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Asset Allocation: Auch für Privatanleger relevant | Whitebox

Asset Allocation: Auch für Privatanleger relevantes Thema

Geschrieben von Whitebox-Redaktion
4. November 2020

    Haben Sie sich auch schon mal gefragt, was „Asset Allocation“ eigentlich bedeutet? Hinter dem englischen Begriff verbirgt sich die Vermögensallokation, also die Aufteilung des Vermögens auf unterschiedliche Anlageklassen, Branchen, Sektoren und Regionen. Dass aufgeteilt also „diversifiziert“ werden sollte, gilt für Profis genauso wie für Sie als Privatanleger.

    „Nicht alle Eier in einen Korb legen“ – wenn es eine unumstrittene Regel der Geldanlage gibt, dann ist es wohl diese. Wie man die Eier beziehungsweise das Geld verteilt – darum geht es bei der Asset Allocation, auf deutsch Vermögensallokation oder -verteilung. Warum das so wichtig ist? Da hilft das Bild der Eier im Korb: Fällt der Korb aus der Hand, sind alle Eier dahin. So ist es auch mit der Geldanlage. Wenn Sie zum Beispiel nur auf eine Anlageklasse oder sogar nur auf ein Wertpapier setzen, ist das Geld bei ungünstiger Entwicklung im schlimmsten Fall ganz weg.

    Anlagemärkte entwickeln sich nicht einheitlich: Mal steigen die Aktienkurse und Anleihen bewegen sich nicht vom Fleck. Oder Schwellenländeraktien verteuern sich rasant, während Industrieländeraktien mehr oder weniger auf der Stelle treten. Ein paar grobe Orientierungen gibt es:

    • Meist steigen Aktien in Zeiten des Wirtschaftswachstums, während sie in Rezessionsphasen leiden.
    • Dafür erweisen sich Staatsanleihen (jedenfalls die von soliden Schuldnern) in wirtschaftlichen Schwächephasen normalerweise als Stabilitätsanker.
    • Gold profitiert in der Regel von Unsicherheit, Inflation und niedrigen Zinsen.

    Jedenfalls können Verluste in einer Anlageklasse durch Gewinne in einer anderen wettgemacht werden. Je unabhängiger die Anlageklassen voneinander sind (man spricht von niedriger Korrelation), umso besser.

    Auch Nobelpreisträger raten zur breiten Streuung

    Der Ansatz, Portfolios möglichst breit zu diversifizieren, baut auf der modernen Portfoliotheorie des US-Ökonomen Harry M. Markowitz aus dem Jahr 1952 auf. Markowitz, der übrigens 1990 den Nobelpreis für Wirtschaftswissenschaften erhielt, wies nach, dass eine breite Streuung im Depot das Risiko senkt, ohne die Rendite zu verringern. Die darauf basierende Anlagestrategie ist heute weit verbreitet und hat sich in der Vergangenheit grundsätzlich bewährt.

    Heute weiß man allerdings auch: Wie sich Anlageklassen zueinander verhalten, kann sich auch ändern. In Krisenzeiten – zum Beispiel während der Finanzkrise oder der Corona-Krise – haben Aktien und Anleihen (die sich traditionell gegenläufig entwickeln) beide verloren. Nach dem „Corona-Crash“ im Frühjahr 2020 stiegen Aktienkurse (eigentlich Risiko-Assets), aber auch der Preis von Gold (das eigentlich als Krisenwährung gilt). Das wirft die „Weisheit“, Anlagen zu streuen, aber nicht ganz über Bord. Man sollte nur im Kopf behalten, dass sich die Eigenschaften unterschiedlicher Anlageklassen auch ändern können.

    Keine übertriebene Heimatliebe bei der Asset Allocation

    Wie sollte eine sinnvolle Asset Allocation also aussehen? Wichtig ist eine Diversifikation auf verschiedenen Ebenen:

    1. Verteilen sollten Sie zum einen über Anlageklassen. Die wichtigsten sind Anleihen und Aktien. Je nach Gusto können noch Immobilien über Immobilienfonds oder -aktien, Rohstoffe inklusive Edelmetalle oder Infrastrukturanlagen dazukommen.
    2. Auch über Branchen sollten Sie Ihr Geld streuen. Nicht nur, aber gerade in Krisenzeiten entwickeln sich Branchen ganz unterschiedlich: So haben manche Branchen wie zum Beispiel die Hotellerie, die Gastronomie oder das Hotelgewerbe durch die Corona-Krise stark zu kämpfen. Im Unterschied dazu haben sich zum Beispiel die Software- oder Gesundheitsbranche gut entwickelt.
    3. Wichtig ist auch die Verteilung über Regionen. Denn die Finanzmärkte einzelner Länder und Regionen entwickeln sich nicht immer parallel: Mal läuft es da besser, mal dort. Die meisten Anleger neigen leider zur sogenannten „Home bias“, frei übersetzt übertriebene Heimatliebe: Sie legen nur oder vorzugsweise an ihrem Heimatmarkt an – Deutsche zum Beispiel in Deutschland und US-Amerikaner in den USA. Das führt jedoch zu Klumpenrisiken.

