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Staatsanleihen-ETFs: Wichtiger Baustein im Portfolio | Whitebox

Staatsanleihen-ETFs: Wichtiger Baustein im Portfolio

Geschrieben von Nadine Friederichs
26. Mai 2020
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Inhaltsverzeichnis

      Staatsanleihen solider Schuldner bieten heutzutage kaum noch Zinsen. Doch können Staatsanleihen wesentlich zur Stabilität eines Portfolios beitragen und durch eine Diversifikation über unterschiedliche Länder, Währungen und Laufzeiten auch die Renditechancen erhöhen. ETFs ermöglichen einen einfachen, diversifizierten und kostengünstigen Zugang.

      Die wichtigsten Aussagen dieses Artikels:

      • Staatsanleihen-ETFs bilden Staatsanleihen ab, also von Staaten ausgegebene, festverzinsliche Wertpapiere.
      • Sie haben in der Regel einen Schwerpunkt, etwa europäische oder globale Staatsanleihen, hochverzinsliche Staatsanleihen oder solche mit bestimmten Laufzeiten oder Ratings.
      • Sie sind tendenziell sicherer als Aktien-ETFs, können aber auch hochspekulativ sein.
      • Staatsanleihen-ETFs können auch im Niedrigzinsumfeld ein Portfolio stabilisieren und diversifizieren und für zusätzliche Renditechancen sorgen.

      Was sind Staatsanleihen-ETFs?

      Staatsanleihen-ETF sind passive Investmentfonds, die abbilden, also von Staaten ausgegebene Wertpapiere, die im Normalfall regelmäßige Zinszahlungen (Kupon) liefern und am Ende ihrer Laufzeit zu 100 Prozent zurückgezahlt werden. Die meisten Staatsanleihen-ETFs haben einen Schwerpunkt, etwa Staatsanleihen aus Deutschland, Europa oder den USA, bonitätsstarke oder -schwache Emittenten oder Staatsanleihen mit bestimmten Laufzeiten. Anders als Staatsanleihen selbst haben Staatsanleihen-ETFs keine Fälligkeit: Läuft eine vom ETF abgebildete Staatsanleihe aus, wird sie ersetzt.

      Welche Arten von Staatsanleihen-ETFs gibt es?

      Wie Aktien-ETFs bilden auch Anleihen-ETFs Indizes ab. Diese sind allerdings weniger bekannt als Aktienindizes wie der DAX, der Euro Stoxx oder der Dow Jones. Bekannte Staatsanleihenindizes sind die Bloomberg Barclays-, die eb.rexx-, die iBoxx-, die FTSE- und die J.P. Morgan Bond-Indizes. Innerhalb dieser Indexfamilien gibt es eine große Palette von Indizes mit bestimmten Schwerpunkten. Beispielsweise bildet der Bloomberg Barclays Euro Treasury Bond-Index auf Euro lautende Staatsanleihen ab, der Bloomberg Barclays US Treasury-Index US-Staatsanleihen und der J.P. Morgan Emerging Markets Bond-Index solche aus Schwellenländern.

      Grundsätzlich wird unterschieden nach:

      • Emittenten (Beispiele: „Eurozone Government Bond“, „US-Treasury Bond“, „Gilts” (britische Staatsanleihen), „Global Government Bond“, „EM Government Bond“)
      • Länder/Regionen, deren Anleihen der ETF abbildet. Manche Indizes beziehen sich aber auch auf Anleihen aus der ganzen Welt. Eine Besonderheit: Es gibt auch Indizes, die bewusst bestimmte Länder ausschließen. Erkennbar ist das an Bezeichnungen wie „Europe ex UK“.
      • Laufzeiten/Duration (Beispiele: „1-3 y“, „7-10 y“, „20+y“)
        Laufzeiten der im Index enthaltenen Anleihen (nicht die Laufzeiten der ETFs).
      • Währung (Beispiele: „Euro”, “US-Dollar”, “local currency”)
        Währung, auf die die Anleihen lauten.
        Manchmal sind ETFs auch währungsgesichert („Hedged“).
      • Bonität (Beispiele: „Investment Grade“, „Lowest Rated”, „High Yield“, „BBB-BB”): Bonitätseinstufung von Rating-Agenturen. Rating-Agenturen wie Standard & Poors verteilen zur Beurteilung der Bonität Ratings von A bis „Investment Grade“ steht für Anleihen mit gutem Rating, „High Yield“ für solche mit höheren Risiken.
      • Nachhaltigkeit (Beispiele: „ESG“, „SRI“)
        Berücksichtigung von Nachhaltigkeitsaspekten. ESG steht für „Environmental, Social and Governance” und SRI für „Socially Responsible Investing”.  

