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Wie viel Geld in ETF anlegen? | Whitebox
ETF | Rendite | Geldanlage | 3 min

Wie viel Geld soll ich in ETFs anlegen?

Geschrieben von Whitebox-Redaktion
26. Oktober 2020

    Sie sind von ETFs als Anlageprodukt und vom Aufwärtspotenzial der entsprechenden Märkte, auf die sich die Wertpapiere beziehen, überzeugt? Dann steht einem Investment eigentlich ja nichts mehr im Wege. Nur: Wieviel Geld soll es bloß sein? Die wichtigsten Informationen dazu haben wir einmal zusammengestellt.

    Das Wichtigste des Artikels im Überblick:

    • Sie sollten nicht alles frei verfügbare Geld in ETFs anlegen, sondern für unvorhersehbare Ausgaben einen Notgroschen zurücklegen.
    • Geld in ETFs, vor allem in Aktien-ETFs, sollten Sie längerfristig anlegen – mindestens zehn Jahre, besser noch länger.
    • Geld, was Sie auf längere Sicht nicht benötigen, können Sie komplett in ETFs anlegen, allerdings sollten Sie streuen, also nicht nur auf Aktien-ETFs setzen.

    Warum soll ich überhaupt in ETFs investieren?

    Börsengehandelte Indexfonds (Exchange Traded Funds, kurz: ETFs) werden immer beliebter. Laut dem Branchenportal extraETF.com betrug das von deutschen Privatanlegern investierte Volumen Ende Juni 2020 rund 38,4 Milliarden Euro. Im Jahr 2014 waren es „lediglich“ 7,5 Milliarden Euro. Für den stetigen Anstieg in den vergangenen Jahren gibt es gute Gründe: ETFs sind im Vergleich zu klassischen, aktiv gemanagten Fonds wesentlich kostengünstiger, da die Managementgebühren deutlich niedriger sind.

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    Das liegt vor allem daran, dass herkömmliche Fonds aktiv gemanagt werden. Das heißt: Fondsmanager kaufen und verkaufen Positionen je nach Marktlage, um mit dem Portfolio eine bessere Performance gegenüber dem Markt zu erzielen. Ziel von ETFs ist es hingegen nur, einen Index, beispielsweise den Dax, nachzubilden. Dadurch ist bei diesen sogenannten passiv gemanagten Fonds der Aufwand für das Fondsmanagement deutlich geringer. Dies erklärt die schlankere Gebührenstruktur bei ETFs.

    Außerdem: Wissenschaftliche Studien belegen, dass es den meisten Fondsmanagern bei aktiven Fonds gar nicht gelingt besser als der Markt zu sein.

    Deshalb lautet die Quintessenz für immer mehr Anleger: Warum in einen teuren, aktiven Fonds investieren, wenn der kostengünstigere ETF in der Regel sogar bessere Performance-Chancen bietet?

    Sollte ich alles Geld in ETFs investieren?

    Viele Anleger fragen sich immer wieder: Soll ich alles Geld, was ich zur Verfügung habe, in ETFs investieren? Nein, das sollten Sie eher nicht. Wenn Sie zum Beispiel 10.000 Euro auf Ihrem Konto zur freien Verfügung haben, ist das noch lange kein Grund, diesen Betrag vollständig in ETFs anzulegen. Denn: Sie sollten immer einen „Notgroschen“ parat haben, für den Fall, dass Sie kurzfristig dringend Geld benötigen – zum Beispiel für den Fall, dass Ihre Waschmaschine oder Ihr Auto repariert oder ersetzt werden muss. Geld für solche Zwecke sollten Sie nicht an der Börse anlegen, da sie dort zwischenzeitlich auch Kapital verlieren können.

    Wenn Sie in einen Fonds – egal ob aktiv oder passiv – investieren, sollten Sie das darüber hinaus mit einem längeren Anlagehorizont tun – am besten 10, 20 oder 30 Jahre. Dies gilt vor allem für Aktienfonds oder Aktien-ETFs. Denn: Aktien unterliegen vergleichsweise starken Kursschwankungen. Vorübergehende Kurseinbrüche sollten Sie aushalten können, um schwache Börsenphasen auszusitzen. Langfristig zahlt sich das aus: In der Vergangenheit war es so, dass große Aktienmarkt-Indizes wie beispielsweise der S&P 500 (USA), der Euro Stoxx 50 (Eurozone) oder der Dax (Deutschland) über Dekaden hinweg deutlich nach oben tendierten.