    Hohe Risikobereitschaft, hoher Aktienanteil

    Welche Anteile in Ihrem Portfolio nun auf welche Anlageklasse entfallen sollten, hängt ganz von Ihnen ab. Nicht alle Anleger haben die gleiche Renditeerwartung und Risikoeinstellung oder den gleichen Anlagehorizont. Für den einen steht der Kapitalerhalt an erster Stelle, auch vorübergehende Verluste will er nicht hinnehmen. Andere sind hingegen an mehr Rendite interessiert, haben einen langfristigen Anlagehorizont und sind daher auch riskanteren Anlagen nicht abgeneigt.

    Insgesamt kann als Faustregel gelten: Je risikofreudiger Sie sind und je länger Sie anlegen wollen, desto höher kann der Aktienanteil sein. Gegebenenfalls können dann auch Immobilieninvestments, Rohstoffe oder Infrastrukturanlagen ergänzt werden. Je risikoscheuer Sie sind und je kürzer der Anlagehorizont ist, desto höher sollte der Anleihenanteil sein.

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    Welcher Anlegertyp bin ich?

    Kategorien helfen manchmal dabei, Dinge besser zu verstehen. Das gilt auch für die verschiedenen Anlegerkategorien. Wenn Sie bereit sind, Ihr Geld an den Kapitalmärkten anzulegen, sollte Sie sich im Vorfeld darüber Gedanken machen, welcher Anlegertyp Sie sind und wie lange sowie zu welchen Konditionen Sie Ihr Kapital investieren wollen...Jetzt weiterlesen

    Asset Allocation: Besser strategisch oder taktisch?

    Vielleicht haben Sie schon mal von der Unterscheidung zwischen strategischer und taktischer Asset Allocation gehört. Die beiden Strategien unterscheiden sich in der Perspektive bzw. im Betrachtungshorizont:

    1. Bei der strategischen Asset Allocation geht es um die grundsätzliche und langfristige Aufteilung des Vermögens. Strategische Asset-Allocation-Strategien verändern ihre Gewichtungen also nicht bei kurzfristigen Wirtschafts- oder Marktschwankungen, sondern immer nur, wenn sich die langfristige Perspektive verändert.
    2. Im Rahmen der taktischen Asset Allocation wird hingegen versucht, von aktuellen Trends und Bewegungen an den Märkten zu profitieren durch kurzfristige Anpassung der Aufteilung. Das ist allerdings nicht leicht, auch viele Profis sind mittlerweile überzeugt, dass „Markttiming“ – also das Erwischen des niedrigsten Einstiegs- und höchsten Ausstiegspreis – meist nicht klappt. Besser ist es daher, sich auf die langfristige, strategische Asset Allocation zu konzentrieren.

    Sehr beliebt ist mittlerweile übrigens der Asset-Allocation-Ansatz „Core-Satellite“. Dabei besteht das Portfolio aus einem „Core-Element“, also einem Kerninvestment, das den größten Teil ausmacht und kleineren Teilen, den Satelliten. Dabei handelt es sich meist um riskantere, aber renditeträchtigere Anlagen.

    Professionelle Vermögensverwaltung – nicht nur für Profis

    Die Asset Allocation in die Hand von Profis zu legen, ist für institutionelle Investoren wie Versicherer, Pensionsfonds oder Family Offices völlig normal. Privatanleger haben sich in Sachen ihrer Asset Allocation in der Vergangenheit meist von Banken beraten lassen. Die empfehlen allerdings, wie heute fast jedem bewusst ist, ihre eigenen Produkte.

    Mittlerweile gibt es aber attraktive Alternativen für Anleger, die die Asset Allocation nicht selbst übernehmen wollen. So erhalten Kunden schon ab einem Mindesteinsatz von 5.000 Euro bei Whitebox Zugang zu einer Vermögensverwaltung auf einem Niveau, das bislang nur institutionellen Investoren vorbehalten war.

    Whitebox ist ein digitaler Vermögensverwalter, häufig auch Robo-Advisor genannt. Wir betreiben aktives Portfoliomanagement auf Basis eines speziellen Value-Ansatzes. Dabei investieren wir vor allem in unterbewerte Anlageklassen, die wir mit kostengünstigen, börsengehandelten Indexfonds (ETF) abbilden. Ziel sind robuste Portfolios, die sich nicht nur in einem, sondern in möglichst vielen Szenarien gut entwickeln.

    Informieren Sie sich jetzt über Whitebox und unsere Anlagestrategie – oder wenden Sie sich gerne direkt an unsere Kollegen aus dem Kundenservice.