      Einen Sonderfall stellen ETFs mit inflationsindexierten Anleihen („Inflation-Linked Bond“, „Treasury Inflation Protected Securities/TIPS“) dar. Mit diesen Anleihen, bei denen Kupon und/oder Nominalwert an einen Verbraucherpreisindex gekoppelt sind, können sich Anleger gegen die Inflation schützen.

      Wie steht es um die Sicherheit von Staatsanleihen-ETFs?

      Staatsanleihen-ETFs sind in der Regel sichere Anlagen, sie können aber auch hochspekulativ sein – je nach Bonität der Emittenten. Als sehr solide solide ("sicherer Hafen") gelten ETFs mit deutschen Staatsanleihen (Bundesanleihen) oder US-Treasuries (US-Staatsanleihen). Der Ausfall von Zins- und Rückzahlung ist sehr unwahrscheinlich. Als riskanter gelten ETFs, die Staatsanleihen von Schwellenländern abbilden. Unter den Schwellenländern gab es auch in der jüngeren Vergangenheit immer einmal wieder Ausfälle, zuletzt etwa von Argentinien. Doch auch für griechische Anleihen kam es während der Eurokrise 2012 zu einem Schuldenschnitt mit Verlusten für Anleihenhalter. Ratings von Rating-Agenturen bieten einen guten Anhaltspunkt, um die Bonität einer Anleihe einzuschätzen, die Agenturen lagen in der Vergangenheit aber auch manchmal falsch.

      Staatsanleihen-ETFs, die auf andere Währungen als den Euro lauten – etwa US-Dollar oder Britische Pfund – beinhalten für Euro-Anleger darüber hinaus ein Währungsrisiko. Verliert die Auslandswährung gegenüber dem Euro, verringert sich auch die Performance des ETFs. Im umgekehrten Fall können Anleger aber auch von einer steigenden Auslandswährung profitieren. Das Währungsrisiko ist gerade auch bei Schwellenländeranleihen in Lokalwährung („local currency“) zu beachten, denn Emerging Markets-Währungen präsentierten sich meist volatiler und auf längere Sicht schwächer als Hartwährungen.

      Welche Vorteile und Nachteile bieten Staatsanleihen-ETFs?

      Was ist im Ergebnis von Staatsanleihen-ETFs zu halten?

      Pro

      • Diversifikation für das Portfolio,
      • geringere Volatilität als Aktien-ETFs und Stabilität in Rezessionen,
      • Zugang zu einer ansonsten oft schwer zugänglichen Anlageklasse mit teilweise hohen Mindestanlagesummen und (manchmal) wenig Liquidität,
      • keine Laufzeitbegrenzung: ETFs ersetzen auslaufende Anleihen durch neue,
      • wie bei ETFs generell: einfach, transparent, liquide, günstig.

      Contra

      • Ausfallrisiko der Staatsanleihen (Zinszahlungen, Tilgung) mit Auswirkungen auf ETFs.
      • Zinsänderungsrisiko: Steigen die Zinsen, werden ältere Staatsanleihen unattraktiver und sinken im Kurs, mit möglichen Auswirkungen auf ETFs,
      • Liquiditätsrisiko: Manche Staatsanleihen sind weniger liquide als Aktien. Sinkt die Liquidität, etwa im Fall einer Krise, konnten ETFs zwar in der Vergangenheit weiter gehandelt werden, die An- und Verkaufs-Spreads stiegen aber deutlich,
      • Währungsrisiko: Staatsanleihen-ETFs in Fremdwährungen, etwa US-Dollar, enthalten ein Währungsrisiko.
      • Inflationsrisiko: Unter Umständen können die Rückflüsse aus einer Staatsanleihe mit der Inflation nicht Schritt halten.

      Welche Rolle spielen Staatsanleihen-ETFs für Whitebox?

      Seit einigen Jahren hat die Anlage in Staatsanleihen-ETFs wegen der Niedrig- bzw. Nullzinspolitik der internationalen Notenbanken an Attraktivität verloren. Nutzt man Staatsanleihen-ETFs als Baustein in einem breit aufgestellten Portfolio, können aber auch die „sicheren Häfen“ zur Diversifikation beitragen und gerade in schwierigen Zeiten als Stabilisator fungieren. Staatsanleihen weniger bonitätsstarker Emittenten können wiederum die Renditechancen erhöhen.

      Auch wir bei Whitebox integrieren Staatsanleihen-ETFs in unsere Portfolios. Mit diesen kostengünstigen, passiv gemanagten Fonds setzen wir auf viele verschiedene Staatsanleihen aus unterschiedlichen Regionen und mit unterschiedlichem Risikoprofil. Derzeit investiert Whitebox über ETFs in europäische, globale und US-Staatsanleihen, Anleihen von Schwellenländern in harter und lokaler Währung sowie inflationsindexierte Staatsanleihen der Eurozone.