    Wieviel Geld sollte ich in ETFs anlegen?

    Darauf gibt es keine pauschale Antwort. Allerdings: Vor dem Hintergrund des sinnvollen, langfristigen Anlagehorizonts sollten Sie sich fragen: Wie viel Geld kann ich entbehren? Denn Sie sollten nur Geld langfristig in ETFs anlegen, das Sie nicht für die Dinge des täglichen Bedarfs brauchen. Für die einen sind das 50 Euro, für die anderen 500 Euro. Die wichtigsten Informationen zur Sparrate finden Sie in einem separaten Artikel.

    Soll ich das Geld als Einmalanlage investieren oder über einen Sparplan?

    Grundsätzlich bietet beides Vor- und Nachteile. Wenn Sie das Geld, das Sie investieren wollen, schon zur Verfügung haben, hat die Einmalanlage den Vorteil des Zinseszinseffekts: Von Anfang an wird die gesamte Summe verzinst und Sie profitieren von Dividenden und auf diese Zinsen und Dividenden erhalten Sie wiederum Erträge. Der Nachteil ist, dass Sie, was Aktieninvestments angeht, vielleicht nicht den idealen Zeitpunkt erwischen.

    Vorteil von ETF-Sparplänen ist, dass Sie das Geld noch nicht zur Verfügung haben müssen bzw. peu à peu sparen können. Außerdem legen Sie das Geld mit Sparplänen zu unterschiedlichen Zeitpunkten an, mal mit niedrigen, mal mit höheren Kursen an den Aktienmärkten.

    Alles auf ETFs setzen: Hat das auch Nachteile?

    Grundsätzlich spricht nichts dagegen, alles Geld, was Sie nicht benötigen (auch nicht als Notgroschen) und was Sie langfristig anlegen wollen, in ETFs zu investieren. Es kommt allerdings darauf an, in welche. Denn die besseren Chancen durch Aktien-ETF bekommen Sie natürlich nicht „geschenkt“. Schließlich gehen mit den größeren Chancen auch größere Risiken in Form von Kursschwankungen einher. Wenn Sie auf Aktien setzen, können Sie nie im Vorhinein wissen, in welche Richtung die Kurse laufen. Während Sie beim Festgeldkonto den künftigen Ertrag genau beziffern können, könnte Ihr Investment an den Aktienmärkten auch in die roten Zahlen geraten. Empfehlenswert ist daher: Streuen Sie Ihr Geld – sowohl über unterschiedliche Anlageklassen als auch Branchen, Sektoren und Regionen. Und je risikofreudiger Sie sind, desto höher kann Ihr dabei Aktienanteil sein.

    Wie flexibel ist das ETF-Sparen?

    Sie sollten zwar langfristig anlegen, doch ETF-Sparpläne haben einen weiteren großen Vorteil: Sie sind flexibel. Das bedeutet: Sie können einen ETF-Sparplan jederzeit kündigen oder aussetzen sowie die monatliche Sparsumme aufstocken oder reduzieren.

    Was ist, wenn ich mein ETF-Depot nicht selbst bestücken kann oder will?

    Wenn Sie per Einmalanlage oder ETF-Sparplan ein Vermögen aufbauen und sich dabei nicht selbst um die Zusammensetzung und Verwaltung des Portfolios kümmern möchten, helfen wir bei Whitebox Ihnen gerne weiter.

    Als digitaler Vermögensverwalter, häufig auch Robo-Advisor genannt, machen wir Ihnen auf Basis Ihrer Rendite-Risiko-Vorstellungen einen konkreten Vorschlag für ein Investment für den langfristigen Vermögensaufbau. Über einen Sparplan investieren Sie zum Beispiel monatlich in das von uns für Sie zusammengestellte Portfolio. Mit Ihrer Rate kaufen Sie praktisch immer einen Teil des gesamten Anlagekorbs. Sparpläne sind bei uns bereits ab fünf Euro pro Monat möglich, wenn Sie eine Mindestanlagesumme von 5.000 Euro investiert haben.