dazu auch Anlagen zur Erzeugung von Erneuerbarer Energien. Für Infrastruktur-Investments sprechen vor allem die stabilen Cashflows, die die Unternehmen generieren. Seit einigen Jahren fragen Anleger auch Alternative-Asset-Strukturen aus dem Bereich der Fremdfinanzierungen wie Infrastructure Debt oder Private Debt stärker nach. Für Anleger bieten Anlagen in Fremdfinanzierungen insbesondere den Vorteil, dass sie regelmäßige Rückflüsse erwarten können.

      Wie haben sich Private Equity- und Hedgefonds entwickelt?

      Einen ersten Boom in Private-Equity-Anlagen gab es um die Jahrtausendwende, der vom technologischen Wandel insbesondere aus Silicon Valley getrieben wurde. Zeitlich parallel stieg das Interesse an Hedgefonds, die Investoren mit hohen Renditeerwartungen köderten. Da die Finanzkrise diese Entwicklung zu einem jähen Ende brachte, befinden sich Hedgefonds heute nahezu nur noch in den Portfolien renditehungriger Investoren. Durch den Aktienboom in den 90er- und Nuller-Jahren – kurz unterbrochen durch einzelne Börsencrashs – schossen die Bewertungen der Unternehmen in die Höhe, wovon vor allem Private Equity- und Hedgefonds profitierten. Wenn die Kurse jedoch stark fallen oder Hedgefonds sich mit bestimmten Strategien verzocken, geraten auch die zugrundeliegenden Fonds oder ETFs unter Druck. Generell ist jedoch festzuhalten, dass insbesondere Private-Equity- und Immobilienanlagen regelmäßig deutlich höhere Renditen aufweisen als klassische Anlagen wie Renten.

      Welche Vorteile bieten offene Immobilienfonds?

      Offene Immobilienfonds sind in den vergangenen Jahren bei deutschen Anlegern im Niedrigzinsumfeld stark in den Fokus gerückt. Zudem sind sie durchweg viel weniger schwankungsanfällig als etwa börsennotierte Immobilienaktien. Mit offenen Immobilienfonds konnten Anleger in den vergangenen fünf Jahren durchschnittlich eine Rendite von 2,7 Prozent pro Jahr erzielen, 2018 betrug die Rendite sogar 3,3 Prozent, wie aus einer Analyse der Ratingagentur Scope hervorgeht. Damit erzielten private Anleger mit diesen Investments eine deutlich höhere Rendite, als sie mit Staatsanleihen oder Termingeldern möglich ist. Per Ende September 2019 habe die Renditedifferenz zwischen offenen Immobilienfonds und Sparanlagen mit 3,8 Prozentpunkten auf dem höchsten Wert der vergangenen 15 Jahre gelegen. Da sich das Renditeniveau offener Immobilienfonds nicht sprunghaft verändern werde, rechnet Scope auch mittelfristig mit stabilen bis leicht rückläufigen Renditen.

      Welchen Mehrwert können „Alternative Investment“-ETFs bieten?

      Private Anleger können auch mit passiven Instrumenten wie ETFs in alternative Investmentfonds investieren. Dabei können Investments in Immobilien, Infrastruktur, Private Equity oder Rohstoffindizes mittels ETFs eine interessante Option sein. Insbesondere aus den Bereichen Immobilien und Infrastruktur tummeln sich eine Vielzahl börsennotierter Unternehmen aus unterschiedlichen Sektoren, die sich über einen ETF unkompliziert erschließen lassen. Als digitaler Vermögensverwalter wählen wir bei Whitebox im Rahmen unserer Assetallokation die aus unserer Sicht erfolgversprechendsten ETFs aus diesen Segmenten für unsere Kunden aus. Als Anleger können Sie sich so bereits mit kleinen Anlagesummen an Wachstumsmärkten beteiligen. Insgesamt sollten alternative Anlageklassen in einem global ausgerichteten und hochdiversifizierten Portfolio einen zusätzlichen Mehrwert liefern.